χαιρε Ιοαννης,
ich habe jetzt die Lösung für das Problem mit δραμόντα τὸν παῖδα. Dieser Satz wird in Schwyzer, Griechische Grammatik II. Band S. 194 mitte aufgeführt. Allerdings nicht unter Partizipien oder Infinitive. Er steht als Beispiel für die Verwendung des Relativpronomens. Ich dachte, vielleicht gibt es ja eine ausführliche Grammatik, in der dieses Phänomen näher erläutert wird und einen speziellen Namen bekommt. Die Tatsache, dass dieser Satz zitiert wird, sagt mir, dass die Erweiterung des Akkusativs des AcI durch ein Partizip nichts besonderes ist. Sonst wäre der Satz auch unter Partizip oder Infinitiv aufgeführt. Wird er aber nicht.
Es gibt wieder einen Satz, der mir Schwierigkeiten bereitet. Nach dem Pindar-Zitat in 331 b1-5 heißt es:
τὸ γὰρ μηδὲ ἄκοντά τινα ἐξαπατῆσαι ἢ ψεύσασθαι, μηδ’ αὖ ὀφείλοντα ἢ θεῶι θυσίας τινὰς ἢ ἀνθρώπωι χρήματα ἔπειτα ἐκεῖσε ἀπιέναι δεδιότα, μέγα μέρος εἰς τοῦτο ἡ τῶν χρημάτων κτῆσις συμβάλλεται.
Das τὸ γάρ erinnert mich an eine Stelle im Ion. Ich habe die Stephanus-Paginierung nicht parat, die Stelle ist aber leicht zu finden. Das müsste in jeder Ausgabe auf der ersten Seite sein. Da gibt es einen Satz der mit τὸ γάρ beginnt. Vielleicht kannst du dir den zum Vergleich mal ansehen.
Ich bin mir nicht sicher, was der Artikel substantiviert. Vielleicht alles bis mega meros.
Der Schluss ist einfach, er heißt:
Der Gelderwerb trägt einen Großteil dazu bei…
Ich habe mir gedacht, dass das Vorhergehende ein AcI sein könnte, der von dem Schlussatz abhängt, bin mir aber nicht sicher.
Das to gar könnte auch apienai substantivieren. Ich verstehe nicht, warum die Partizipien im Akkusativ stehen. Weil AcI?
Der Sinn müsste eigentlich der sein, dass, wer viel Geld hat, sich NICHT fürchtet zu sterben, weil er niemanden betrogen oder hintergangen hat noch keinem Gott ein Opfer schuldig ist.
Wörtlich bringe ich so viel zustande (verkürzt):
von dort alsbald sich fürchtend (?, „ahnen“ wäre sinnvoller) wegzugehen
ohne irgendjemanden unabsichtlich/unfreiwillig (?) hintergangen zu haben
noch einem Gott ein Opfer schuldig zu bleiben
dazu trägt der Gelderwerb einen Großteil bei.
Ist das legitim, das so zu übersetzen? Ich verstehe auch nicht, was mit akonta genau gemeint sein soll. - Die Partizipien im Akkustaiv können auch acc. resp., also „in Hinsicht auf jemanden, der“, aber das scheint mir unwahrscheinlich.
Lange Rede, ganz viel Sinn 
Ich hoffe, Du kannst mir im einen oder anderen zustimmen, oder mich belehren.
Vielen Dank im Voraus für Deine hilfreichen Zeilen.
Liebe Grüße
Anna