Was genau ist „Altweibersommer“ und wie ist diese
Bezeichnung entstanden?
Der Name leitet sich von Spinnfäden her, mit denen junge Spinnen im Herbst duch die Luft segeln. Das erinnerte angeblich die Leute an die am Spinnrad sitzenden alten Weiber. Im Volksglaube wurden diese Spinnweben aber auch für Gespinste von Elfen, Zwergen oder der Jungfrau Maria gehalten.
Wieso heißt es „Schäferstündchen“ - ich dachte immer, das
sei eine einsame Tätigkeit, Schafe zu hüten?
dazu Grimm:
SCHÄFERSTUNDE, f. stunde traulichen beisammenseins und liebesgenusses für liebende; zunächst ein ausdruck der schäferpoesie, wol dem franz. heure du berger nachgebildet…
Unsere französischen Nachbarn sprachen den Schäfern und Schäferinnen eine besondere Neigung zur Liebe und zum Liebesspiel zu. Zur diskreten Umschreibung solcher Handlungen benutzten sie daher die Umschreibung ‚heure du berger‘. Die - in solchen Dingen - einfallslose deutsche Sprache adaptierte dies in der obigen Übersetzung
Gespinste (wie die Haare alter Weiber) sehr kleiner Spinnen, im Herbst vom Wind oft samt den Tieren fortgetragen.
Vom Volksglauben in Verbindung mit den Göttern, später mit Gott und Maria (Marienfaden, Mariengarn, Frauensommer) gebracht.
Ein Schäferstündchen halten (verbringen): eine Zeit traulichen, zärtlichen, liebevollen Beisammenseins von Verliebten.
Seine Schäferstunde schlägt: das Glück winkt ihm, es kommt zu einem Treffen der Liebenden und der Erfüllung ihrer Wünsche. Mit einem ‚Schäferstündchen‘ bezeichnet man die gemeinsam verbrachte Zeit eines Liebespaares, das sich oft heimlich zuzammenfinden muß. Der Begriff ist dem französischen ‚heure du berger‘ nachgebildet.
In der Zeit des Barock und Rokoko erfolgte eine bewußte Hinwendung der höfischen und bürgerlichen Gesellschaft zur Natur und dem angeblich naiv-sündlosen Landleben. Schäferspiele wurden nachgeahmt, indem man in entsprechenden Kostümen und unter antiken Schäfernamen in ländlicher Idylle in einer Art Rollentausch zu leben versuchte, um den erstarrten zeremoniellen Formen zu entgehen und sich natürlich und ungezwungen benehmen zu können.
Die Hirtendichtung zum Preise der Idylle, die zum Vorbild diente, geht auf Theokrit zurück und fußt auf den Eklogen Vergils. Sie wird als ‚bukolische‘ Dichtung bezeichnet. Literarisch belegt ist der Begriff ‚Schäferstunde‘ z.B. in Schillers ‚Don Carlos‘ (II, 8): »Der Seelen entzückender Zusammenklang ein Kuß - der Schäferstunde schwelgerische Freuden«.
vielen Dank für Eure Antworten! - Dann ist also die These, die ich bei jenem Spaziergang serviert bekam falsch:
junge Frauen werden oft mit dem Frühling (dem Erblühen) verglichen, reife Frauen mit dem Sommer und die noch reiferen mit dem Spätsommer… - noch ganz schön, aber naja…
(- Ich wusste eh nicht, wie ich das mit den Spinnenfäden zusammenkriegen sollte Haare? wie bei den Antworten von Euch?)