Aluhülsen (und die Stangassingerin)
Hallo,
ich bezweifle nicht, daß man in Deutschland über die technischen Möglichkeiten verfügte, Zigarrenhülsen aus Stahl herzustellen, sondern ich habe meine Zweifel daran, daß schieres Aluminium für sowas eingesetzt wurde, sowie daran, daß man bei den damaligen Zigarrenhülsen volkstümlich von „Aluminium“ gesprochen hat.
Meiner Vermutung nach hat man Zigarrenhülsen damals aus Pappe gefertigt, so wie die Tablettenröhrchen auch, und mit Folie, z.B. Alufolie (das hieß „Silberpapier“ oder „Stanniol“) dekoriert, wobei man den Boden und das Außengewinde für den Schraubdeckel aus normalem Blech fertigte und in die Pappe einarbeitete.
Ich teile Gernots Vermutung, daß man inmitten des Bombenterrors wohl keine Edelzigarren kaufen konnte, und sie als Geschenk eines Staatsgastes wohl kaum ein Preisschild getragen hätten.
Wenn die „28 D-Mark“ eine spätere Schätzung vom Stangassingervater gewesen sind, dann hätte er diese Zigarren durch die Jahre des Hungers und des Schwarzhandels hindurch behalten und erst ab 1949 nach der Währungsreform geraucht, dann aber im Vergleich mit anderen, zeitgenössischen Edelzigarren. Zigarren können zwar so lange gelagert werden, allerdings nicht in der Hülle, sondern ausgepackt in einem guten Humidor.
Vielleicht kennt jemand eine Studie zum Verbreitungsgrad hochwertiger Humidore bei bayrischen Bergbauern im 3. Reich…
Noch zur Stangassingerin:
Die Stangassingerin ist eine nicht ganz unbekannte, sog. Zeitzeugin. Ihre Eltern haben ihren Bergbauernhof aufgeben müssen, weil Hitler das Gelände für seinen Berghof benötigte. Sie hat das immer mal wieder im Fernsehen usw. geschildert und zwar als eine unrechtmäßige gewaltsame Vertreibung.
lG
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