Am jahresende sich bedanken?

ich habe mich am jahresende, so wie es kenne, bei meinem trainer, postboten und handwerkern mit einer kleinigkeit bedankt. alle haben sich gefreut, nur nicht der postbote. er hat es nicht angenommen, er möchte das nicht von mir. ich war total geschockt, weil ich dachte, der hat aber schlechte laune. am nächsten tag war ganz verlegen und stahlte mich an, er lief ganz langsam zu seinem auto, so dass wir uns noch getroffen haben, sagte aber nichts, ich nätürlich auch nicht. weil ich verletzt bin. wieso fühlt er sich unwohl und mir gegenüber verpflichtet und die anderen nicht?

Hallo rocco,
vielleicht ist es der Postbote gar nicht gewöhnt, von den Kunden etwas zu bekommen? Vielleicht hat er das noch nie erlebt und daher momentan gar nicht gewußt, wie er reagieren soll! Fest stehen dürfte aber, daß er sich nachträglich doch noch gefreut hat über diese nette Geste und das ist ja das Wichtigste! Du hast offensichtlich doch noch Freude bereitet!
Pulga

Ich verstehe dein Problem nicht. Du hast Prinzipien, nämlich Postboten, Handwerkern usw. am Jahresende was zu geben (wie wir auch), und dein Postbote hat zufällig den Grundsatz nichts anzunehmen. Warum kannst du das nicht akzeptieren? Immerhin freut er sich doch über deine gute Absicht. Wo ist da ein Grund für dich verletzt zu sein?

Solltest du nicht die Grundsätze anderer als gleichrangig zu deine eigenen einschätzen können?

Gruß
Ann da Càva

Hallo,
kennst du das Thema
http://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/Muellmaenn…

Könnte mir durchaus vorstellen, dass es sowas bei der Post gibt.
Und eh der postbote diskutiert, in welcher Höhe er etwas annehmen „darf“ - lehnt er lieber kategorisch ab.

Nur so ein Gedanke.
Gruß!
T.

Braucht es einen Grund, verletzt zu sein?

Warum kannst du das nicht
akzeptieren? Immerhin freut er sich doch über deine gute
Absicht. Wo ist da ein Grund für dich verletzt zu sein?

Solltest du nicht die Grundsätze anderer als gleichrangig zu
deine eigenen einschätzen können?

Ich glaube nicht, dass es darum geht, irgendetwas nicht zu akzeptieren oder als gleichwertig einzuschätzen. Sondern es geht hier um ein Gefühl. Er fühlt sich vermutlich zurückgewiesen und dadurch verletzt. Ob dies berechtigt ist und ob er dies begründen und verteidigen kann, halte ich nicht für den springenden Punkt.

Ich kann dazu nur sagen: mir geht es ähnlich, wobei ich das Gefühl, das bei mir in der beschriebenen Situation eintritt, eher als „Peinlichkeit“ anstatt „Verletztsein“ beschreiben würde. Generell ist es mir schon immer etwas peinlich, Trinkgelder zu geben und die Vorstellung, dass sie jemand zurückweisen könnte (was mir auch bereits einmal wiederfahren ist) ist mir extrem unangenehm, peinlich, verletzend, alles zusammen. Vermutlich würde ich viel mehr Trinkgelder geben (leisten könnte ich es mir und ums Geld tut es mir eher nicht leid), wenn ich nicht Bedenken hätte, dass es jemand zurückweisen könnte.

Falls es dem Fragesteller also hilft: ich kenne und verstehe dieses Gefühl. Wie man es vermeidet, weiss ich allerdings auch nicht.

Mit vielen Grüssen,

Walkuerax

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Wie heisst es doch so schön:
Geben ist seliger als nehmen!
Man gibt und hat dadurch Freude, freut sich der andere auch, um so schöner, freut er sich nicht, freue ich mich trotzdem, weil ich gerne was gegeben habe!

Hallo Rocco,

vielleicht ist es ihm nicht gestattet Geschenke anzunehmen und er hat das etwas brüsk rübergebracht, wobei du nicht genau schreibst, wie er das Geschenk ablehnte.

Was spricht dagegen, von deiner Seite das Gespräch nochmal zu suchen? Ich denke nicht, dass er speziell von dir nichts haben wollte, daher würde ich über den Schatten der Verletztheit springen und einfach nochmal nachfragen.

Gruß
Miriam

Moin,

vielleicht ist es der Postbote gar nicht gewöhnt, von den
Kunden etwas zu bekommen?

Was mich eigentlich erstaunt, wenn sich in den letzten Jahren nicht etwas verändert hat.
Als ich vor vielen Jahren in den Semesterferien oder auch zwischendurch 2-3 Tage bei der Post jobbte, führte einige der Stammzusteller zu Weihnachten sogar richtige Listen, wieviel sie von welchem Kunden bekommen hatten, da war es gar nicht einmal so unüblich, dass einige recht bepackt von der Zustellung zurückkehrten.

Deswegen wunderts mich wirklich, dass es das heute nicht mehr gibt, außer vielleicht, dass es den Zusteller alter Prägung nicht mehr gibt und dadurch auch die Neigung der Kunden, zu Weihnachten ein Kleinigkeit zu geben.
Vielleicht hat das den Zusteller irritiert?

CU

Axel

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Ich wage mal, einen Verdacht zu äußern:

Deine Formulierungen sind mir für so einen eigentlich harmlosen Vorgang einfach zu heftig. „Ich war total geschockt“, „(er?) strahlte mich an“, „war ganz verlegen“, „ich bin verletzt“.

Wenn man nur diese Fragmente lesen und zur Assoziation frei geben würde, dann kämen die meisten wohl auf alle möglichen Beziehungen oder gewollte Beziehungen, nicht aber auf die zwischen Postbote und „Kunde“.

Ist es möglich, dass du dich in deinen Postboten verguckt hast? Oder ist es alternativ möglich, dass dein Postbote zumindest diesen Eindruck hat?

eine Mutmaßung
Hallo rocco,
Nicht erfüllte Erwartungen machen unzufrieden. Aber sieh es mal positiv, wenn man mit seinem Geschenk nicht landen kann, ist das für einen selbst eine interessante Erfahrung.
Warum der Postbote das Geschenk nicht annimmt, kann nur er erklären, tief gehende Mutmaßungen sind wenig hilfreich.
Warum warst du geschockt? Warum war Dir seine Geschenkannahme und somit seine Dankbarkeit wichtig? Theoretisch hättest du nur darüber erstaunt sein können.
Meiner Ansicht nach zeugt das von Stärke ein Geschenk abzulehnen, vorallem es beweist, dass der Bote über die Beziehung zwischen Euch ein anderes Bild hat als Du.
Vielleicht nimmt er grundsätzlich keine Geschenke von Bewohnern seines Reviers an, die Ablehnung hätte also nichts mit Dir zu tun.
Somit wäre Dein Frust gar nicht nötig. Aber weil wir nicht wissen, warum der Bote abgelehnt hat, würde ich an Deiner Stelle entweder den Boten bei nächster Gelegenheit fragen. Vielleicht könnt Ihr Euch sogar auf eine andere Form von Geben und Nehmen zu einem anderen Zeitpunkt einigen - und sei es ein Glas Wasser im Hochsommer, oder so. Oder Schwamm drüber und Du beschränkst Dich bei ihm lächelnder Weise auf Grüße und gute Wünsche.

Grüße
oppo