hi ihr sprachgewaltigen,
in einem buch las ich, am schwierigsten seien witze zu übersetzen. stimmt das?
oder gibt es noch andere dinge, die von übersetzern gehasst werden? stelle mir vor, wenn ich als dolmetscher jemand aus schwaben oder saarland hörte, verstände ich den ja nicht mal so, geschweige könnte dies synchron in eine andrere sprache übertragen…
gut, daß ich es nicht bin*gg*.
liebe grüße
strubbel
~:o)
in einem buch las ich, am schwierigsten seien witze zu
übersetzen.
Hallo Strubbel,
das ist in der Tat schwierig. Meist lebt ein Witz von einem Wortspiel, das eben nur in der ursprünglichen Sprache „funktioniert“.
Oft ist es auch eine kulturellen Anspielung, die man in einem anderen Sprachkreis so nicht nachvollziehen kann.
Dass auch Sprachebenen ihre Schwierigkeiten bereiten können, macht sich besonders bemerkbar, wenn Wendungen einer bestimmten Szene oder auch Gruppe übersetzt werden müssen. Da hilft oft auch das beste Wörterbuch nicht weiter, da es hoffnungslos der lebenden Sprache hinterherhinkt.
Schwierig sind auch ungekennzeichnete Zitate. Da kann mann dann böse auf den Bauch fallen, wenn man die Quelle nicht (er)kennt. So wie uns z.B. der Struwwelpeter oder Wilhelm Busch mit der Muttermilch eingetrichtert wurde, ist bei Engländern/Amerikanern oft z.B. Lewis Carroll in Anspielungen und unidentifizierten Zitaten präsent. Wer dann seine Alice in Wonderland nicht kennt, wird nur noch mit einem vanishing grin zu lesen sein.
Grüße
Eckard.
Moin strubbel,
ja, das mit den Witzen ist schon so eine Sache, wobei Humor nicht immer sprachlich/kulturell beeinflusst ist, aber häufig.
oder gibt es noch andere dinge, die von übersetzern gehasst
werden?
Rede/Text von jemandem übersetzen, der selbst nicht in seiner Muttersprache spricht/schreibt und Fehler macht. Ich hatte mich mal leichtsinniger Weise angeboten, einer Bekannten den Brief einer Philippina zu übersetzen, die des Englischen nicht wirklich mächtig war…boah, Sherlock Holmes wäre stolz auf mich gewesen *g*.
Gruss
Marion
Dazu eine kleine Geschichte:
Ein Kollegin, die in der EX-DDR in einer „Kosumschule“ (eine Schule, in der Leute aus der „Dritten Welt“ das sozialistische Ein- und Verkaufswesen und deswegen auch Deutsch lernten) arbeitete, musste bisweilen auch Besuchern aus der Sowjetunion oder Afrika simultan die Ansprache ihres Chefs übersetzen.
Der pflegte stets denselben dummen alten Witz einzubauen, der den Gästen unverständlich sein musste und auch im Deutschen wohl nicht komisch war.
An der Stelle - so versicherte sie mir glaubhaft - habe sie den Besucher gesagt: „Liebe Gäste, jetzt erzählt mein Chef einen Witz, den ich wegen seines lokalen Kolorits nicht übersetzen kann und der leider auch gar nicht komisch ist. Ich bitte sie herzlich, ein herzliches Lachen auszustoßen. JETZT!“
Und das hat offensichtlich immer geklappt!
Liebe Grüße
Fritz
Hallo strubbel,
beim Dolmetschen sind idiomatische Ausdrücke besonders schwer, beim Übersetzen - Gedichte. Poesie wäre für einen Dolmetscher unmöglich synchron zu übertragen. Für Witze lässt sich oft ein passendes nationale Äquivalent finden, beim schriftlichen Übersetzen geht es meist gut, wenn die Zeit für die Suche da ist. Große Meisterwerke werden normalerweise Jahrzehnte übersetzt, um dem Stil des Originals gerecht zu werden.
Gruß
z.B. ueberstetzt man das Ideom „ein Sturm im Wasserglas“ als „storm in a cup of tea“ (UK) - die ollen Teetrinker
)