Servus Klara,
ich bin seit 1969 Zahnarzt und deswegen nur bedingt so kompetent, wie manche Deiner Ratgeber hier, trotzdem will ich versuchen, Dir bei der Entscheidung zu helfen. Ich füge dazu ein Zitat eines, aus der Schweiz stammenden Professors der Zahnerhaltungskunde hier ein. Dieses Zitat gibt meine Wissen und meine Erfahrungen so gut wieder, daß ich nicht selber großartig herumtexten muß.
Die Kunstsoffüllungen haben eines gemeinsam: sie sind ‚technikkritisch‘, das heißt, daß ZahnärztInnen bei ihrer Herstellung eine Menge mehr Fehler machen können, als bei Amalgamfüllungen.
Weiter: ALLE zahnmedizinisch-wissenschaftlichen Institutionen, die sich je zu diesem Thema geäußert haben, sind sich darüber einig, daß es Körperverletzung ist, wenn ZahnärztInnen intakte Amalgamfüllungen deshalb entfernen, wenn keine nachgewiesene Überempfindlichkeit auf einen der Bestandteile des Amalgam besteht.
Jetzt das Zitat, das man uch bei www.dgzmk.de finden kann, wenn man in die angebotene Suchfunktion „Amalgam“ eingibt. Die DGZMK ist unsere deutsche zahnärztliche, wissenschaftliche Fachgesellschaft.
Dtsch Zahnärztl Z. 1994 Nov;49(11):859-66.
Zahnfarbene Restaurationen als Amalgam-Alternativen
Roulet J-F.
Zusammenfassung:
Amalgam wird immer mehr in Verruf gebracht. Die Folge ist, daß Patienten auf Amalgam verzichten wollen oder gar fordern, alle Amalgamfüllungen zu ersetzen. Obwohl es ein gutes und bewährtes Material ist, muß der Zahnarzt Alternativen anbieten können. Abgesehen von Goldgußfüllungen setzen alle Alternativen die konsequente Anwendung der Adhäsivtechnik voraus. Sie besitzen jedoch ein limitiertes Indikationsspektrum. Ein echter Amalgamersatz, d.h. ein Material, das sich ebenso einfach, universell und kostengünstig bei gleich guter Langzeitprognose einsetzen läßt, ist noch in weiter Ferne. So erfordern beispielsweise Kompositfüllungen, sofern indiziert, etwa den 2,5fachen Zeitaufwand im Vergleich zu entsprechenden Amalgamfüllungen. Zur Herstellung zahnfarbener Inlays sind entweder der Einsatz eines Zahntechnikers oder teurer (computergesteuerter) Geräte notwendig. Zudem ist das Eingliedern mit Adhäsivtechnik und Komposit wesentlich schwieriger und zeitaufwendiger als das herkömmliche Zementieren von Goldgußfüllungen mit Phosphatzement. Aus dieser Sicht wird verständlich, daß in Deutschland unter den Bedingungen der gesetzlichen Krankenkassen den Patienten Amalgamalternativen nicht angeboten werden können.
Kai
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