American Frontier

hallo,
wie kann man die „american frontier“ beschreiben? das war doch die grenze, die das „neue amerika“ vom „alten amerika“ abgegrenzt hat, oder?

gruß r.

Hallo !

Die amerikanischen Behörden veröffentlichten seit 1790 Landkarten, auf denen das Land je nach Bevölkerungsdichte in sechs Regionen aufgeteilt war :
Von mehr als neunzig bis zu weniger als zwei Einwohner pro Quadratmeile.
Schematisch gesehen verlief die Frontier als Linie zwischen der Region mit weniger als zwei und dem Gebiet mit mindestens zwei Personen pro Quadratmeile.

Die Frontier als Gebiet lag in den Regionen mit mindestens zwei und nicht mehr als sechs Bewohnern pro Quadratmeile.
Von Jahrzehnt zu Jahrzehnt, von Volkszählung zu Volkszählung hat sich die Grenzlinieweiter nach Westen verschoben.

Frontier als Prozeß meint im modernen Sprachgebrauch die Entwicklung gesellschaftlicher Eigenarten in neuerschlossenen, spärlich besiedelten Landstrichen.

Quelle : Geschichte der Nordamerikanischen Kultur von Raeithel.

mfgConrad

Hallo Roxy,

der US-Bürger versteht unter „American Frontier“ die Grenzen zwischen den Kolonien der Franzosen,Briten,Schweden und Niederländer und den eigentlichen Ureinwohnern Nordamerikas.
Zur Anfangszeit war damit sogar der Gebirgszug der Appalachen gemeint,der sich im Norden vom heutigen Kanada (den großen Seen) bis
hinunter nach dem heutigen Bundesstaat Georgia im Süden hinzieht.
Später meinte man dann damit die "Grenze " zu den unerforschten
Gebieten im sogenannten „Wilden Westen“.

mfg

Frank

Hallo.

Die „Eroberung“ des amerikanischen Kontinents lief nicht so ab, dass ein Rudel Weißer sich in relativ kurzer Zeit weitflächig ausbreitete. Stattdessen muss man sich die Sache so denken, dass von Norden die Franzosen (in Labrador), etwas weiter südlich, in Matsch Musch Maschu da, wo die eben gelandet waren, die Engländer, und im Süden die Spanier den Kontinent ein wenig anknabberten. Von oben betrachtet, hätte (Nord)Amerika noch zu Beginn des 18.Jh. ausgesehen wie ein Flickenteppich (die Flicken waren die Ansiedlungen der Hinterwäldler) mit Borte (die Städte an der Ostküste resp. am Golf von Mexiko).

Mit der Gründung der USA änderte sich dat Janze nur unwesentlich … die USA bestand aus 13 Staaten, und die Franzosen und Spanier musste man erst noch in den Tabak jagen. Das passierte im Falle der Spanier militärisch und im Falle der Franzosen per Geld, wodurch die USA quasi über Nacht ihr Staatsgebiet vervielfachten. Dennoch war eine Grenze (eben die „american frontier“) immer noch da, nämlich als gedachte Grenze zwischen den offiziellen Staaten und den territories. Diese wurden zwar als Bestandteil der USA, aber eben nicht als (z.B. im Senat vertretene) Staaten geführt.

Mit dem Vordringen der „Zivilisation“ nach Westen und dem Aufnähen neuer Sterne auf den bunten Fetzen verschob sich natürlich auch die „frontier“. Bis man denn eines Tages am Pazifik stand und sich überlegen musste, wie es denn weitergehen sollte. Findige Köpfe sorgten dann z.B. für die Annektion von Hawaii; andere Ecken, wie z.B. die Philippinen, kamen unter die Fuchtel von „God’s own country“ … der Versuch, in Südostasien weiterzumachen, weil zu Hause nix mehr war mit Wilden zum Plattmachen und so, war dann bekanntlich von etwas weniger Erfolg gekrönt. So konzentrierte man sich eben auf die wirtschaftliche Hegemonialstellung.

Falls es interessiert : Schau Dir mal den Vorspann der ganz alten „Star Trek“- Folgen an (die mit dem mit den Ohren). Der erste Satz „Space- the final frontier“ ist ein typisches Hollywood-Konstrukt. Die Erde ist amerikanisch, die Standardsprache ist (amerikanisches) Englisch, und die „american frontier“ liegt irgendwo jotwedee …

zugegebenermaßen bösartig, aber so sind wir alten Europäer eben.

Gruß kw