Amerik. Dialekt aus Arkansas

Hallo an alle,

bin mir nicht sicher ob das in Fremdsprachen gehört, aber ein (deutscher) Dialekt isses ja nicht.

Ich lese gerade ein Buch von Joan Hess, die Dame stammt aus Arkansas und schreibt über ein kleines Kaff in den Ozarcs. Beim lesen wunderte mich anfangs das einige Begriffe (in der wörtlichen Rede der Personen) aus dem französischen stammen. Jetzt habe ich ein Buch von am Wickel in dem deutsche Worte auftauchen - z.b. Ersatz.

Da ich Amerikaner kenne (niemanden aus Arkansas) und auch auf AFN oft deutsche Begriffe höre (Stau, etc.) weiss ich das deutsche Worte verwendet werden.

Nun meine Frage: Ist das was typisches aus Arkansas? Das Wort Ersatz kommt mir komisch vor, ist nicht besonders kurz oder „handy“ um Verwendung zu finden. Spricht man tief im Herzen von Arkansas tatsächlich einen Mischmasch aus englisch, französisch und deutsch?

Danke für jede Erhellung!

Gruß
Helena

Hallo,

ersatz ist ein deutsches Lehnwort im Englischen, ähnlich wie angst, kindergarten, rucksack, abseil uvm. Das ist kein spezieller Dialekt in Arkansas.

Vielleicht gibst Du mal ein paar Beispiele für französische Worte, die vorkommen, damit man sich ein Bild machen kann, ob die spezifisch für die Region oder generell verbreitet sind.

Zum Dialekt der Ozarks:
http://www.rootsweb.com/%7Emostone/fun/slang.htm

http://web.umr.edu/~cwatkin/ozarks/ozarks.htm

Gruß,

Myriam

Hi Helena,

Arkansas und Mississippi und Louisiana -
guck dir mal die Landkarte an. New Orleans, Baton Rouge,
Lafayette in Louisiana, Fayetteville (gibt’s übrigens in
anderen Südstaaten mehrere), Dermott, Gillett, Servier (county),
Lafayette (county), Dardanelle in Arkansas (dort gibt’s
übrigens auch einen kleinen Ort, der Helena heißt (wie
auch die Hauptstadt des Staates Montana :wink: ).
Der kanadischen Grenze zu, gibt es vergleichbare
französische Einflüsse (Pierre ist die Hauptstadt von
South Dakota).

Da dort viele französische Siedler lebten haben sich
französische Sprachen entwickelt, nämlich Patois und
Cajun. Wenn du den Film „No Mercy“ mit Kim
Bassinger und Richard Gere mal gesehen hast (Jeroen Krabbe,
der holländische Schauspieler spielt auch mit), erinnerst
du dich vielleicht: Kim Basinger spielt eine Frau, die
in den Sümpfen um New Orleans groß geworden ist, und
als Mädchen nur französisch (bzw. den dortigen französischen
Dialekt) sprach.

Grüße
Elke

Hi Myriam,

das einzige was ich jetzt behalten hatte (weils so oft vorkommt) ist das Wort neé (geborene). Die anderen habe ich einfach überlesen bzw. vergessen. Muss nochmal nachwühlen (habe mir keine Markierungen im Buch gemacht).

Ersatz ist ein normales Wort im amerikanischen??? Kindergarten, Rucksack kannte ich, aber auch Angst???

Woher kommt das? Ist ja nicht so das die deutschen Einwanderer solch einen bleibenden Eindruck hinterliessen, oder Ramstein die Lieblingsband aller Amerikaner ist.

Ich schaue die weiteren Worte nach und maile sie dir am besten, wenn es dich interessiert. Das Buch das ich gerade lese nennt sich: O Little Town Maggody. Die Autorin lebt hier: http://www.accessfayetteville.org/

Gruß
Helena

Hi Elke,

das mit der französischen Sprache war mir bewußt. Ich kenne den Film mit Kim Basinger und auch im Film „The Skeleton Key“, wird die verhuschte Kate Hudson mit einem Tankstellenbesitzer konfrontiert, der einen harten franz. Dialekt spricht.

Ich dachte nur nicht das ausser Kindergarten, Rucksack und Stau (Stau als Lehnwort aus dem deutschen ist meiner Bekannten aus Caliifornien völlig unbekannt gewesen) auch sowas wie „Eratz“ normal ist in USA.

Komischerweise kann ich diese Arkansas Hillbilly Dialekte im Buch recht gut „lesen“ und verstehen. Ich nehme an (dank der Links von Myriam) weil dieser Dialekt sich wohl noch am „alten englisch“ orientiert - auch grammatikalisch. Ich verstehe z.B. auch die Diaries von Samuel Pepys besser, als so manch neue Erscheinung in englisch.

Gruß
Helena

das einzige was ich jetzt behalten hatte (weils so oft
vorkommt) ist das Wort neé (geborene).

Auch das ist normaler Sprachgebrauch. Dass es in der Gegend aber wirklich einen starken französischen/kreolischen Einfluss gibt, hat Elke ja schon erklärt.

Ersatz ist ein normales Wort im amerikanischen???
Kindergarten, Rucksack kannte ich, aber auch Angst???

Ich gehe mal davon aus, dass „ersatz“ evtl. nach dem 2. WK von den GIs mitgebracht wurde, Zichorienkaffee = ersatz coffee. Es ist kürzer als das englische „replacement“ oder „substitute“.

„angst“ entspreicht eher dem englischen „anxiety“ als „fear“. Ich könnte mir vorstellen, dass es mit Wissenschaftlern wie Freud ins Englische kam, die die vorhandenen Wörter nicht ganz ausreichend fanden, um die existenzielle Angst zu beschreiben.

Gruß,

Myriam

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Ich dachte nur nicht das ausser Kindergarten, Rucksack und
Stau (Stau als Lehnwort aus dem deutschen ist meiner Bekannten
aus Caliifornien völlig unbekannt gewesen) auch sowas wie
„Ersatz“ normal ist in USA.

Hier eine Seite, die sich mit deutschen Lehnwörtern im Englischen beschäftigt. Nicht alle sind natürlich im normalen Sprachgebrauch üblich.

http://germanenglishwords.com/

Gruß,

Myriam

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Hi Myriam, hi Helena,

das einzige was ich jetzt behalten hatte (weils so oft

vorkommt) ist das Wort neé (geborene).

Auch das ist normaler Sprachgebrauch.

Ja. Ich kenne kein anderes (kurzes) Wort für „geborene“.

Ersatz ist ein normales Wort im amerikanischen???
Kindergarten, Rucksack kannte ich, aber auch Angst???

Ich gehe mal davon aus, dass „ersatz“ evtl. nach dem 2. WK von
den GIs mitgebracht wurde, Zichorienkaffee = ersatz coffee. Es
ist kürzer als das englische „replacement“ oder „substitute“.

Ersatz kommt genau daher, nach dem 2. WK.
Selbst nach Südafrika gekommen und dort bekannt und benutzt.

„angst“ entspreicht eher dem englischen „anxiety“ als „fear“.

Als „populär psychologisches“ Konzept in (fast) aller
Munde. Präziser als „anxiety“ and „fear“, es geht um eine
undefinierte „Angst“, Angst als WEltsicht, existentiell.

Grüße
Elke

Hallo,

per se kann ich mir nicht vorstellen, dass es in Arkansas solch eine für den gesammten Staat charakteristische Sprache gibt, auch wenn ich nie dort war oder irgendwen von dort kenne.
Mir ist aber bekannt, dass es hier und da (insbesondere in ehem. Kolonieen) feste Verfechter von in Europa aufgegebenen Kulturgutes gibt. Ich tippe dennoch auf einen Zufall, auch wenn ich es nicht ganz genau sagen kann.

Ansonsten gibt es aber durchaus Wörder, die in den USA festen Einzug erhalten haben, e.g. „Zeitgeist“ oder „Wunderkind“.

Gruss,

Hi,
Some German words are taken (have been taken) back to UK by British soldiers and used there, sometimes not being known as German by their users.
I heard one soldier saying to his wife „Stop schimpfing!“ A fried sausage is often known as a „bratty“ and the village of Sichtigvor near here was known as „64“ .
Regards
John

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