Hallo Experten,
wie hat sich Amerika
zwischen 1790 und 1820 in Hinsicht auf
philosophische Lehren,
praktische Erfahrungen und
kulturellen Werten
weiterentwickelt ?
Danke, mfg
henri_007
Hallo Experten,
wie hat sich Amerika
zwischen 1790 und 1820 in Hinsicht auf
philosophische Lehren,
praktische Erfahrungen und
kulturellen Werten
weiterentwickelt ?
Danke, mfg
henri_007
Hallo Henri,
kuckstu hier: http://xroads.virginia.edu/~HYPER/ADAMS_HISTORY/cove…
Gruß,
Ralf
Hallo,
der Text, der Tychiades verlinkt wurde ist eigentlich shon recht ausführlich. Deswegen nur ein paar Zusätze, weil die Tendenzen der Entwicklung etwas im Meer der Fakten untergehen:
1.) Die Befölkerung wuchs. Das führte insbesondere mehr im Norden auch zum Wachstum der Städte. Auch wenn die USA sich gebietsmäßig ausdehnten (denn es waren noch nicht alle Staten, die es heute gibt damals dabei), blieb z.B. Virginia eines der Schwerpunktzentren für Besiedlung während sich z.B. New York bereits als Großstadt etablierte. Andere Staaten (z.B. Kentucky 1791) kamen hinzu, waren aber weitgehend Staten auf dem Papier wiel sie eben weitgehend unbesiedelt waren. Die ungeheure Weite solcher Bundesstaten sollte sich geistig als prägend erweisen, genau wie die Enge des Molochs New York. Noch heute ist die Kultur z.B. im mittleren Westen eine andere als in den Städten an der Ostküste.
2.) Politisch wurde aus dem losen Statenbund nach dem Unabhängigkeitskrieg ein Bund, also eben die USA. Damit verloren die Einzelstaten Rechte, die sie an eben den Bund abgaben. Das war allerdings nicht wirklich schmerzfrei und tatsächlich waren die Rechte der Bundesregierung (sprich Der Präsident und sein Kabinett) lange Zeit gegenüber den Staten extrem begrenzt. Aber das ging natürlich auch nach unten weiter in die Kommunalpolitik bzw die Counties.
Nun nimm das zusammen mit dem in der Bevölkerung anders als in Europa geartetem Demokratieverständnis. Denn das bildete sich aus der Situation nach dem Unabhängigkeitskrieg heraus. Bestimmte Teile der Verfassung sind geradezu sakrosankt. Natürlich hat sich gerade Amerika da in seiner Geschichte ein paar Probleme eingefangen indem einerseits westliche, also in einigen Grundzügen zunächst noch durchaus monarchistische Kultur war, aber andererseits bereits ein anderes Bewußtsein entwickelte. Und natürlich gab es auch immer wieder Dinge, die als Sachzwänge erfahren wurden. Beispielsweise die Sklavenfrage, die einerseits eine Frage der Constitution war, andererseits eine aus damaliger Sicht essentielle wirtschaftliche Frage. Hier bildete sich also bis 1820 bereits einer der Knackpunkte heraus, der später zum Bürgerkrieg führen würde. Nicht DER, aber EINER der Punkte, um das klarzustellen.
3.) Die Zeit von 1790 bis weit nach 1820 schuf auch den Pioniermythos. Denn es gab ja viele solcher Pioniere. Die USA dehnten sich sukzessive nach Westen aus. Nach Süden kamen ebenfalls neue Gebiete hinzu, aber die waren z.T. bereits vorher französisch besiedelt. Der Siedler, der nicht unbedingt Amerikaner sein musste sondern im Prinzip von überall stammen konnte, der herging und in die äußere Wildnis zog um entgegen allen natürlichen und menschlichen Widerständen etwas zu schaffen wurde Leitbild. Und seine Frau, die Pioniersfrau mit Kentucky-Rifle, Booze-Brenner hinter dem Haus und sechs Kindern wurde soziale Leitfigur (und sozusagen Grandma aller Rednecks). Aber es waren ja nicht nur Farmer, die in den Westen zogen. Da gab es Minenarbeiter, Jäger und nach kurzer Zeit so ziemlich alles, was die entstehenden Siedlungen benötigten. Vom Arzt bis zur Zeitung. Gerade die Zeitungen dieser Kleinsiedlungen hatten einen relativ starken Einfluß und so entstand auch eine künstlerische Zweiteilung. Selbst heute wirst Du einen Maler eher in New York oder Florida treffen, Schriftsteller sitzen eher in Arizona, Missouri, Louisanna, usw. Einzig die Musiker haben sich irgendwie über die ganzen USA gleichverteilt um erst wesentlich später ihre eigenen Ballungszentren je nach Art der Musik auszubilden.
Das nur mal als zusätzliche Anhaltspunkte. Die Zeit von 1790 bis 1820 hat in vielen Punkten das amerikanische Selbstverständnis geprägt. Es war die Zeit, in der man aus der Freiheit, die man gerade errungen hatte etwas machen musste. Die meisten Strukturen der USA stammen als in ihren Ursprüngen aus diesen Jahren, genauso wie etliche bis heute anhaltende Strömungen, auch wenn sie zum Teil erst viel später in Worte gefaßt wurden.
Gruß
Peter B.
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Vielen Dank fuer die Antworten.
henri_007
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