Amerikanisch: 'das Du anbieten..'?

Hallo,

immer wieder überlege ich mir, wie denn wohl der ursprüngliche Text im Englischen gelautet hat, wenn in einer deutschen Übersetzung (aus dem Amerikanischen) zum Beispiel steht: „am Ende bot er ihr sogar das Du an“. Weiß das jemand?

Viele Grüße,
Christiane

Hallo Christiane,

interessante Frage - vielleicht bot er ihr die Benutzung des Vornamens an? Wird zwar im heutigen Amerikanisch meistens sofort gemacht, aber vielleicht ist es ja ein älterer Text? Was anderes kann ich mir nicht vorstellen…

Gruß
Lisa

Hallo Lisa,

vielleicht bot er ihr die Benutzung des
Vornamens an?

Das war die einzige Idee, die ich auch schon hatte.

Wird zwar im heutigen Amerikanisch meistens
sofort gemacht, aber vielleicht ist es ja ein älterer Text?

Ich hätte nicht gefragt, wenn mir das nur einmal aufgefallen wäre. Aber innerhalb von wenigen Monaten ist’s mir nun das dritte Mal aufgefallen. Und alt ist der Text nicht, das letzte Mal hab ich’s in einem Buch von Nicholas Sparks (org. von 2001) gelesen.

Was anderes kann ich mir nicht vorstellen…

Hmm, welche Art von Vertraulichkeit gibt es, was irgendwie unserem „Du anbieten“ entsprechen könnte? Mir fällt immer noch nichts ein.

Viele Grüße,
Christiane

Hallo Christiane,

das Phänomen kenne ich auch! Hast du das zufällig in „Du bist nie allein“ gelesen? Dort ist es mir auch aufgefallen. Ich werde mal sehen, ob ich hier in der Stadtbücherei die englische Version davon bekommen kann. Vielleicht klärt sich das ganze ja dann.

Aber was mich fast noch mehr stört, ist, wenn der Übersetzer mehr oder weniger willkürlich mal „Du“ und mal „Sie“ als Anrede verwendet. Egal, ob man sich jetzt mit Vornamen anredet oder nicht.

Es wäre mal interessant, dazu die Meinung eines Übersetzers zu hören!

Viele Grüße,
Annegret

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Hi,

wäre schön, wenn das mit dem Vornamen die lösung wäre. am gezogenen Sprachregister merkt man aber trotzdem ganz deutlich, ob trotz angebotenen Vornamens eigentlich gesiezt oder doch geduzt wird.

Grüßle,

Susanne

Hallo Annegret,

das Phänomen kenne ich auch! Hast du das zufällig in „Du bist
nie allein“ gelesen?

Nein, ich hatte es in „Weg der Träume“ (org. „A Bend in the Road“) gelesen.

Ich
werde mal sehen, ob ich hier in der Stadtbücherei die
englische Version davon bekommen kann. Vielleicht klärt sich
das ganze ja dann.

Ich werd auch mal bei uns in der Bücherei schauen, ob ich da meine englische Version finde. Inzwischen bin ich neugierig…

Aber was mich fast noch mehr stört, ist, wenn der Übersetzer
mehr oder weniger willkürlich mal „Du“ und mal „Sie“ als
Anrede verwendet. Egal, ob man sich jetzt mit Vornamen anredet
oder nicht.

Oh ja, das kenne ich. Aber da gibt’s noch viel gröbere Schnitzer. Manchmal scheint der Übersetzer nebenbei Zeitung gelesen haben, zum Beispiel wenn er vollkommen „vergißt“, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt:wink:

Viele Grüße,
Christiane

‚You can say you to me Ronald‘, sagte Kohl SCNR oT

Hallo Christiane,
leider kenne ich keines der Buecher, die
ihr angebt, aber mir kam ein Gedanke -
vielleicht steht es in den Originaltexten gar
nicht.
Es ist aber fuer einen Uebersetzer von Englisch
nach Deutsch gerade die Handhabung von Siezen/Duzen
ein Problem. Irgendwann muss im Deutschen der
Umschwung kommen, wenn es eine „Kennlern-Geschichte“
ist. Wie macht man das sonst? Laesst man das
Sie ganz langsam ins Du uebergehen oder fuegt man
an einer sinnigen Stelle so einen Satz ein?
Vielleicht nicht die schlechteste Loesung.
Aber ein sehr gutes Beispiel, dass Uebersetzen nicht
nur heisst, Vokabeln zu kennen.

Gruesse
Elke

Auch wenn scheinbar nicht alle hier dieser Meinung sind:
Ganz klar, da es nur das YOU im Englischen gibt (und dies lässt sich auch bestätigen, wenn man Filme im Original sieht):

A: ‚blablabla, Mr Smith‘.
B: ‚Just call me John‘.

Das kommt häufig in amerikanischen Filmen vor.
Über Amerika kann ich kein Urteil bilden, aber in Irland und England ist es in Wirklichkeit oft so, dass sich die Leute von vornherein mit dem Vornamen vorstellen. Es sei denn, wir sind unter sehr vornehmen Leuten, dem Vorstand einer Firma, oder was weiss ich. Oder in der Schule. Aber selbst an der Uni haben wir zumindest (IRL) alle Profs nur mit Vornamen angesprochen.

Gruss,
Isabel

Hallo Isabel,
was du schreibst, stimmt schon (in Suedafrika
ist es nicht der Fall, aber fuer US kann ich es
bestaetigen). Aber hier liegt ja der Hase
im Pfeffer.
Stell dir eine Liebesgeschichte vor: zwei treffen
sich auf der Arbeit, John and Jane. Sie treffen sich
erst als Angestellte verschiedener Firmen, dann
auf einer gemeinsamen Schulung. Dann geht man einen
trinken. Dann gehen sie zusammen nachhause und landen
im Bett. Oder so aehnlich. Kein Problem im Englischen.
Wenn das ganze jetzt aber uebersetzt wird - wo wird dann
aus Ms Myers und Mr McKay Jane und John? Irgendwo muss
der Uebersetzer den Sprung schaffen. Mhm…

Gruesse
Elke

Hi Elke,
klar, das wollte ich auch nicht bestreiten, dass der Fall vorkommen könnte, wo man das Intimerwerden von zwei Leuten auf diese Art darstellen könnte.

Es ging mir nicht ums Übersetzen, sondern um die Handhabung im Englischen.

Lieben Gruss,
Isabel

Hallo, Isabel,
diese Übung ist aber erst in den letzten Jahrzehnten so eingerissen. ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass es einer näheren Bekanntschaft bedurfte „to get on a first name basis“.
Gruß
Eckard