Amerikanische Bank schickt zu viel Geld

Angenommen ein Mensch hat ein Aktiendepot bei einer amerikanischen Bank. Er verkauft Aktien und will das Geld dafür auf sein Girokonto in Deutschland überwiesen bekommen. Dazu muss der Verkaufserlös (in $) in € umgetauscht werden. Das kostet natürlich Gebühren. Der Wechselkurs ist auch unklar.
Aber das Geld kommt nicht. Als er über Internet auf seinem Konto bei der amerikanischen Bank nachschaut, ist dort ein Betrag (in $) gut geschrieben, der ihm viel zu hoch erscheint. Telefonisch fragt er bei der Bank nach, ob das korrekt sei, und bekommt die Auskunft, „Yes Sir!“. Er erfährt, daß er das Geld aus dem Aktienverkauf nochmal explizit anfordern muss, damit es nach Deutschland transferiert wird. Er fordert den gesamten Betrag an und bekommt das Geld auch nach ein paar Tagen überwiesen.

Nun die Frage: Muss er das Geld zurrück geben, wenn die Bank ihren Fehler bemerkt? Schließlich hat er nachgefragt, ob der gut geschriebene Betrag (Cash available) korrekt sei. Verstößt es gegen irgend ein Gesetz das Geld nicht zurück zu geben?

Was meint ihr dazu?

LG, Thomas.

Hallo,

Nun die Frage: Muss er das Geld zurrück geben, wenn die Bank
ihren Fehler bemerkt? Schließlich hat er nachgefragt, ob der
gut geschriebene Betrag (Cash available) korrekt sei. Verstößt
es gegen irgend ein Gesetz das Geld nicht zurück zu geben?

Was meint ihr dazu?

ich nehme an, daß Du Dir über die moralischen Aspekte im Klaren bist und Dich nur die rechtliche Situation informieren möchtest.

Mal lesen:
http://bundesrecht.juris.de/bgb/BJNR001950896.html#B…

Gruß
Christian

Hi,

ich nehme an, daß Du Dir über die moralischen Aspekte im
Klaren bist und Dich nur die rechtliche Situation informieren
möchtest.

seit wann haben moralische Aspekte im Geschäftleben mit Banken eine Relevanz? SCNR

TM

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Hallo,

ich nehme an, daß Du Dir über die moralischen Aspekte im
Klaren bist und Dich nur die rechtliche Situation informieren
möchtest.

seit wann haben moralische Aspekte im Geschäftleben mit Banken
eine Relevanz? SCNR

ich nehme an, daß ich dieses Zitat verwenden darf, wenn einem Kreditinstitut irgendwann mal unmoralisches Verhalten vorgeworfen wird. NSASCHR

Gruß
Christian

Hallo,

seit wann haben moralische Aspekte im Geschäftleben mit Banken
eine Relevanz? SCNR

ich nehme an, daß ich dieses Zitat verwenden darf, wenn einem
Kreditinstitut irgendwann mal unmoralisches Verhalten
vorgeworfen wird. NSASCHR

aber sicher doch.
Stimmt doch auch. Da gelten andere Spielregeln als Moral. Ich denke Moralaspekte sind nicht einkalkuliert und kann sich ein KI wohl kaum (bzw. nur in gewissen Maße)leisten.
Und weil das eben so ist, werden KI auch oft als skrupellos empfunden. Dieser Vorwurf kommt sicher häufig. Die Spielregeln sind eben gnadenlos.

Ich versehe deinen Hinweis auf Moral eben nicht, denn es passt nicht! Wie du ja selbst betonst, sollte man derlei Vorwürfe auch von Banken fernhalten. Gleichzeitig zeigst du aber mit dem Finger auf den Verbraucher. Wenn du mit Moral in Bankgeschäften anfängst, musst du doch mit so einer Bemerkung rechnen :wink:

Was bedeutet NSASCHR? Habe das nirgends gefunden. Die Abkürzung kenne ich noch nicht.

TM

Hallo,

Mal lesen:
http://bundesrecht.juris.de/bgb/BJNR001950896.html#B…

so ist die Rechtslage in Deutschland, aber gilt hier nicht US-Recht?

Cu Rene

Hallo,

seit wann haben moralische Aspekte im Geschäftleben mit Banken
eine Relevanz? SCNR

ich nehme an, daß ich dieses Zitat verwenden darf, wenn einem
Kreditinstitut irgendwann mal unmoralisches Verhalten
vorgeworfen wird. NSASCHR

aber sicher doch.
Stimmt doch auch. Da gelten andere Spielregeln als Moral.

das sehe ich persönlich anders. Unmoralisches oder unethisches Verhalten rächt sich, gerade in der Branche. Allerdings muß man dazu auch sagen, daß nicht alles, was dem Kunden nicht paßt, unethisch ist. In den allermeisten Fällen hat das, was als Bosheit oder Unfairness des Kreditinstituts ausgelegt wird, seine Ursache in Mißverständnissen oder mangelnder Vertragskenntnis des Kunden (so kommt der Kunde häufig seinen Pflichten nicht nach, zu denen es auch gehört, Adreßänderungen mitzuteilen. Anschließend wird sich dann über die Gebühren für Adreßrecherche beschwert.)

Ich
denke Moralaspekte sind nicht einkalkuliert und kann sich ein
KI wohl kaum (bzw. nur in gewissen Maße)leisten.

Ich persönlich bin genau der gegenteiligen Ansicht. Dieses Geschäft lebt von Vertrauen und wer Vertrauen verliert, verliert auch schnell seine Existenz. Die aktuelle Krise ist das beste Beispiel dafür. Vertrauen kann man auch dadurch verspielen, daß man sich unethisch verhält. Darüber mag der eine oder andere Geschäftspartner hinwegsehen, der möglicherweise genauso fragwürdig agiert, aber im großen und ganzen schlägt unethisches Verhalten auf den Verursacher zurück.

Ich versehe deinen Hinweis auf Moral eben nicht, denn es passt
nicht! Wie du ja selbst betonst, sollte man derlei Vorwürfe
auch von Banken fernhalten. Gleichzeitig zeigst du aber mit
dem Finger auf den Verbraucher. Wenn du mit Moral in
Bankgeschäften anfängst, musst du doch mit so einer Bemerkung
rechnen :wink:

Wenn man Geld erhält, das einem nicht zusteht, sollte es ein Reflex sein, dieses dem Berechtigten zurückzugeben. Da gibt es sicherlich eine Grauzone, bspw. wenn man im Supermarkt schon oft genug an der Kasse beschissen wurde oder schon mehrfach Ware kaufte, die schon zuhause vergammelt war, mag man die zwei Euro behalten, um die sich die Kassiererin vertan hat. Aber die Frage, die hier übrigens oft genug auftaucht, ob man Geld das einem irrtümlicherweise überwiesen, zurückgeben muß, finde ich schon sehr bedenklich.

Was bedeutet NSASCHR?

Not sorry and surely could have resisted

Die
Abkürzung kenne ich noch nicht.

Kein Wunder :smile:

Hallo,

http://bundesrecht.juris.de/bgb/BJNR001950896.html#B…

so ist die Rechtslage in Deutschland, aber gilt hier nicht
US-Recht?

der Gedanke kam mir durchaus auch. Nun schließt das BGB nicht aus, daß ein (Sitz)Ausländer einen Anspruch geltend macht. Darüber hinaus stellt sich die Frage nach dem Gerichtstand und damit dem anwendbaren Recht. Üblicherweise ist der Gerichtstand der Wohnsitz desjenigen dort, der verklagt wird, wenn vertraglich nichts anderes ausbedungen wurde oder ein Gesetz anderes vorsieht. Auch würde ich über Art. 28 EGBGB argumentieren wollen, aber dazu sollen sich abschließend andere äußern.

So oder so halte ich es für unwahrscheinlich, daß das US-Recht vorsieht, daß man Geld, das einem nicht gehört (und von dem man das weiß) und das man ohne rechtlichen Grund erlangt hat, einfach mal behalten kann.

Gruß
Christian

Hallo,

Ich persönlich bin genau der gegenteiligen Ansicht. Dieses
Geschäft lebt von Vertrauen und wer Vertrauen verliert,
verliert auch schnell seine Existenz. Die aktuelle Krise ist
das beste Beispiel dafür. Vertrauen kann man auch dadurch
verspielen, daß man sich unethisch verhält. Darüber mag der
eine oder andere Geschäftspartner hinwegsehen, der
möglicherweise genauso fragwürdig agiert, aber im großen und
ganzen schlägt unethisches Verhalten auf den Verursacher
zurück.

So sieht es aus. Mein Bemerkung kam nur, weil du den moralischen Zeigefinger gehoben hast und eben Finanzmärkte oft weit entfernt sind von Moral und Ethik.

Da gibt es
sicherlich eine Grauzone, bspw. wenn man im Supermarkt schon
oft genug an der Kasse beschissen wurde oder schon mehrfach
Ware kaufte, die schon zuhause vergammelt war,

meinen Ungunsten verrechnen.

soll natürlich Gunsten heißen :wink: Oder zu ihren Ungunsten.

So sieht es aus. Mein Bemerkung kam nur, weil du den
moralischen Zeigefinger gehoben hast und eben Finanzmärkte oft
weit entfernt sind von Moral und Ethik.

Da will ich gar nicht mal widersprechen. Ich sehe derzeit mehr unmoralisches und unethisches als mir lieb ist. Dennoch oder gerade deswegen finde ich es für mich wichtig, meinen Anspruch an mich selbst durchzuhalten.

mag man die
zwei Euro behalten, um die sich die Kassiererin vertan hat.

Genau das finde ich persönlich ein schlechtes Beispiel. Da
trifft es nämlich evtl. eine einzelne unschuldige Person, die
für das Manko evtl. aufkommen muss, oder ihren Job verliert,
wenn das öfters vorkommt.
Bei Banken, wo einige sicher genug Dreck am Stecken haben und
teilweise „schmutziges“ Geld verdienen, habe ich echt keine
Skrupel, wenn die sich zu meinen Ungunsten verrechnen. Ist
doch ihr Geschäft. Eben Pech gahabt, dann sollen sie eben
besser aufpassen. Es trifft keine Armen :wink:

Hm, im einen Fall personifizierst Du das Problem und andererseits gehst Du davon aus, daß die Kreditinstitute ein Eigenleben haben - als Institution handeln. Meinst Du, der Mitarbeiter, der den Fehler, um den es hier geht, wird gelobt und befördert? Gerade in den USA wird ein Mitarbeiter von jetzt auf gleich vor die Tür gesetzt. Und dieser Mitarbeiter im Zahlungsverkehr oder der Wertpapierabwicklung hat mit den fragwürdigen Geschäften, die heute erhebliche Folgen haben, mit absoluter Sicherheit nichts zu tun (gehabt).

Aber die Frage, die hier übrigens oft genug auftaucht, ob man
Geld das einem irrtümlicherweise überwiesen, zurückgeben muß,
finde ich schon sehr bedenklich.

Vom Grundprinzip her gebe ich dir da völlig Recht!
Aber da habe ich eben hin und wieder eine Doppelmoral. Besagte
Grauzone eben, und mit Banken habe ich das geringste Mitleid
oder moralische Bedenken, wenn die zu blöd zum Rechnen sind.

Ein Kreditinstitut verrechnet sich nicht, sondern nur Mitarbeiter oder Programme, die von Mitarbeitern bedient werden.

Gruß
Christian

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Hm, im einen Fall personifizierst Du das Problem und
andererseits gehst Du davon aus, daß die Kreditinstitute ein
Eigenleben haben - als Institution handeln.

1:0 für dich.
Ich gebe ja zu, dass ich in einigen Bereichen eine Doppelmoral habe. Und beim Finanzmarkt/Banken überwiegen eben meine negativen die positiven Aspekte, die ich bei derlei Unternehmen assoziiere.

Meinst Du, der
Mitarbeiter, der den Fehler, um den es hier geht, wird gelobt
und befördert? Gerade in den USA wird ein Mitarbeiter von
jetzt auf gleich vor die Tür gesetzt. Und dieser Mitarbeiter
im Zahlungsverkehr oder der Wertpapierabwicklung hat mit den
fragwürdigen Geschäften, die heute erhebliche Folgen haben,
mit absoluter Sicherheit nichts zu tun (gehabt).

Unterschied mag auch daran liegen, dass die Kassiererin halt greifbar ist, eine Überweisung aber nicht. Das nur so als psychischen Effekt und faule Ausrede :wink:

Ein Kreditinstitut verrechnet sich nicht, sondern nur
Mitarbeiter oder Programme, die von Mitarbeitern bedient
werden.

Stimmt, trotzdem juckt mich das einfach weniger, wenn ich mitbekomme es rifft eine Bank. Auch wenn es moralisch nicht korrekt ist. Es ist aber einfach so. Doppelmoral eben.

Jedenfalls verstehe ich es, die Bank nicht mit der Nase auf ihren Fehler zu stoßen.
Generell fühle ich mich nicht wohl bei dem Gedanken etwas zu bekommen, was mir nicht zusteht. Hat bei mir „esoterische“ Gründe.

Aktuell habe ich das Problem, dass mir Paypal ein paar Cents überwiesen hat und ich nun geneigt bin, das zurückzuüberweisen. Aber das verursacht im Prinzip mehr Kosten, als die Beträge wert sind. Wahrscheinlich schreibe ich die einfach an und frage.

Jedenfalls würde ich jemanden, der sich Geld von einer Bank einstreicht weniger verurteilen, als einen, der seinen Kumpel oder arme kleine Leute übervorteilt. Doppelmoral eben.

TM