Hi!
Ich habe in der Zeitung gelesen:
„Den Bemühungen von VW, Dieselantriebe in den USA populär zu
machen,
begleiten Experten, US- Verbraucher und Politik ehr mit
Skepsis“
Der Diesel gilt in den USA landläufig als unkomfortabel und stinkig. Letzteres stimmt ja nun auch, ich kann mit diesen Dieslkisten ohne Rußfilter auch nichts anfangen, v.a. wenn ich in einem Auto ohne Aktivkohlefilter fahre.
Ferner mögen die Amis lieber großvolumige Motoren mit satten Leistungsreserven. Die überzüchteten, kleinen VW Diesel sind den Amerikanern im Hinblick auf Zuverlässigkeit und Haltbarkeit suspekt. Auch dies ist nachvollziehbar, man sehe sich das Thema VW und Luftmengenmesser oder BMW und Turbolader an. Von den nagelnden Mercedes 4 und 5 Zylindern nicht zu sprechen, die sind zwar haltbar, aber von der Geräuschkulisse her unzumutbar.
Es geht hierbei um PKW und Geländewagen.
Bei den Geländewagen gab es in den USA in den letzten Jahren ein verstärktes Interesse für großvolumige Diesel. Diese passen in ihrer Charakteristik auch gut zu dieser Fahrzeuggattung und der Benzinverbrauch ist auch in den USA mittlerweile ein Thema.
Nun konkurriert der Diesel jedoch mit den Benzinhybriden (Lexus R 400), die ein noch höheres Drehmoment bieten, dabei jedoch im verbrauch sparsam genug sind und nicht stinken.
Was für Probleme haben die denn mit Dieselautos ?
Und was hat die Politik damit zu tun ?
Die Politik propagiert „low emission“. Auch ein Diesel mit Oxi-Kat passt keineswegs zu dieser Philosophie.
(Dort haben die Politiker wohl Nebenjob`s bei der
Ölindustrie?)
Das auch.
Das Problem liegt allerdings eher im Desinteresse an sparsamen Autos generell. Erst seit 5-8 Jahren (meinem Empfinden nach) interessiert man sich in den USA für sparsamere Autos, setzt aber eher auf Benzinhybride oder eben modernere Motorenkonstellationen (Chevy 4-Zylinder von Opel, Northstar V8, neue Chrysler Hemi V8). Der Toyota Prius z.B. ist gerade „voll hip“ in Californien und bereitet den Weg für diese Fahrzeuggattung.
Ein Kollege von mir in Boston fährt schon länger Mercedes Diesel, er liebt die hohen Reichweiten. Das Tankstellennetz in kleineren Städten ist jedoch oft etwas dünn. Mittlerweile gibt es Navi-Software, die Diesel-Tankstellen anzeigt, also kein Problem mehr.
Das führt uns zu einem weiteren Punkt: die Ostküsten-Amis sind eher offen für Trends aus Europa. Deshalb gibt es dort auch einige Audi TDIs, Mercedes CDIs und BMW ds. Auf die gesamten USA umgelegt ist der Anteil dieser Autos jedoch verschwindend gering.
Hinzu kommt, dass aktuell ein Patriotismus-Trend in den USA zu spüren ist, d.h. man kauft lieber US-Produkte. Und die sind nunmal nicht für ihre Dieseltechnologie berühmt.
Grüße,
Mathias