Amineurin und Tavor

Hallo Experten,

beide Medikamente wurden einer 72jährigen Frau nach plötzlich auftretenden nächtlichen Panikattacken, verbunden mit Herzrasen verschrieben, Einnahmedauer (1 Tablette je morgens und abends) zunächst auf vier Wochen begrenzt.

Sie wird als suizidgefährdet eingestuft, ein Suizidversuch im Alter von ca. 48-50 Jahren wurde bereits verübt.

Untersuchungen haben ergeben, daß der Puls auch im Ruhezustand bei 100 liegt.

Wer kann etwas zu Wirkungsweise bzw. Nebenwirkungen der o.g. Medikamente sagen?

Vielen Dank vorab!

Grüsse
Diana

Tavor
Hallo Diana!

Tavor gehört zu den Benzodiazepinen.
Benzodiazepine wirken alle gleich. Für sie gibt es an den Nervenzellen im zentralen Nervensystem spezielle Bindungsstellen. Wenn dort ein B. andockt, verstärkt sich die Wirkung des körpereigenen Botenstoffs Gammaaminobuttersäure (GABA). GABA hemmt die Aktivität von Nervenzellen und wirkt so dem Gefühl von Angst entgegen. Zusätzlich mindern B. die bewußte Wahrnehmung und die Intensität von Gefühlen, sie verringern die innere Spannung und dämpfen Aggressionen. Sie wirken schlafanstoßend, entspannen die Muskeln und lösen Krämpfe.
Wenn man ein solches Mittel eingenommen hat, ist man ruhig und entspannt. Vor allem nach höheren Dosierungen lebt man wie „auf Watte“. Was um den Menschen herum geschieht, nimmt man nur noch entfernt wahr. Es geht ihn alles nichts mehr an.

Amineurin folgt!

Gruß Max

Amineurin
Hallo Diana!

Amineurin gehört zu den Trizyklischen Antidepressiva.
Sie hellen die Stimmung auf, steigern den Antrieb und mildern Angst und Unruhe.
Amineurin dämpft außerdem in unterschiedlichem Maße die Lebensäußerungen. Diese Dämpfung tritt schneller ein als die Stimmungsaufhellung und bremst so die Bereitschaft, wieder aktiv zu werden.
Zu Beginn der Therapie könnte das nämlich dazu führen, daß die Kranken, deren Stimmung immer noch depressiv ist, nun genug Entschlußkraft entwickeln, um sich tatsächlich umzubringen.

Gruß Max.