Amokläufer, Psychotherapie und die Presse

Hallo,

ich wollte mal hören, wie Ihr darüber denkt. Gestern habe ich die Schlagzeile einer großen deutschen Tageszeitung gelesen. Die hiess irgendwas wie „Amokläufer war in Psychotherapie“. Das hätte in meinen Augen wunderbar zu der etwas reisserischen Zeitung mit vier Buchstaben gepasst. Es war aber eine andere, wohl eher zu den seriösen Zeitungen gehörenden.

Vielleicht auch, weil ich selber schon mal den Anlauf zu einer Psychotherapie gestartet habe, fand ich diese Schlagzeile selten daneben. In den letzten Jahren erst ist mir positiv aufgefallen, dass Bekannte fast nebenbei aber wie selbstverständlich erwähnten, dass sie zum Psychotherapeuten gehen. Ähnlich ala „ich gehe jetzt zum Fußballtraining“. Zumindest für mein Gefühl bekamen die psychologischen Erkrankungen auch so langsam ihren offiziellen Platz in der Gesellschaft und es wurde / wird nicht immer gleich mit dem Finger gezeigt.

Und nun das. Für mich klingt da immer ein Umkehrschluss „Alle in Psychotherapie befindlichen Personen sind besonders gefährdet Amok zu laufen?“ mit? Ich finde es krass. Vielleicht hätte eine Psychotherapie das Ding auch verhindern können. Vielleicht.

Besonders sensibel fand ich die Schlagzeile nun nicht. Außerdem scheint sie, nach heutiger Pressemitteilung, auch noch falsch zu sein… Wie seht Ihr das?

VG
Monroe

Hi
Die Boulevard-Presse hatte schon immer ein unsolides Verhältnis zur Psychotherapie. Sie bedienen auch gerne die alten Vorurteile der ungebildeten Masse diesbezüglich bzw. sie arbeiten oder spielen gern mit denselben.
Gruß,
Branden

die Presse sucht sich ihre Sensationen
Guten Abend,

ja super, ne?

ein Jugendlicher, der angeblich wegen Depressionen in psychologischer Behandlung ist… gaaaaanz schlimm.

Als erstes hab ich mich allerdings gefragt, was das für ne „Behandlung“ gewesen sein soll, bei ganzen 5 Terminen in 6 Monaten. Also ich kenn das anders. Und dass der Leiter der Klinik nach den paar Terminen auch nicht absehen konnte, dass der Junge aggressiv ist, find ich nicht wirklich beeindruckend. Vermutlich kannte er und der Therapeut den Jungen genauso wenig wie alle anderen bisher befragten Personen (was ich ziemlich erschreckend finde).

Von daher wundert mich nicht - auch natürlich mit dem Hintergrund der reißerischen Headlines - dass der Anwalt der Eltern genau dieses nun dementiert.

Aber dieser Amoklauf ruft jetzt den üblichen Aktionismus, inklusive Verurteilung von diversen psychischen Problemen, kurzzeitig auf den Plan. Vermutlich spricht in 5-6 Monaten niemand mehr darüber. Nur noch zum Jahrestag oder beim nächsten Unglück.

Wir leben in einer kranken Gesellschaft und ebenso krank ist die Presse - denke ich.

Aber auch die Boulevardpresse wird ihre psychologischen Ratgeber haben, ich frage mich nur, was sie mit dieser absurden und vor allem so gar nicht hilfreichen Stimmungsmache erreichen wollen.

Können wir das ändern?

Gruß
Demenzia

Hallo Branden,

das stimmt natürlich - aber es ging hier nicht um ein Boulevardblatt, sondern um eine mit wahrscheinlich weniger Farben und Fotos.

Reporter von Tageszeitungen sind nicht in erster Linie dazu da einen Sachverhalt wissenschaftlich, analytisch und objektiv darzustellen - sonst wären sie Autoren von Sachbüchern oder Fachbüchern.
Jeder Text, der länger als eine Spalte ist trägt eine Meinung wieder und dient die Neugier des Lesers zu befriedigen (und die Auflage zu erhöhen).

Nach dem (und es ist nicht sehr viel) was ich über Amokläufer weiss, so beschränkt es sich auf männliche Täter und ist in erster Linie ein Selbstmord (erweiterter Selbstmord). Der Auslöser kann augenscheinlich gewesen sein, so dass man die ihm nahe stehenden Personen vorwerfen könnte sie haben nicht sensibel die Zeichen gesehen und die Kommunikation gesucht. Es kann aber auch etwas banales gewesen sein und führte zur Tat weil der Täter zuvor einen unbemerkte seelische Entwicklung durchgemacht hat (sich nicht geliebt fühlen, nicht verstanden u.ä.).

Der Täter soll eine Psychotherapie gemacht haben! Der Therapeut ist schuld! Er hat nichts gemerkt! Das ist es was die Öffentlichkeit will: einen Schuldigen finden (den Täter kann man nicht zur Rechenschaft ziehen, denn er ist erstens schon tot und zweitens war er ja krank, sonst wäre er nicht beim Therapeuten). Ein Therapeut, der freiwillig aufgesucht wird nimmt sich den Konflikten des Klienten an - zunächst ohne sie zu bewerten und sein Ziel ist es einen mit sich zufriedenen Menschen vor sich zu haben. Seine Informationen zum Klienten bekommt er nur vom Klienten selbst, er verabreicht keine Medikamente und kann auch nicht krankschreiben - die Mittel und Zwecke sind also sehr klar abgegrenzt zum medizinischen Psychiater. Wissen wir warum er einen Therapeuten aufgesucht hat und wissen wir wie lange er die Therapie gemacht hat?

Eigentlich kann jeder unter bestimmten Bedingungen ein potenzieller Amokläufer werden. Sucht man einen Schuldigen, dann ist es die Geschichte des Täters, sein inneres Erleben seiner Umwelt, seine Unfähigkeit sich mit dieser auseinanderzusetzen und auch die Gesellschaft an sich, die es dieser Person nicht möglich gemacht hat zu sich finden.

Viele Grüße

1 „Gefällt mir“

Sorry falls OT…
Fällt mir, assoziiert, erstmal nur eins ein…

Jan Delay mit „Kirchturmkandidaten“…unbedingt mal reinhören. Gibt aber ulkiger Weise keinen Link, mhhh warum nur…

Ich finds zum brechen wie sich die Medien, nicht nur TV und Radio:smile:, „wiedermal“ auf dieses Thema stürzen. Wo zum Geier ist das Problem? Der Typ hatte Probleme um die sich keiner kümmern wollte. Die Opfer haben jetz ein Probleme um die sich keiner kümmern wird. Und wir machen es uns jetzt auch noch zu unserem Problem!?! Nennt man wohl Kettenreaktion in einer „Kettenfreien Gesellschaft“…

Naja, wenn man davon ausgeht das es „normal“ ist oder wird und alle paar Jahre ruhig mal passieren kann, ist es das wohl. Was ich mich frage ist, wird es jetz wohl eine Hitliste geben? Oder schon ne TV Show? Germanys next Superkiller?

So, nich nur Pressefreiheit, sonder mal Meinungsfreiheit…

Mal gespannt sein.

XX

Hi,

Besonders sensibel fand ich die Schlagzeile nun nicht.

Zeitungen werden auch nicht gemacht um Menschen glücklich zu machen sondern um verkauft zu werden. Und da die größere Masse ihre Vorurteile gerne bestätigt haben will, steht da eben drin, dass der Typ ein Psycho war. Stell dir vor da stände stattdessen: „Amok-Mörder bekam Todespistole vom Vater (Waffennarr)“. Das will keiner lesen…

Vielleicht wars in deiner Zeitung auch nur ein Ausrutscher, oder aber der Beginn einer Neuausrichtung.
Die „Wahrheit“ ist auch einfach viel zu lang für eine Schlagzeile, grade bei äußerst komplexen Zusammenhängen. Aber irgendwas MUSS ja drüber stehen.

VG,
J~

Hi,

Von daher wundert mich nicht - auch natürlich mit dem
Hintergrund der reißerischen Headlines - dass der Anwalt der
Eltern genau dieses nun dementiert.

vielleicht denkt der Vater, dass der Staatsanwalt/die Öffentlichkeit ihm eine Mitschuld ankreiden kann wenn er hätten wissen können, das sein Sohn eine „Psycho“ war. Wenn es dafür keine Anzeichen gab und einige verbreiten ja die Meinung von einem total normalen Jugendlichen, dann hätte der Vater, so denkt er vielleicht, es mit seinen Waffen auch nicht soo wahnsinnig genau nehmen müssen und entgeht so einer Strafe.

Aber auch die Boulevardpresse wird ihre psychologischen
Ratgeber haben, ich frage mich nur, was sie mit dieser
absurden und vor allem so gar nicht hilfreichen Stimmungsmache
erreichen wollen.

Geld verdienen? Wozu braucht denn die Boulevardpresse Psychologische Berater? Doch nur, damit sie mit deren Fachtitel einen glaubwürdigen Anschein erwecken kann.

Können wir das ändern?

Andere Zeitung kaufen oder gar keine?

VG,
J~

Link und Bestätigung
Hi nochmal,

vielleicht denkt der Vater, dass der Staatsanwalt/die
Öffentlichkeit ihm eine Mitschuld ankreiden kann wenn er
hätten wissen können, das sein Sohn eine „Psycho“ war.

hab offenbar recht gehabt mit meiner Vermutung woher der Wind weht. Geht darum, dass sich der Vater „reinwäscht“:

„Hintergrund (…) könnten mögliche Ermittlungen gegen den Vater von Tim K. sein,
(…)
Sollte jedoch bei seinem Sohn eine Gefährdung vorhanden gewesen sein, könnte gegen den Vater wegen fahrlässiger Tötung ermittelt werden“

http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/…

J~

Die Kinder von bessergestellten Depressiven bekommen einen Platz zur Psychoanalyse, die nicht so begünstigten Depressiven kommen in die Psychiatrie.
MfG George

In einer Zeit wo die Medien der Welt nur noch von ein paar Nachrichtenagenturen mit den zu interessierenden Meldungen und den dazu gehörenden Kommentaren versorgt werden um von den eigentlichen Problemen wie Arbeitslosigkeit, ethnische Säuberungen, Verfassungsänderungen oder mangelnde Bildung in den Schulen und journalistischen Kreisen abzulenken; benötigt man eben immer eine Bevölkerungsgruppe die sich kaum wehren und somit beschuldigen kann!
Bereits in den 20er Jahren des letzten Jahrtausends hatten bedeutene Pharmakologen und Mediziner gefordert an Geisteskranken Tests mit Tuberkulose - oder Pockenviren durchzuführen damit man neue Medikamente entwickeln könne.
Viele dieser merkwürdigen Ärzte und Pharmazeuten gingen später( nach Machtergreifung der Faschisten ) in die USA oder durften in den KZ`s
selber als Opfer oder Täter; als Probanden oder Gelehrte Tests durchführen… .
MFG George

Hallo,

Besonders sensibel fand ich die Schlagzeile nun nicht.
Außerdem scheint sie, nach heutiger Pressemitteilung, auch
noch falsch zu sein…

Zuerst einmal sei festgehalten, dass die ermittelnde Staatsanwaltschaft diese Nachrichten über die Medien verbreitete, die Presse bedient sich daher nicht, wie vanBranden es so nett ausdrückte, der alten Vorurteile der ungebildeten Masse.

Die Mitteilung ist hinsichtlich der unpräzisen Angaben der Staatsanwaltschaft in der Öffentlichkeit und der daraus resultierenden strafrechtlichen Folgen für die Eltern ungeklärt. Psychotherapie als anhaltende Therapie oder einige ambulante Behandlungen?
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,613352,…

Und nun das. Für mich klingt da immer ein Umkehrschluss „Alle
in Psychotherapie befindlichen Personen sind besonders
gefährdet Amok zu laufen?“ mit?

Man kann es so oder so lesen. Die Eltern erfahren es gerade am eigenen Leib. Sie werden bereits als Verantwortliche und der Mittäterschaft schuldig gehandelt. Sie alleine, die Klinik arbeitet hingegen hervorragend mit der Staatsanwaltschaft zusammen.

Ich finde es krass.

Ich betrachte diesen Vorfall ganz anders als viele zahlreiche Verbrechen, wie z.B. Kindesmisshandlungen nach/trotz „erfolgreicher Therapie“ bei Mehrfachtätern etc.

Winnenden und ähnliche Fälle haben eine andere Dimension. Und sie sind unvermeidbar. Egal ob Jugendliche oder Erwachsene, dahinter stehen angestaute Aggression und Rachsucht gegen eine bestimmte Person oder Gruppe, die in einem wahllosen Töten unter Einschluss von Unbeteiligten endet, den finalen Abschluss des eigenen Lebens eingeschlossen. Unvorhersehbar.

Vielleicht hätte eine Psychotherapie das Ding auch verhindern können.

Nein (meine Auffassung). An derartiges denkt man nicht.

In den letzten Jahren erst ist mir positiv aufgefallen,

mir ehrlich gesagt, negativ,

dass Bekannte fast nebenbei aber wie
selbstverständlich erwähnten, dass sie zum Psychotherapeuten
gehen. Ähnlich ala „ich gehe jetzt zum Fußballtraining“.

Sonderbar, diese Entwicklung. Es klingt wie eine Modeerscheinung, man ist ein wenig stolz dabei zu sein und erwähnt es so nebenbei. Ja, ich habe dies auch schon erlebt.

Zumindest für mein Gefühl bekamen die psychologischen
Erkrankungen auch so langsam ihren offiziellen Platz in der
Gesellschaft und es wurde / wird nicht immer gleich mit dem
Finger gezeigt.

Mich besorgt eher, dass man zunehmend alle möglichen und „unmöglichen“ Verhaltensweisen als „krank“ einstuft. Es wird einem teilweise förmlich eingeredet. Eine Thematik, die früher quasi tabu war, dreht sich ins Gegenteil. Eine 180°-Wende, die sicherlich nicht erstrebenswert ist.

Gruß
Der Franke

leider sehr wahr…

Nach dem (und es ist nicht sehr viel) was ich über Amokläufer weiss, so :beschränkt es sich auf männliche Täter und ist in erster Linie ein :Selbstmord (erweiterter Selbstmord).

da gibt es noch was, was man „weiss“-
angeblich ist dies, was den amoklauf von kindern/jugendlichen betrifft, nur ein „phänomen“, was bislang nur in den nördlicheren kulturkreisen vorkam!
bis heute hat es trotz pc&internet angeblich vergleichbares noch nicht in griechenland, italien, spanien und so gegeben.
dabei steht die behauptung im vordergrund, dass dort der familienverband
viel ausgeprägter ist, als in den meißten nördlicheren kulturen.

Hallo Franke,

Die Eltern erfahren es gerade am
eigenen Leib. Sie werden bereits als Verantwortliche und der
Mittäterschaft schuldig gehandelt.

lass mich kurz zusammenfassen was als so wie ich das in der unterschiedlichen Presse lese als gesichert angenommen werden kann:
Die Waffe gehört dem Vater, mit ihr wurden 15 Menschen ermordet und 11 zT schwer verletzt.
Ich finde das ist schon eine ziemlich sichere Basis um den Vater in meiner Meinung in die Verantwortung zu ziehen.

Winnenden und ähnliche Fälle haben eine andere Dimension. Und
sie sind unvermeidbar.

Unvorhersehbar

In diesem Ausmaß?
Das sehe ich anders. Es sind nach einem Interview auf tagesschau.de wohl auch schon erfolge erzielt worden. Und dabei ging es noch nicht mal um die Folgen weil Schusswaffen verwendet wurden sondern um die Tat an sich:

http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video46314…

VG,
J~

Hallo,

lass mich von unten beginnen:

Das sehe ich anders. Es sind nach einem Interview auf
tagesschau.de wohl auch schon Erfolge erzielt worden.

Betrachten wir die konkreten Aussagen: Welche?

Und dabei ging es noch nicht mal um die Folgen weil Schusswaffen
verwendet wurden sondern um die Tat an sich:
http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video46314…

Der Psychologe spricht von einem Verhaltensweg des Täters, der zu so einer solchen Tat führt, …, den können sie sehr gut beschreiben (auch wenn er von Täter zu Täter differiert?). Nicht das Täterprofil ist entscheidend, jetzt ist es der Verhaltensweg.

Hast du irgendetwas von Maßnahmen aus dieser Erkenntnis gehört? Ich nicht.

Er fasst lediglich unterschiedliche Verhaltenswege nach Taten zusammen, analog wie bisher zu den Täterprofilen. Exakter: Ohne irgendetwas konkret zu benennen, und daher nicht nachweisen zu müssen. Neue Wege mit dem gleichen Erfolg: Misserfolg.

Mal deutlich gesprochen (ja, mein Stammtischniveau): Blöd daherreden, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Zumindest kann man ihm anrechnen, dass er nicht die Eltern als Schuldige für den Amoklauf verantwortlich macht. Die Verantwortlichen der Klinik, in denen der Junge in ambulanter Behandlung war, machen es sich superleicht, Hände hoch, wir konnten nichts machen, Bedarf für „offizielle“ Handlungen konnten wir, mmmhhh, nicht erkennen, wendet euch mal an die Eltern. Fachleute halt.

Die Waffe gehört dem Vater, mit ihr wurden 15 Menschen
ermordet und 11 zT schwer verletzt.
Ich finde das ist schon eine ziemlich sichere Basis um den
Vater in meiner Meinung in die Verantwortung zu ziehen.

Nun, wie häufig kommt dies oder ähnlich geartet in Deutschland vor?

Ich war auch in einem Schützenverein, bereits mit 12 Jahren. Mein Vater hat mich angemeldet, ich habe Wettkämpfe gehabt, und neben bei den Kriegsdienst verweigert. Wir hatten zuhause auch Waffen, Luftgewehr//-pistole, Kleinkaliber, Munition.

Hatte Stress zuhause, in der Schule, mit Freunden, und und und … Gelegenheit.

ich bleibe dabei:

Winnenden und ähnliche Fälle haben eine andere Dimension. Und
sie sind unvermeidbar.
Unvorhersehbar

Gruß
Der Franke

Hallo,

ich denke dass der gesellschaftliche Druck auch eine große Rolle spielt. Gab es solche Fälle schon in Japan? Zumindest ist dort die Selbstmordrate recht hoch.

Die Familienzugehörigkeit, liebevoller und aufmerksamer Umgang miteinander und gleichzeitig auch Raum für „Dampf ablassen“, Generationsübergreifendes Zusammenleben und das Erleben von Werten und Empathie.

Die öffentliche Diskussion beschäftigt sich mit Prävention - was kann man tun um es in Zukunft zu verhindern und die Politiker greifen, da es ihnen wohl nahe liegt, nach neuen Gesetzen, dabei geht es hier wahrscheinlich eher um eine gesellschaftssoziale Entwicklung, die sich nicht in Paragraphen steuern lässt.

Hallo J,
klar ist es traurig, wie die Presse dir erklärt: der war in Behandlung, ist also nicht normal, so wie du, lieber normaler Leser der Zeitung, der sich Gedanken macht, wie es zu so etwas kommen konnte. Das ist zu billig!

Aber: die Eltern kann man meiner Meinung nach nicht einfach freisprechen, und nur Mitleid mit ihnen haben. Es ist eben die alte Frage, ist jemand für sein Handeln alleine verantwortlich, oder ist er durch Umwelteinflüsse so geworden?

Ich schätze eher, dass man mit 15 Jahren als Außenseiter, der möglicherweise zu Hause noch mehr Druck gekriegt hat, als von seinen Freunden und Bekannten eben nicht ganz alleine verantwortlich sein kann.

Niemand wird uns erzählen, wie es wirklich war!

tina