Hallo,
Besonders sensibel fand ich die Schlagzeile nun nicht.
Außerdem scheint sie, nach heutiger Pressemitteilung, auch
noch falsch zu sein…
Zuerst einmal sei festgehalten, dass die ermittelnde Staatsanwaltschaft diese Nachrichten über die Medien verbreitete, die Presse bedient sich daher nicht, wie vanBranden es so nett ausdrückte, der alten Vorurteile der ungebildeten Masse.
Die Mitteilung ist hinsichtlich der unpräzisen Angaben der Staatsanwaltschaft in der Öffentlichkeit und der daraus resultierenden strafrechtlichen Folgen für die Eltern ungeklärt. Psychotherapie als anhaltende Therapie oder einige ambulante Behandlungen?
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,613352,…
Und nun das. Für mich klingt da immer ein Umkehrschluss „Alle
in Psychotherapie befindlichen Personen sind besonders
gefährdet Amok zu laufen?“ mit?
Man kann es so oder so lesen. Die Eltern erfahren es gerade am eigenen Leib. Sie werden bereits als Verantwortliche und der Mittäterschaft schuldig gehandelt. Sie alleine, die Klinik arbeitet hingegen hervorragend mit der Staatsanwaltschaft zusammen.
Ich finde es krass.
Ich betrachte diesen Vorfall ganz anders als viele zahlreiche Verbrechen, wie z.B. Kindesmisshandlungen nach/trotz „erfolgreicher Therapie“ bei Mehrfachtätern etc.
Winnenden und ähnliche Fälle haben eine andere Dimension. Und sie sind unvermeidbar. Egal ob Jugendliche oder Erwachsene, dahinter stehen angestaute Aggression und Rachsucht gegen eine bestimmte Person oder Gruppe, die in einem wahllosen Töten unter Einschluss von Unbeteiligten endet, den finalen Abschluss des eigenen Lebens eingeschlossen. Unvorhersehbar.
Vielleicht hätte eine Psychotherapie das Ding auch verhindern können.
Nein (meine Auffassung). An derartiges denkt man nicht.
In den letzten Jahren erst ist mir positiv aufgefallen,
mir ehrlich gesagt, negativ,
dass Bekannte fast nebenbei aber wie
selbstverständlich erwähnten, dass sie zum Psychotherapeuten
gehen. Ähnlich ala „ich gehe jetzt zum Fußballtraining“.
Sonderbar, diese Entwicklung. Es klingt wie eine Modeerscheinung, man ist ein wenig stolz dabei zu sein und erwähnt es so nebenbei. Ja, ich habe dies auch schon erlebt.
Zumindest für mein Gefühl bekamen die psychologischen
Erkrankungen auch so langsam ihren offiziellen Platz in der
Gesellschaft und es wurde / wird nicht immer gleich mit dem
Finger gezeigt.
Mich besorgt eher, dass man zunehmend alle möglichen und „unmöglichen“ Verhaltensweisen als „krank“ einstuft. Es wird einem teilweise förmlich eingeredet. Eine Thematik, die früher quasi tabu war, dreht sich ins Gegenteil. Eine 180°-Wende, die sicherlich nicht erstrebenswert ist.
Gruß
Der Franke