Hi,
Ich wußte, dass diese Frage kommt
Und ich habe versucht,
sie mir zu beantworten, bevor ich mein Posting verfaßt habe.
Mit zweifelhaftem Erfolg, das gebe ich zu.
Ok, dann war es unglücklich das zu vergleichen.
Erste Antort: Moralisch gesehen: Nein, doch es gibt für mich
ein großes Aber.Mein Gedankengang ist in etwa der folgende:
Was passiert in der Natur mit einem Vogelkind, dass sich in
eine missliche Lage manövriert? Es wird vom nächsten
vorbeikommenden Freßfeind verspeist.
Mir stellt sich dann die Frage, wann man überhaupt eingreifen darf/sollte…wenn man sich nur auf die Natur beruft…
Die Hütte ist da nicht natürlich gewachsen und es wäre einfacher gewesen das Tier zu fangen und nachdraussen zu bringen(mit einem Tuch abdecken zB.) als es darin zu lassen. da es aber nun schn 2 Tage ohne Nahrung war, hätte man da eher zusehen müssen, dass das Tier etwas in den Magen bekommt. da man beim Füttern Fehler machen kann (hab’ bei unserem Ornithologen schon etliche Vogelkinder gesehen, denen die Schnäbel ob der mißglückten Fütterungsversuche halb abgerissen wurden…selbst die werden zumindest von userem aufgepäppelt)
Die Menschen tun das auch gerne, wenn es ihnen zum Vorteil dient, sich auf die Natur zu berufen.
Das passiert mit
Sicherheit jeden Tag zig Mal. Dem Überleben der Art schadet
das nicht.
Ja sicher passiert das…kannst Du, wenn Du das siehst, Du also quasi involviert bist, tatenlos an einem eingesperrten Tier vorbei gehen? Was wenn es eine Katze wäre…würdest Du ihr Wasser und Fressen hinstellen, oder hier helfen da wieder rauszukommen? Und wenn Du den Zeitraum der Nichtversorgungen wüßtest…was dann? Natur eben?
Wenn man konsequent jedem Lebewesen ein Recht auf Leben
zuspricht, würde das Leben sehr mühselig. Bei jeder Autofahrt
klatschen unzählige Insekten an die Scheibe (sicher auch ein
paar sehr seltene), von größeren Tieren ganz zu schweigen.
Soll ich ehrlich sein? Selbst da tut mir jedes einzelne leid, aber das kann ich nicht ändern, die Situation mit dem Amselkind schon.
Bei
jedem Schritt laufe ich Gefahr, eine Ameise zu zerquetschen.
Deshalb gibts Leute, die Laufen barfuss um der Erde nicht weh zu tun. Deren Grenzen sind ganz eng gesteckt.
Man muß aber gar nicht vom Hundertsten ins Tausendste kommen…das ist auch die übliche Argumentationsführung Vegetarierer vs. Fleischesser
Das ist unnötig und führt zu nichts.
Wenn man (in dem Fall ich) aber gleichzeitig nicht völlig frei
ist von moralischen Grundsätzen, wird man da einen Kompromiß
schließen müssen.
Richtig, das sehe ich auch so, man tut was man kann oder will…doch ich finde in manchen Fällen ist es nicht das Gelbe vom Ei sich auf den Gang der Natur zu berufen.
Und das ist der Punkt: Der fällt natürlich
bei jedem anders aus und ich will meine Lösung auch gar nicht
jemandem aufdrängen.
Will ich auch nicht.
Die Antworten hier waren mir nur zu
einseitig, da wollte ich einfach ein wenig ausgleichen.
Ach so…na dann tststs ;o)
In solchen Fällen muß man beim Tierarzt idR. gar nichts
bezahlen.Soweit ich weiß, sind Tierärzte verpflichte, geschützte Arten
unentgeldlich zu behandeln, ist aber hören-sagen.
ich hab bisher noch gar nichts zahlen müssen, bei Wildtieren.
Es ging ja hier um den konkreten Fall. In anderen kann es
schon angebracht sein auf die Hilfe der Feuerwehr
zurückzugreifen.
Na gut ich gebe zu, dass ich mich über die ungewöhnliche Empfehlung zumindest kurz gewundert habe, ich wäre vermutlich in diesem Fall auch nicht auf die Feuerwehr gekommen. Wenn ich keine Ahnung gehabt hätte wäre ich wahrschinlich maximal auf den Tierarzt gekommen, weil von Tier zu Tierarzt ist es nicht weit.
übertrieben, deshalb mein Posting). Was mir noch fehlt: Was
wäre denn dann das richtige Futter für ein Amselkind, wenn man
davon ausgeht, dass sie schon selber frißt? Regenwürmer und
Maden, weiche Brotkrümel?
Als Amselbaby erstmal tierische Proteine. Pflanzliches erst ab einem Alter, wenn es auch in der Natur was zu holen gäbe, also eigentlich dann, wenn sie entwöhnt wäre, sonst ja Maden, Mehlwürmer… Regenwürmer zu füttern ist nicht ganz einfach, die haben ein Sekret zur Selbstverteidigung und wenn sie das schon ausgestoßen haben, frisst die Amsel den Wurm nicht. Wenn man gar nichts anderes zuhause hat geht sogar Hackfleisch, oder sogar Katzenfutter, aber das dann nicht dauerhaft.
Also hast Du auch reagiert…dass Du gewußt hast was zu tun
ist kannst Du dabei nicht undebingt automatisch von anderen
erwarten.Hätte auch falsch sein können, Amsel hätte wieder runterfallen
und von Katze gefressen werden können. Wäre ohne Frage schade
gewesen, aber in meinen Augen kein Weltuntergang.
Aber Du hast die Natur auch nicht gänzlich Natur sein lassen, oder?
Ihm Rosinen hingelegt
(nicht bös gemeint, konnts mir aber
nicht verkneifen)
Dann würde ich ganz klar: Förster, Vogelretter, Feuerwehr,
Tierarzt, was eben für mich am ehesten erreichbar gewesen wäre
alarmiert. Wobei mir klar ist, dass wenn die Erhaltung der Art
an dem einen Exemplar hängen würde, es eh schon zu spät wäre.
Und da verstehe ich nicht warum…es gibt dauernd irgendwelche Arten die aussterben, mit oder ohne Zutun des Menschen. Warum sollte dann eine mehr oder weniger kleine Hilfe um das Leben eines Amselkindes zu retten unverhältnismäßig sein?
Gegenfrage: Bei einem Wildunfall mit einem Hasen oder Reh oder
Wildschwein. Würdest Du auch den Tierarzt oder die Tierrettung
beauftragen, oder eher den zuständigen Jäger, der das Tier
erschießt? (Ich letzteres, das hast Du Dir sicher schon
gedacht)
Du wirst staunen:
In meiner Ausbildung hab ich mich in einer Pause über einen seltsamen Geruch im Hof gewundert und ging dem nach…ich fand in der Hecke einen kleinen Igel, von dem dieser Geruch ausging. bei näherem Hinsehen erkannte ich, dass der kleine Kerl über und über mit Maden bedeckt war und ein großes Lock auf seinem Rücken klaffte. In diesem Moment suchte ich nach etwas womit man dem Tier möglichst schnell den Gar aus machen könnte…ein Kollege der damals schon den FS hatte brachte ihn zum TA der ihn untersuchte, sogar noch röntgte und dann einschläferte, weil es aussichtslos war.
Mitten in unserer großen Fabrik gab es einen kleinen Tümpel in dem alljährlich ein Entenpärchen seine Runden drehte. Zum Schluss hatten sie sogar Junge. leider wurde während der Aufzuchtsphase die Mutter von einem Auto überfahren vom vater fehlte jede Spur. Zurück blieben die Jungen. Erst konnte ich nur zwei finden, dann die anderen (ich glaube es waren insgesamt 12) in einem Kanalschacht in den ich hinunterkriechen mußte um sie da heraus zu holen. Sie kamen in eine Entenauffangstation.
Ich weiß was Du meinst, verstehst Du auch, was ich meine?
Wir werden da vermutlich auch nie zu dem Ergebnis schlechthin kommen, weil jeder andere Grenzen hat.
Wenn eine Aussicht auf ein Weiterleben bestünde, würde ich reagieren so gut es mir möglich ist.
Gruß
Maja
Und ich habe versucht,
(nicht bös gemeint, konnts mir aber