Amt/Behörde Wartesystem

Hallo,
wer kennt das nicht:
„Bitte ziehen Sie eine Nr. und nehmen Sie im Wartezimmer Platz.“
Sicher eine feine Sache auf Ämtern, damit man bei hohem Publikumsaufkommen den Überblick behält.

Aber nun folgender Fall:

  • Bürger erscheint auf Behörde, in Wartezone gähnende Leere
  • Bürger freut sich und betritt den Schalterbereich,
    (durch die Glasfront sind 4 besetzte Arbeitsplätze zu sehen, keine „Kundschaft“)
  • Bürger wird sofort unfreundlich von Angestellter angeblafft, warum er in der Wartezone keine Nr. gezogen hätte, so käme er nicht dran.

Bürger muss brav zurück, Nr. ziehen, Platz nehmen, um kurz danach mit gönnerhafter Mine aufgerufen zu werden.

Ist das Schikane gibt es dafür eine Erklärung? Werden die Angestellten vielleicht nach erledigten Nummern bezahlt?
Und NEIN - die Behörde befindet sich nicht in Schilda.

LG, Lola

Hallo,
ich vermute, das die „erledigten“ Nummern ins System eingehen und quantitative statistische Erfassungen pro Sachbearbeiter ermöglichen. Nur eine Vermutung, nachdem der Controllerwahn ja überall um sich greift.
Das so eine quantitative Erfassung nichts über Qualität, sondern manchmal das Gegenteil belegt, ist traurigeweise leider so.

Ach ja, das rechtfertigt natürlich keine unfreundliche Behandlung. Geht ja auch anders („bitte entschuldigen sie, Sie müssen leider erst eine Nummer ziehen, das ist unser System, sie kommen dann gleich dran, ist ja wenig los grad…“)
So gehts ja auch
Gruß
cosis

Hallo,
der Grund ist denkbar einfach:
Die Menschen (!) die da sitzen, machen fast immer noch was anderes, als „nur“ auf Kundschaft zu warten (und damit meine ich Arbeiten…). Die Mitarbeiter in Bürgerbüros z.B. fertigen in der Zeit, in denen keiner vor ihnen sitzt, bestellte Urkunden wie Meldebescheinigungen oder Rechnungsbelege aus oder geben das, was derjenige vor ihnen wollte, in den PC ein (was man nicht immer gut kann, wenn ein vom Warten erboster Mensch vor einem sitzt :wink:. In Jobcentern ist es auch normal, dass die umfangreichen Akten eines Falles erstmal aufbereitet oder abgeschlossen werden müssen, bevor der „Nächste“ darf. In Finanzämtern bearbeiten die Mitarbeiter in der Zeit z.B. Steuererklärungen.

Das ist kein Bank- oder Fahrkartenschalter, in dem einer sitzt, der den ganzen Tag nur auf einen wartet :wink:

Natürlich darf Unfreundlichkeit nicht sein, aber es geht in einigen Jobcentern, Ausländerbehörden (die häufig Teile normaler Bürgerbüros sind) oder Sozialämtern leider auch überwiegend nicht besonders freundlich zu :wink: … : die „übliche Kundschaft“ ist dort eher das Gegenteil von „Sofort verständig“ oder „freundlich“ (nicht weil sie Ausländer oder arm sind, sondern weil sie vielmehr hoch emotional von ihrer Lebenssituation belastet sind), und das „prägt“ leider manchmal die dortigen Mitarbeiter :wink:

Gruß vom
Schnabel