Ich war vor kurzer Zeit in Paris und entdeckte bei meinen Streifzügen durch die wunderschöne Stadt einen Souvenirladen. Nach einigem stöbern in der „Riesenposterabteilung“ (eher Plakatabteilung) erblickte ich das berühmte Bild René Burris, dass Che Guevara mit Zigarre im Mund zeigt:
Was mich ins Staunen brachte, war die unfassbare Vergrößerung des Bildes.
Ich kannte „Burri Bilder“ nur bis Maximalvergrößerungen von 50x60cm- dieses Poster aber, war mindestens 2 Meter lang und zeigte eine beeindruckende Bildqualität! Merkwürdig war auch, dass die Körnung auf dem Plakat sehr unauffällig war. Dabei war der belichtete Film ein körniger Tri-X Pan.
Mir ist durchaus Bewusst, dass das Negativ eingescannt wurde, aber einen Scanner, der Negative ohne Qualitätseinbußen derart groß ziehen kann, habe ich noch nie gesehen. Kennt ihr vielleicht den Trick der dahinter steckt?
Ich denke auch, dass Photoshop im Spiel gewesen sein muss…
aber seit wann erhöht Photoshop die Auflösung eines Negativs?
Tut es nicht. Man macht den Scan in möglichst guter Qualität und holt dann die Körnung (soweit es geht) raus. Danach kann man vergrösseren, nachschärfen und drucken.
Anderer Link, vielleicht Funktioniert dieser:
Das schwere an dem Bild sind die Haare. Der Rest läst sich grossflächlich mit Filtern machen.
Also es gibt schon Scanner, die das können. Wahrscheinlich wurde es auch eingescannt, nur ist es nicht so, dass durch den Scan und die nachfolgende Bearbeitung in Photoshop die Bildqualität „besser“ wird - sowas geht gar nicht. Die ganzen sogenannten „Verbesserungen“, die so auf Photoshop gemacht werden sind meistens sowieso nur Verschlimmbesserungen und schauen halt irgendwie aus, aber meistens nicht gut - egal ob hybrid oder rein digital. Meine Meinung zu dem Thema.
Das ganze hat also nichts damit zu, ob analog oder hybrid mit Scan, sondern einfach damit, dass von Anfang bis Ende alles ordentlich gemacht wurde von Leuten, die die Sache verstehen. Sowohl die rein analoge klassische Verarbeitung als auch die hybride Verarbeitung bringt hervorragende Qualität.
Der Tri-X ist zwar ein grobkörniger Film, aber hat schönes Korn (wie der HP5, den ich sehr oft verwende). Da fängt es an mit richtig belichtet und richtig entwickelt.
Grobes Korn wirkt nicht unbedingt störend - richtig belichtet und entwickelt hat der Tri-X kein unangenehmes Korn. Hybrid gehört jetzt mit den richtigen Einstellungen gescannt und danach dann auf PS nachbearbeitet. Wenn vorher alles passt beschränkt sich die Nachbearbeitung auf ein paar kleine Tonwertkorrekturen und Kratzerkorrekturen. Das ist es.
Also keine Wundermittel, sowas gibts in der Fotografie nicht, weder Film noch Entwickler und Photoshop schon gar nicht. Die geringere Auflösung des Tri-X gegenüber Hochauflösungsfilmen oder bei größeren Aufnahmeformaten stört deswegen nicht, weil man ein größeres Bild aus einer anderen Entfernung anschaut. Wenn man das große Poster aus fünf Zentimeter Entfernung anschaut wird man feststellen, dass die Sache ziemlich körnig und auch nicht ganz scharf ist. Aber wie gesagt, sowas stört überhaupt nicht.