Guten Morgen,
ich habe die Zeitung aufgeschlagen und diesen Artikel gefunden.
Da er online verfügbar ist, wollte ich ihn euch nicht vorenthalten:
http://www.diepresse.at/Artikel.aspx?channel=k&resso…
Gruß
Gerald
Guten Morgen,
ich habe die Zeitung aufgeschlagen und diesen Artikel gefunden.
Da er online verfügbar ist, wollte ich ihn euch nicht vorenthalten:
http://www.diepresse.at/Artikel.aspx?channel=k&resso…
Gruß
Gerald
Guten Morgen,
Einen ebensolchen!
Geschätzte 4000 Austriazismen!
Das allein ist schon ein wesentlich größerer Wortschatz als von so manchem „kleinen Mann auf der Straße“ insgesamt erwartet werden darf.
Wer wollte angesichts dessen noch zweifeln, daß es sich doch um mehr handelt, als um einen Dialekt? Dialekte gibt es wohl zwischen Aachen und Görlitz bzw. zwischen Flensburg und Lindau auch jede Menge, wie eben auch zwischen Hainburg und Bregenz bzw. zwischen Aigen/Schlägl und Arnoldstein.
Nur: Mit der Andeutung eines Minderwertigkeitsgefühls kann ich nichts anfangen. Das hat mich - meine Sprache betreffend - noch nie beschlichen. Eher schon hatte ich den Eindruck, daß unser Österreichisch von manchen verachtet wird. Dazu gibt es aber gar keinen Grund.
Grüße aus dem verregneten Wien
Barney
Guten Morgen,
Servus Gerald!
ich habe die Zeitung aufgeschlagen und diesen Artikel
gefunden.
Da er online verfügbar ist, wollte ich ihn euch nicht
vorenthalten:
Die Kommentare, die mittlerweile dazu abgeben wurden, sind auch recht amüsant. Jaja, die Sprach - Gottseidank ist sie so bunt!
Schad ist nur, wenn sie zum Zankapfel wird . . .
(die fehlenden „e“ sind eine Eigenheit unserer Region
)
Helene
Guten Tag!
Geschätzte 4000 Austriazismen!
Sind das auch wirklich Austrazismen? Oder bloß wieder Vindobonismen, die im übrigen Österreich gar nicht in Gebrauch sind? Also „Mundl-Weanerisch“?
Es gibt da eine Untersuchung zu Ebners „Wie sagt man in Österreich“, in der gezeigt wurde, dass von über vierhundert Einträgen unter P bei genauerem Hinsehen grad eine Handvoll „echte“ Austrazismen übrig blieben; alles andere war bloß regionale und dialektale Sprech- und Schreibvariation.
Gruß Fritz
Hast Du eine Vorstellung davon, wie viele Beamten-/Schreibstuben-Fachausdrücke es gibt? Ich nicht, gottseidank 
Einige Beispiele: Parteienverkehr, Arbeitnehmerveranlagung, Intrastadmeldung, Organstrafverfügung, Lehrlingsstellen,… (+…)
Sebstmurmelnd gehört „Mundl-Wienerisch“ (Favoritner-Dialekt) nicht dazu.
Gruß
Gerald
Hast Du eine Vorstellung davon, wie viele
Beamten-/Schreibstuben-Fachausdrücke es gibt? Ich nicht,
gottseidank
Ich schon! Hab ein ganzes Buch dazu!
Einige Beispiele: Parteienverkehr, Arbeitnehmerveranlagung,
Intrastadmeldung, Organstrafverfügung, Lehrlingsstellen,…
(+…)
Sachverhaltsdarstellung,Sanität, Rohbericht, Rückfahrsummer, Richtersenat, Räumungsexekution, Realbüro, …
alle aus:
Auf gut Österreichisch, Ein Wörterbuch der Alltagssprache, Ausgewählt und herausgegeben von Herbert Fussy, ISBN 3-209-04348-5 Buch anschauen.
In Deutschland noch nicht erschienen, aber ich habe gute österreichische Freunde!
Gell, Barney?!!
Aber sag, ist das überhaupt Sprache?
Fritz
Tach Barney,
Geschätzte 4000 Austriazismen!
Das allein ist schon ein wesentlich größerer Wortschatz als
von so manchem „kleinen Mann auf der Straße“ insgesamt
erwartet werden darf.
ich besitze drei Wörterbücher, die sich mit der Sprache im Aachen/Kölner Raum befassen. Aus dem Stehgreif könnte ich Dir dutzende von Begriffe nennen, die im großen Rest von D (das Gebiet um Saarbrücken ausgenomen) mit einer großen Wahrscheinlichkeit niemand verstehen wird.
Daß es in anderen Dialekten anders sein soll, kann ich nicht so recht glauben.
Daher halte ich diese geschätzten 4000 Austriazismen für nicht sooooo erwähnenswert oder besser gesagt für eine solch überragende Zahl.
Gandalf
es sind genau diese aussagen, mit denen man sich als österreicher unterschwellig angegriffen fühlt:
„Für mich ist das schon eher ein Dialekt. Das richtige Deutsch ist für mich Hochdeutsch, wie man es eben aus Deutschland kennt. Das ist jetzt nicht besser und nicht schlechter, aber eben anders.“
besser ist es nicht, aber das richtige deutsch ist es halt dann doch nicht… sowas habe ich schon zu hören bekommen. der artikel klärt hoffentlich auf.
gruß
datafox
Hast Du eine Vorstellung davon, wie viele
Beamten-/Schreibstuben-Fachausdrücke es gibt? Ich nicht,
gottseidankIch schon! Hab ein ganzes Buch dazu!
Oh - darf ich Dich auf ein paar Amtswege schicken? 
Aber sag, ist das überhaupt Sprache?
Nachdem sich alle Österreicher damit 'rumschlagen dürfen,
gehört’s wohl zum allgemeinen Sprachgebrauch.
Fritz
Gerald
Hallo datafox,
es sind genau diese aussagen, mit denen man sich als
österreicher unterschwellig angegriffen fühlt:
Das kann ich verstehen. Verwirrender finde ich jedoch, daß ich folgendes in den zwei Montaten, die ich jetzt in Wien lebe, immer wieder erfahre: Man spricht mich darauf an, daß ich sicherlich Deutsche sei, und wenn ich das bestätigt habe, sagt man mir, daß man es an meinem Hochdeutsch merken würde!?
Mich verwirrt das regelmäßig völlig! Klar, daß hier niemand erkennt, aus welcher „norddeutschen“ Region (was meine Heimat aus Wiener Perspektive ist) ich komme, ich lerne gerade auch erst mühsamst die sprachlichen Unterschiede zwischen Burgenländern und Steirern kennen, aber hochdeutsch spreche ich bestimmt nicht. Zusammen mit anderen Deutschen habe ich herausgefunden, daß die „Unterstellung“, hochdeutsch zu sprechen, vor allem bei denen, die aus Norddeutschland (= dem alten Preußen?) kommen, gemacht wird. Naja, es gibt dann auch negative Erfahrung, denn das „Hochdeutsch-Sprechen“ wird als „arrogant“ bezeichnet… manchmal aber auch bewundert. Wir sind zu dem Schluß gekommen, daß es eher die - geographische - Entfernung verbunden mit der Fremdheit „unseres“ Sprachklangs ist, die viele Österreicher dazu veranlaßt, diese Sprache als Hochdeutsch zu bezeichnen. Zudem habe ich den Eindruck, daß einige hier in Wien offensichtlich Minderwertigkeitsgefühle hinsichtlich ihrer Sprache haben.
Ob aber Österreichisch nun eine andere Sprache, Dialekt oder was auch immer ist, ich kann die These bestätigen, daß nichts so sehr zwischen (Nord-)Deutschen und Österreichern steht wie die gemeinsame Sprache. Denn teilweise verstehe ich gar nichts, aber da man mich immer versteht, kommt es immer wieder zu Kommunikationsschwierigkeiten. Es geht immer besser, aber noch verstehe ich einen langsam sprechenden Niederländer besser (da ich auch westfälisches Platt verstehe) als einen schnell sprechenden Urwiener:wink:
Viele Grüße,
Taju
Hey Taju!
Mir gehts ähnlich wie dir! Bin seit 2 Jahren in Innsbruck (Tirol) und habe auch so meine Probleme mit meiner Aussprache. Ganz gleich wie bei dir werde ich entweder für arrogant gehalten oder aber auch bewundert für „die tolle Sprache“ die ich hab. Beisielsweise bei Referaten an der Uni bekomme ich hinterher immer Lob. Die Ösis (sry) die sich bei den Referaten mit dem Hochdeutsch schwer tun oder auch gar keins können bekommen gerade auch von deutschen Dozenten oft einen Rüffel. Sie sagen selbst, das ein Vortrag auf „Dialekt“ oder wie auch immer man sagen will, einfach weniger kompetent/ professionell klingt.
Mit dem Verstehen habe ich gar keine Probleme. Tirolerisch, das wegen seiner harten chs eher nach einer Halskrankheit klingt, ist gut verständlich und selbst die Vorarlberger kann ich meistens verstehen. Nur als meine Kommilitonin fragte „Wou bisch Wiiinachte gsi?“ hab ich ein paar Tage gegrübelt, was sie meinte. :o) Die Leute sind froh, dass sie mit mir frei Schnauze sprechen können und wer sich doch einen abbricht mit seinem hochdeutsch den bitte ich einfach „Dialekt“ zu reden.
So is das im Ösiland (man werde mir den Asudruck verzeihen, bin schließlich auch ein Piefke) und als eschte Kölsche manchmal echt schwer (vor allem Humortechnisch). Aber es geht und es wird gehen!
Schöne Grüße und Servus!
Anna
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Holla, Anna,
Mit dem Verstehen habe ich gar keine Probleme. Tirolerisch, das wegen seiner harten chs eher nach einer Halskrankheit klingt, ist gut verständlich und selbst die Vorarlberger kann ich meistens verstehen.
Das wird daran liegen, dass das eine (tirolerisch) eine südbairische Unterform und das andere eine alemannische Mundart ist und beide sich vermutlich angenähert haben.
Gruß Fritz
Hm, wenn du als Engländer Deutsch lernst, was lernst du dann…? Hochdeutsch. Hochdeutsch wird ja selbst von vielen Deutschen nicht (in reiner Form) gesprochen, insofern sehe ich diese Konflikte gar nicht. Ein Schwabe entfernt sich vom Hochdeutschen nicht mehr oder weniger als ein Sachse oder eben ein Österreicher. Das ändert nichts daran, dass der gemeinsame Nenner, wenn ich das so nennen darf, Hochdeutsch ist. Wenn österreichisches Deutsch „gleichwertig“ sein soll, so sei es - ich sehe keinen Dialekt als minderwertig an. Aber bitte, wenn es „genau so richtig“ ist, muss das für alle deutschen Dialekte geben, bayrisch, badisch, schwäbisch, sächsisch… und so weiter, ist aber nicht so. Es ist genau die Art, von der ich denke, dass man immer über Österreich spricht und die Österreicher über sich selbst, ich habe da noch nie irgendwas von Minderwertigkeit mitbekommen, ich kenne nur ziemliche Überheblichkeit.
Wenn österreichisches Deutsch „gleichwertig“ sein soll, so sei es -
ich sehe keinen Dialekt als minderwertig an. Aber bitte, wenn
es „genau so richtig“ ist, muss das für alle deutschen
Dialekte geben, bayrisch, badisch, schwäbisch, sächsisch…
und so weiter, ist aber nicht so.
Nun, genau besehen ist „Österreichisch“ kein eigener Dialekt, sondern Bairisch, wobei sich einige Unterarten unterscheiden lassen.
Dass sie einen Dialekt zur Landes-, Standard- und Hochsprache erklären müssten, das bringt doch die armen Österreicher in ihre fatale Lage. So wird von solchen, die ein „Österreichisch“ postulieren - und das sind viel weniger als man denkt - auf einem Sonderwortschatz von 4000 Austrazismen rumgeritten, der das Österreichisch-Deutsch sein soll.
Das Gleiche gilt doch auch für die Deutschschweizer, die ihr Alemannisch halt auch nicht als „Hochsprache“ unter die Leute bringen können. Die nehmen aber eine „trotzige“ Haltung an, reden Schweizerdeutsch in seinen unendliche vielen Unterarten- selbst im Parlament (?) und im Fernsehen - und so kommen in 3Sat etwa, Deutschschweizer nur mit Untertiteln zu Wort.
Nur das Gedruckte dort ist „Hochdeutsch“.
Aber das ist wirklich ein weites Feld.
Zu Dialektsprechern noch eine Anmerkung.
Die meisten reden unter sich im Dialekt und mit Fremden, die man mag, in einem gemäßigten, mit denen, die sie nicht mögen, in einem forcierten Dialekt, so wie die Deutschen in den verschiedenen Dialektgebieten auch.
Wobei zu bemerken ist, dass diese Dialekte sich längst „urbanisieren“ und zu „Citybairisch“ und „Stuttgarter Honoratiorenschwäbisch“ verkommen.
Wer glaubt Haindling, Spider Murphy Gang, Hubert von Goisern und all die anderen sängen im Dialekt, täuscht sich ebenso sehr wie die, die meínen, Emil Steinberger spreche Schweizerdeutsch im Deutschen Fernsehen.
Fritz
Hm, wenn du als Engländer Deutsch lernst, was lernst du
dann…? Hochdeutsch.
nö. das kommt drauf an wo derjenige lebt. lebt er in österreich, lernt er zwar dieselbe schriftsprache wie einer in deutschland, aber eben gesprochenes österreichisch. bei leuten, die nur einen sprachkurs besuchen, hängt es davon ab, ob der lehrer norddeutscher oder süddeutscher ist. (ist der lehrer gar kein muttersprachler, dann wird auch nicht „deutsch“ unterrichtet sondern eine konserve wie in latein.)
Es ist genau die Art, von
der ich denke, dass man immer über Österreich spricht und die
Österreicher über sich selbst, ich habe da noch nie irgendwas
von Minderwertigkeit mitbekommen, ich kenne nur ziemliche
Überheblichkeit.
und dummheit. die soweit führt, daß österreicher selbst glauben, daß sie dann „hochdeutsch“ sprechen, wenn sie die synchronstimmen und die sprecher aus RTL nachmachen. synchronfilme und deutsches kabelfernsehen sind die hauptursache für österreichische minderwertigkeitskomplexe in sachen sprache.
gruß
datafox