o.g. satzkonstruktion habe ich jetzt mehrfach in einem anderen forum gelesen, und immer wieder störe ich mich daran.
ich würde sagen: „an alle, DIE hier lesen und schreiben…!“. dieses „wo“ bringt mich fast um
angeblich soll es sich hierbei um dialekt handeln, bzw. um eine regionale „spracheigenschaft“.
ist dem so??? ich finde es einfach nur falsch!
sorry im voraus, sollte meine frage schon mal ausführlichst behandelt worden sein oder eigentlich ins dialekte-brett gehören
Noch grausiger in der Kombination: Der Mann, der wo was mir dees gsaggt hadd.
Besonders grausig mit der Steigerung „wo“ wie „mô“ auszusprechen.
Aber das ist wirklich Dialekt, süddeutscher hauptsächlich, nehme ich an. Hier um mich herum wird im Alltag und auf der Straße sehr oft so relativisch angeschlossen. Und eine Korrektur verbietet sich, wenn man sich nicht unbeliebt machen will.
Geschrieben aber kommte es mir seltener vor. Nicht einmal meine hartnäckigen Dialektsprecher in der Berufsschule, die ich korrigieren kann und muss beim Sprechen, schreiben das.
Wenn man in einem Forum so schreibt, verletzt man sehr die Sprachregel. Und gibt sich auch eine Blöße.
Es sei denn, es sei Pose.
Ich habe mir von einer Spanierin sagen lassen, dass dort das „donde“ diese Funktion einnimmt und sich verbreitet.
Aber das ist wirklich Dialekt, süddeutscher hauptsächlich,
nehme ich an.
ich kenn das auch aus dem Schwäbischen, sowohl mit als auch ohne „die“ vor „wo“. Eine Lehrerin in der Volksschule brachte immer den Spruch „Die Diewoler sind die, die wo immer ‚die wo‘ sagen“. - Und es soll einen Literaturprofessor geben, wo das als „badisches Relativpronomen“ bezeichnet
(http://www.soviseau.de/verben/forum/index.php?board=…)
danke euch allen
also bin ich durch meinen ausland(s)aufenthalt doch noch nicht ganz sprachgestört
inzwischen gelingt es mir sogar, sätze wie " die wo das gesagt hat." in einem rutsch zu lesen, OHNE verzweifelten versuch, durch ein komma an x-beliebiger stelle, dieser sprachlichen entgleisung einen sinn zu geben*g*.
Aber das ist wirklich Dialekt, süddeutscher hauptsächlich,
nehme ich an.
das ist dann aber regional ziemlich begrenzt, vermute ich.
ich kann mich nämlich nicht erinnern, dass meine ’ lieblingsbayerin’ so verdreht sprechen würde oder etwa doch? *wink* @ igorella.
das ist dann aber regional ziemlich begrenzt, vermute ich.
So begrenzt nun auch wieder nicht. Ich halte ganz Baden-Württemberg, mehr freilich Baden - siehe das Badische Relativum -, für Gebiete, wo (sic!) man das antreffen kann.
ich kann mich nämlich nicht erinnern, dass meine ’
lieblingsbayerin’ so verdreht sprechen würde
Da mag sie eine Ausnahme sein, wie es auch in Ba-Wü viele Ausnahmen gibt. Dafür, dass es das relative „wo“ in Bayer nicht gibt legte ich allerdings keine Hand ins Feuer.
*wink* @ igorella.
Ich kenne das „wo“ auch noch als temporale Konjunktion. Das heißt dann so:
Wo i nô en Kendergarda ganga bee, …
(Als ich noch in den Kindergarten ging, …
das ist dann aber regional ziemlich begrenzt, vermute ich.
So begrenzt nun auch wieder nicht. Ich halte ganz
Baden-Württemberg, mehr freilich Baden - siehe das Badische
Relativum -, für Gebiete, wo (sic!) man das antreffen kann.
Richtig, das ist nicht so begrenzt - in Franken gibt’s das „die wo“ nämlich auch… und am schönsten klingt das in Kombination mit „tun“…
also: die Kinder, die wo schön essen tun, die werden groß und stark - oder so ähnlich ))
Ich kenne das „wo“ auch noch als temporale Konjunktion. Das
heißt dann so:
Wo i nô en Kendergarda ganga bee, …
(Als ich noch in den Kindergarten ging, …
So kenne ich das auch (oder so tu ich das auch kennen?)
das ist dann aber regional ziemlich begrenzt, vermute ich.
So begrenzt nun auch wieder nicht. Ich halte ganz
Baden-Württemberg, mehr freilich Baden - siehe das Badische
Relativum -, für Gebiete, wo (sic!) man das antreffen kann.
In der Pfalz aber auch (allerdings weniger als
im Allemanischen).
Ich kenne das „wo“ auch noch als temporale Konjunktion. Das
heißt dann so:
Wo i nô en Kendergarda ganga bee, …
(Als ich noch in den Kindergarten ging, …
Paelzisch:
Wie ich noch in de Kinnergaade gonga bin, …
ich kann mich nicht erinnern, auch nur ein einziges mal mit dir bairisch gesprochen zu haben. auch wenn du das vielleicht nicht glaubst: das war mein bestes hochdeutsch!
diese „wo“-konstruktion versuche ich zu vermeiden; ganz gelingt es aber nicht immer…
*oiwei de leit, de wo koa boarisch vaschtehn…*
und hier extra noch ein wink an fritz: *extrawink*
Sprachregeln verletzt
Wenn man darauf hinweist, dadurch sei eine Sprachregel verletzt worden, sollte man auch daran denken, dass diese sich sehr an das „Nordeutsche“ orientieren. Wie andere Beiträge hier zeigen, ist dieses „wo“ so regional auch wieder nicht und erstreckt sich fast über die Hälfte der Republik. Schweiz und Österreich sollte man ebenfalls nicht vernachlässigen. Auch dort wird deutsch gesprochen. Obgleich nicht so, wie es laut Duden und Grammatikbücher sein sollte
Also wie gesagt, dass mit dem Verletzen der Sprachregeln ist relativ.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
ich kann mich nicht erinnern, auch nur ein einziges mal mit
dir bairisch gesprochen zu haben. auch wenn du das vielleicht
nicht glaubst: das war mein bestes hochdeutsch!
wirklich? du solltest dringend dran arbeiten
diese „wo“-konstruktion versuche ich zu vermeiden; ganz
gelingt es aber nicht immer…
*oiwei de leit, de wo koa boarisch vaschtehn…*
das ist aber die „entschärfte“ version! da ist ja ein „die/de“ drin - macht es zwar nicht viel besser, aber das „wo“ fällt da nicht so auf!
dieses „wo“ hat unheimliche heimliche Eigenschaften:wink:
Am Ende ist es als Universalrelativum auch die beste, sprachvereinfachende Variante des relativischen Anschlusses und der Rat für Rechtschreibung hat das bloß noch nicht bemerkt.
also, so regional ist das nun auch wieder nicht, denn hier, im Unterfränkischen ist das durchaus in der gesprochenen Sprache üblich und da fällt man eigentlich eher auf, wenn man das nicht macht.
Allerdings, schreiben würde ich so nie. Schreiben macht man ja auch sonst nicht im Dialekt. Meistens
Lass doch bei der nächsten deiner Antworten den unnötigen Text, auf den du antwortest, weg. Du erleichterst dadurch das Finden deiner Antwort.
Und niemand ist dir böse, wenn du mit einem kleinen „Hallo“ beginnst und einem „Tschüss“ endest. ;-9
Wenn man darauf hinweist, dadurch sei eine Sprachregel verletzt worden, sollte man auch daran denken, dass diese sich sehr an das „Nordeutsche“ orientieren.
Das ist doch etwas sehr verkürzt ausgedrückt. Das „Hochdeutsche“, als künstliche Schriftsprache, wurde durchaus eher in süd- und mitteldeutschen Gefilden entwickelt, allerdings - und davon handelt ein Faden weiter unten - hat man in Ober- und Mitteldeutschland - und das sind jetzt keine geografischen, sondern sprachwissenschaftliche Begriffe - weiterhin gesprochen, wie einem der Schnabel gewachsen war.
Im Niederdeutschen Sprachraum - wieder ein sprachwissenschaftlicher Begriff, den man nicht mit dem geografischen Norddeutschland verwechseln darf - musste das Hochdeutsche, gleichsam wie eine Fremdsprache, gelernt werden; und dabei sprachen die Leute „nach der Schrift“.
Das führte dazu, dass in den norddeutschen Gefilden die Übereinstimmung zwischen Schriftbild und Aussprache viel größer ist, was bei der Erarbeitung der Bühnensprache durch Herrn Siebs, die zum Vorbild der Hochlautung wurde, dazu führte, dass die Aussprache der Norddeutschen „hochdeutscher“ klingt, als die der Süddeutschen.
Auf die grammatische Richtigkeit des Gebrauches von „wo“ hat das keinen Einfluss.
Vielleicht schaust du dir die Artikel zur Hochsprache drunter noch an und auch die FAQ im Dialektbrett zu Thema Hochdeutsch.
es ist richtig, dass sich das hochdeutsche eher aus dem Sprachgebrauchs Süddeutschlands entwickelt hat und das niederdeutsche mehr und mehr verschwunden ist. Das war jedoch zu einer Zeit als es noch keine starren Schreibregeln gab. Wir reden über die grammatikalische Richtigkeit. Und da haben wohl Süddeutsche eine andere Vorstellungsweise als Norddeutsche. Dass sich die im Sprachgebrauch nicht unbedingt mit denen in Lehrbüchern deckt, dürfte auch klar sein.
In diesem Zusammenhang wäre es interessant die Herkunft des englischen Wortes „Who“ zu diskutieren (das ja nicht „wo“, sondern je nach Situation „wer“, „der“ oder „den“ bedeutet). Who wird also in vielen Fällen anstelle des (süddeutschen !) „wo“ gebraucht. Vielleicht auch ein Hinweis darauf, dass man das „wo“ nicht unbedingt als falsch ansehen muss, sondern dass man vielmehr davon ausgehen muss, dass dieses Wort eine doppelte Bedeutung hat. (im Süden zumindest).
Grüße