Ein Artikel mit dieser Überschrift fand sich vor Kurzem in einer österr. Tageszeitung. Eine Kollegin machte mich darauf aufmerksam und berichtete mir von einem Streitgespräch innerhalb ihrer Familie. Sie ist der Meinung, dieser Satz ist grammatikalisch richtig. Ihre Familie meint, es müsse „am Ende der Koalition“ heißen.
Ich bin ebenso davon überzeugt, dass es in der Zeitung richtig steht,
aber nachdem die gegensätzlichen Meinungen mittlerweile so aufeinander prallen (wir befragten noch einige andere Leute), suche ich hier Hilfe bei Euch.
Nun, als Überschrift geht das schon, es ist ja durchaus üblich, hier den Telegrammstil zu verwenden „Castor-Transporte behindert“ „Vermisste gefunden“ "—unwichtigere Worte fallen weg, in deinem Beispiel etwa „einem“ oder „baldigem“. So entsteht eine Schlagzeile.
Diese muss keinen korrekten Satz darstellen.
Hoffe, Olgu half auf Sprünge (Mann schreibt für Zeitung)
Grüße
Hallo Olgu,
ok, soweit so gut. Das leuchtet mir ein.
Es klingt auch so, wie du es erklärst, fällt mir auf, je länger ich mir den Satz im Ohr zergehen lasse.
Aber wie ist es mit der korrekten Grammatik?
Das interessiert mich jetzt noch brennend und ich hoffe daher auf weitere Antworten…
Aber wie ist es mit der korrekten Grammatik?
Das interessiert mich jetzt noch brennend und ich hoffe daher
auf weitere Antworten…
„SPÖ arbeitet am Ende der Koalition“
ist ein korrekter Satz, SO aber nicht druckbar, weil missverständlich. Die Partei fängt also erst am Ende der Koalition an zu arbeiten, so könnte man lesen…
Was man sagen will „SPÖ arbeitet an baldigem Ende der Koalition“ (korrekter Satz) wird eben zur Schlagzeile verkürzt.(Das ist legitim, weil unmissverständlich.)
Hallo, einfach mal fragen:woran arbeitet die Koalition?, dann wir das an verständlich und es kann nicht am heißen, denn dann wäre es ja schon soweit! Gruß Greisin
Hi, Grübler, da könnte jetzt nur noch Kreszentia helfen…Aber ich bin mir ganz sicher:"Die Partei arbeitet daran, die Koalition zu beenden (an), denn wäre sie schon beendet, arbeitete sie an deren (am) Ende rgendwas, aber nicht mehr daran, sie zu beenden.Klarer? LG Greisin
Hi, Grübler, da könnte jetzt nur noch Kreszentia
helfen.
Nee, manchmal geht’s tatsächlich auch ohne. Die Sache ist längst geklärt. Zu aller Zufriedenheit und incl. „Nachscherzen“, zu dem auch das (nicht echte!) Grübeln gehörte.
Aber ich bin mir ganz sicher:"Die Partei
arbeitet daran, die Koalition zu beenden (an), denn wäre sie
schon beendet, arbeitete sie an deren (am) Ende rgendwas, aber
nicht mehr daran, sie zu beenden.Klarer?
Ich sag’ mal so: In der Schule wäre das ein klassischer „Thema vefehlt“
Fall.
Aber lieben Gruß
am Ende der Koalition , wenn sie das Schlusslicht ist. (Wo? Dativ)
an Ende der K…, wenn sie das Ende / Auseinanderfallen der K. meint ( Woran? Akkusativ)
Der Bedeutungsunterschied, den Du und andere hier wahrnehmen, liegt nicht in der Grammatik begründet, es dürfte allenfalls eine Form von Lexikalisierung sein - wobei ich noch nicht einmal sicher bin, ob dieser Bedeutungsunterschied wirklich allgemein wahrgenommen wird. Ich habe keine Probleme damit, den Satz:
SPÖ arbeitet am Ende der Koalition
auch als „Woran?“ zu verstehen und den Satz
SPÖ arbeitet an Ende der Koalition
als „Wo?“ oder vielmehr „Wann?“. Man kann auc problemlos andere Kontexte konstruieren, in denen der mutmaßliche Bedeutungsunterschied noch weiter schwindet.
„Keine Freizeit: SPÖ-Vorsitzender arbeitet an Feiertag“
„Keine Freizeit: SPÖ-Vorsitzender arbeitet am Feiertag“
„Keine Freizeit: SPÖ-Vorsitzender arbeitet am Gesetzentwurf.“
„Keine Freizeit: SPÖ-Vorsitzender arbeitet an Gesetzentwurf.“
Die Doppeldeutigkeit von „SPÖ arbeitet am Ende der Koalition“ ist mE also nicht grammatikalisch begründet, sondern allenfalls eine semantische Übereinkunft.
Der Bedeutungsunterschied, den Du und andere hier wahrnehmen,
liegt nicht in der Grammatik begründet,
Das habe ICH auch nicht behauptet.
es dürfte allenfalls
eine Form von Lexikalisierung sein - wobei ich noch nicht
einmal sicher bin, ob dieser Bedeutungsunterschied wirklich
allgemein wahrgenommen wird. Ich habe keine Probleme damit,
den Satz:
SPÖ arbeitet am Ende der Koalition
auch als „Woran?“
das glaube ich, aber eine Zeitung wird ihn so ungern drucken, weil er gut missverstanden werden KANN.
Die Doppeldeutigkeit von „SPÖ arbeitet am Ende der Koalition“
ist mE also nicht grammatikalisch begründet, sondern
allenfalls eine semantische Übereinkunft.
am Ende der Koalition , wenn sie das Schlusslicht ist. (Wo?
Dativ)
an Ende der K…, wenn sie das Ende / Auseinanderfallen der K.
meint ( Woran? Akkusativ)
das glaube ich, aber eine Zeitung wird ihn so ungern drucken,
weil er gut missverstanden werden KANN.
So sehe ich das auch. Die Formulierung ist doppeldeutig, aber das hat eben, anders als „kommeauseuroland“ behauptet, keinen gramatikalischen Hintergrund, sondern ist vermutlich einfach nur eine kontextabhängige Übereinkunft, die man aber auch nicht zwangsläufig bei allen Sprechern vorausetzen kann.