ich sehe es teilweise etwas anders als M. L.
Und ich sehe es teilweise etwas anders als du:
- Man arbeitet am (= an dem bzw. an einem) PC.
Richtig, alternativ „mit dem PC“; „auf“ würde hier ausschließlich so verstanden, dass du auf dem Gehäuse eines Rechners etwas liegen hast, an dem du arbeitest oder dich selbst auf einem Rechner befindest, um dort zu arbeiten.
- Der Text wird auf dem PC geschrieben.
Das würde ich nicht so ausschließlich darstellen. Beides ist möglich (siehe 3). Die Deutung, dass bei „am PC“ ein Text handschriftlich oder auf andere Weise, jedenfalls nicht mithilfe des Computers, aber in dessen Nähe geschrieben wird, ist nicht völlig abzulehnen, dürfte aber als etwas abstrus empfunden werden.
- Der Text wird auf der Schreibmaschine geschrieben.
Das ist die gängigere Variante, obwohl ich außer der Mehrheit der Anwendungen kein rechtes Argument gegen „an der Schreibmaschine“ finde. Ich nehme übrigens an, dass diejenigen, die „auf dem PC“ sagen, die Präposition von diesem Fall abgeschaut haben.
Du spielst ja auch z. B. auf dem Klavier.
Auch kein uneingeschränktes Ja. Man kann am Klavier spielen und erst recht jemanden am Klavier begleiten.
- Der geschriebene Text wird am (umgangssprachlich OK)
Bildschirm oder auf dem Bildschirm gezeigt.
Sehe ich wie du. Am Bildschirm kann ich zum Arbeiten sitzen oder einen Klebezettel hängen haben. Angesichts der Tatsache, dass „am“ von einigen Österreichern synonym mit „auf dem“ (DE: „auf dem Brot“/AT: „am Brot“) gebraucht wird, will ich nicht ausschließen, dass dies dort auch für den Bildschirm gilt.
- Der Schüler schreibt an die Tafel (ähnliches Beispiel: ‚an die Wand‘).
An dieser Stelle ist das, was du schreibst, für mich eher Kuddelmuddel. Meines Erachtens ist beides möglich mit einer um Nuancen, die einige womöglich gar nicht sehen, unterschiedlichen Bedeutung: Dass der Schüler an der Tafel schreibt, kann so verstanden werden, dass er aufgerufen wurde, um etwas vorzuführen oder geprüft zu werden; sagt man, er schreibe auf der Tafel, geht es um den reinen Vorgang des systematischen Beschmierens eines Schieferstücks mit Kreide. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, den Akkusativ zu setzen („schreibt an/auf die Tafel“), was die Bedeutung von „Wo schreibt er?“ in Richtung „Wohin schreibt er?“ verschiebt.
- Das Detail wird an der (umgangssprachlich mit Sicherheit
OK) Maschine oder auf der (hier ist die Maschine wieder ein
Instrument) Maschine hergestellt.
Nein. Beides ist möglich. Allerdings trägt „auf der Maschine“ eine, je nach Kontext, entweder fachsprachliche oder leicht umgangssprachliche Färbung. Standardsprachlich arbeitet man an der Maschine, konstatiert auch der DUDEN, und sitzt nur in seiner Freizeit auf der Maschine (Motorrad).
- Der Lehrling wird an der Maschine geschult.
Hier gilt dasselbe wie bei 6. Den Satz „Den ham wa auffa Maschine richtich fit jemacht“ kann ich mir gut vorstellen, während der Hochdeutsch sprechende Meister wohl einen Lehrling rühmte, den sie „an der Maschine schnell angelernt haben“.
Gruß
Christopher