An das Kinderzimmer gewöhnen

Hallo Leute,

wie kann ich mein Kind (11 Monate alte Tochter) an ihr eigenes Schlafzimmer gewöhnen. Wenn Sie abends ins Bett soll, schreit die wie am Spieß. Wir haben Angst, das wir mit dem stumpfen liegen lassen vielleicht etwas falsch machen.

Ausgangssituation:
Wir haben 4 Monate erst noch bei unseren Eltern gewohnt (die kleine schlief bei meiner Frau im Zimmer), dann gings im Januar ins eigene Heim und dort konnte das Kinderzimmer nicht bewohnt werden (Teppichausdünstungen->mußte wieder raus und wochenlang auslüften). In dieser Zeit, schlief die kleine in ihrem Kinderbett bei uns im Schlafzimmer. Dann waren wir zwei Wochen in Urlaub, wo die kleine bei uns mit im Bett schlafen mußte, da das vorhandene Kinderbett absolut scheiße war. Seit Anfang Juli sollte die kleine also in Ihrem eigenen Zimmer schlafen, aber nix war!! Nur schreien. Dann haben wir Sie unten im Kinderwagen einschlafen lassen und schlafend nach oben gebracht, das ging einige Zeit gut. Leider halt nur einige Zeit, sodaß bis vor 2 Tage Sie bei uns Bett geschlafen hat (bis auf einige Ausnahmen, wo Sie so platt war, das Sie nicht merkte, das Sie in Ihrem Zimmer war). Nur das hielten meine Frau und ich nicht aus, da meine Frau nicht mehr schlafen konnte, war das eine enorme Belastung für Sie. Jetzt machn wir es so, das wir die kleine nach ihrem Abendessen hinlegen (in ihrem Kinderzimmer) und wenn Sie schreit (schrecklich-herzzerreißend) lassen wir Sie halt schreien bis Sie einschläft (gestern 30 Minuten- Hölle). Nach so 15 Minuten gehen wir nochmal rein, versuchen Sie zu beruhigen, bieten ihr was zu trinken an und lassen Sie aber im Bett.

Hatt jemand ähnliche Erfahrungen? Machen wir das richtig?

Bestätigungen oder Kritiken sind erwünscht.

Gruß
Martin
*einsehrsorgenvollervater*

Schlaftraining!
Hallo Martin
Es gibt ein Buch namens „Jedes Kind kann schlafen lernen“.
Wir haben die atschläge aus dem Buch umgesetzt und es hat geklappt!
Hier die Kurzversion:
Wenn unser Rabauke geschrieen hat in seinem Bett, haben wir ihn 5 Minuten machen lassen, sind dann rein und haben ihn beruhigt, gut zugesprochen etc. Dann raus, nach kurzer Zeit ging das Geplärrre wieder los. Jetzt haben wir wieder gewartet, etwas länger als beim ersten mal, und sind dann wieder rein.
Die Abstände haben wir so einfach vergrößert. Am folgenen Tag sind wir zum ersten mal nach 10 Minuten rein, am dritten nach 15 Minuten etc.pp.
Nach ca. 6 Tagen hat der Kleine sich ohne Probleme legen lassen.
Wobei wir Sohnemann nie aus dem Bett herausgeholt haben. Die lieben Kleinen merken nämlich ganz schnell, wie weit sie gehen können.

So, dann wünsche ich Euch, daß das klappt und ihr ruhige Nächte habt!

Gruß aus Rheinhessen!
Weikko

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Säuglinge die Einsamkeit gewöhnen ?
Hallo Martin,

die Kleine schreit, weil sie sich verlassen fühlt.
Das ändert auch nichts, wenn ihr sie schreien lasst, bis sie vor Erschöfpung einschläft.

Wir haben es damals so gemacht, dass unsere Kleine immer bei uns war (sie hatte eine Kuschelecke in der Ecke des Wohnzimmers, wo sie auch schlafen konnte). Wenn wir ins Bett gegangen sind, haben wir sie mitgenommen in ihr Bett, dass bei uns im Schlafzimmer stand.

Es hat keine 1,5 Jahre gedauert, da fing sie abends im Wohnzimmer an zu quengeln, weil sie in Bett wollte. Sobald wir sie nach oben ins Bett brachten, war nämlich Ruhe mit Quengeln (vermutlich fand sie es da einfach ruhiger zum Schlafen).

Sie hat sehr schnell ihren eigenen Rhytmus gefunden, wenn sie in Bett wollte (man konnte fast die Uhr danach stellen). Heutzutage ist sie 5 und wir ernten immer fassungslose Gesichter bei Bekannten, die zu Besuch sind, wenn sie, sobald „ihre“ Schlafenszeit ein wenig überschritten ist, sich resolut vor uns aufbaut und verlangt, endlich ins Bett gebracht zu werden. *fg*.

Also mein Tip: Lasst sie bei euch schlafen, bis sie verinnerlicht hat, dass ihr sie nicht im Stich lasst, sondern für sie da seid.

Ich weiss, dass ich für diese Auffassung vermutlich hier Prügel ernten werde von der „Alle Kinder können schlafen lernen“ Fraktion. Aber ich finde die dort propagierte Methode nunmal völlig inakzeptabel, auch wenn sie vermutlich tatsächlich funktioniert. Es ist die Vermutung, warum sie funktioniert, der mich stört.

Gruss
Marion

Hallo Marion,

Ich weiss, dass ich für diese Auffassung vermutlich hier
Prügel ernten werde von der „Alle Kinder können schlafen
lernen“ Fraktion.

Also von mir bekommst du dafür keine Prügel. Unsere Kleinen haben von Anfang an bei uns im Bett geschlafen, bis sie alt genug waren zu verstehen und auch zu wollen, daß sie ein eigenes Bett und irgendwann ein eigenes Zimmer benutzen dürfen.
Wir hätten unsere Kinder nie schreiend alleine gelassen, auch nicht für eine Minute.

Es gibt ein Buch von Jean Liedloff, welches mich damals sehr überzeugt hat und uns in unserer Erziehung sehr bestätigt hat:

http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/340645724X/028…

Gruß
Roland

die Kleine schreit, weil sie sich verlassen fühlt.
Das ändert auch nichts, wenn ihr sie schreien lasst, bis sie
vor Erschöfpung einschläft…

genauso sehen das meine Frau und ich auch und fragen uns, ob das nicht noch negative Nachwirkungen haben kann. Viele werden jetzt denken „Mein Gott, um was machen ein Theater darum“, tja so sind wir nun mal und wollen halt das Beste für unsr Kind.

…gegangen sind, haben wir sie mitgenommen in ihr Bett, dass bei
uns im Schlafzimmer stand.

Das hilft leider auch nicht, da schreit die kleine genauso.

Es hat keine 1,5 Jahre gedauert, da fing sie abends im
Wohnzimmer an zu quengeln, weil sie in Bett wollte.

Tja, da wollen wir halt auch hin.

Also mein Tip: Lasst sie bei euch schlafen, bis sie
verinnerlicht hat, dass ihr sie nicht im Stich lasst, sondern
für sie da seid.

Das Problem ist halt, das die kleine bei uns im Bett schlafen will und meine Frau halt da keinen schlaf bekommt. Sie muß aufpassen das unsere Tochter nicht aus dem Bett fällt. Ich nicht über Sie wegrolle oder das sonst was passiert. An Schlaf ist da nicht zu denken.

Ich weiss, dass ich für diese Auffassung vermutlich hier
Prügel ernten werde …

Nein, das wirst du auf keinen Fall, denn es jedem ja überlassen, wie sein Kind daran gewöhnt und ich verstehe deine Sicht der Dinge sehr gut.

Viele Dank

Martin

Rituale einführen
Hallo Martin,

für Kinder in diesen Alter (ok, später auch, aber jetzt legen sich die Grundsteine des Vertrauens) ist es wichtig dass sie sich auf die Eltern verlassen können. Also deine Methode das schlafende Kind in sein Bett zu tragen ist für das Kind immer wieder eine unangenehme Überraschung (*wo bin ich?!* *wieso bin ich alleine?!*)und davor hat es Angst.
Am besten ist es feste Einschlafrituale einzuführen, jeden Abend das selbe Programm, das gibt den Kindern ein Gefühl der Sicherheit, so können sie sich am besten entspannen und wissen immer ganz genau was jetzt kommt, erst wird z.B. auf dem Sofa ein bisschen gekuschelt, vielleicht sogar (wenn das Wetter es erlaubt) kurz draußen spazieren gehen, ohne zu spielen, einfach mal an die frische Luft, dann geht es ins Bad, dann ins Bett, eine Geschichte erzählen, einschlafen.
Das Programm, was du einführen sollst ist eigentlich egal, Hauptsache es steht fest und ist immer das gleiche.
Auch sehr wichtig: das Kind sollte immer im eigenen Bett einschlafen. Wenn es nachts wach wird, dann erst versuchen es zu beruhigen und erst dann, wenn es gar nicht geht, zu euch ins Bett holen. Die Abstände zwischen Einschlafen und wieder aufwachen werden mit der Zeit immer größer, man muss nur Geduld haben :wink:.
Aber vom weinen lassen und nicht beachten halte ich absolut nichts, das wird die Situation nur noch verschlimmern.
Es ist auch wichtig sich tagsüber mit dem Kind in dem Zimmer aufzuhalten (zum spielen, schmusen, usw.) und das Zimmer nicht nur als Schlafzimmer zu benutzen.

Meine Meinung und Erfahrung…

Gruß,
Maja

Das Kind schlafend ins Bett tragen, halte ich auch für bedenklich. Das Kind wacht dann plötzlich in fremder Umgebung auf und bekommt Angst. Diese Angst kann sich tief einprägen, dass kann Schlafstörungen verursachen, die sich nur schwer wieder beheben lassen.
Klar ist, dass das Kind Zeit braucht, sich an das allein schlafen zu gewöhnen. Feste Rituale wie schon beschrieben sind sicher hilfreich, ansosnten braucht ihr (leider) einfach Geduld.

Hallo Maja,

so sehr ich dir zustimme, bezüglich der Rituale, so habe ich mit unseren Kindern doch andere Erfahrungen gemacht. Besonders zwei Punkte haben wir anders erlebt:

Also deine Methode das
schlafende Kind in sein Bett zu tragen ist für das Kind immer
wieder eine unangenehme Überraschung (*wo bin ich?!* *wieso
bin ich alleine?!*)und davor hat es Angst.

Unser Große hatte von Anfang an ein eigenes Bett und meine Frau hat zuerst bei ihr im Zimmer geschlafen. Später hat essich dennoch eingebürgert, dass sie bei uns im Bett (allein) eingeschlafen ist und dann schlafend in ihr Bett getragen wurde. Als es mal vorkam, dass wir sie nicht rübergetragen haben (Party), wachte sie mitten in der Nacht orientierungslos und empört auf. Das war also auch ein Ritual geworden. Schlussfolgrung: Mir scheint es wichtiger, dass es überhaupt (feste und ausdrücklich eingeführte) Rituale gibt, als welche konkrete Form sie haben.

Auch sehr wichtig: das Kind sollte immer im eigenen
Bett einschlafen.

Das muss nicht unbedingt sein, finde zumindest ich. Wenn das eigene Zimmer vertraut ist und das Ritual gut eingeführt, dann besteht recht geringe Gefahr, dass das eigene Bett als Gefängnis erlebt wird.

Ich hab noch einen Vorschlag:
Wenn das Kinderbett noch neu ist und das Zimmer neu, dann nur eins zur Zeit einführen: zum Beispiel das Bett erst ins Schlafzimmer stellen und mit „Himmel“ ausrüsten, also ein Tuch, oder sowas, was dann mit ins Kinderzimmer umzieht.Das machts vertrauter.

Ansonsten stimme ich vollkommen mit dir überein: Weinen lassen ist nichts, was es dem Kind leichter macht, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen, im Gegenteil. Der Ort ist fremd, angsteinflößend und die Eltern kommen nicht, wenn sie gerufen werden.

Liebe Grüße
Burkh

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Hallo Martin,

zuerstmal möchte ich Dir sagen, dass es in diesem Fall kein Richtig oder Falsch gibt.
IHR kennt Eure Tochter und alles was hier geraten wird ( einschl. meinem Beitrag ) bezieht sich auf die Erfahrungen, die jeder mit SEINEN Kindern gemacht hat.
Von ihren 11 Lebensmonaten hat Deine Tochter 10 bei Euch geschlafen, klar dass sie sich nicht von heute auf morgen einfach so umstellt.
Wie ist das denn tagsüber? Spielt sie viel in ihrem Zimmer, so dass sie es als das „ihre“ sieht? Ich denke, das ist ein wichtiger Punkt. Wenn sie nur dahin soll, wenn sie ins Bett geht, ist das sicherlich befremdend.
Noch ein paar Tips:
Meistens kann man zwei Gitterstäbe aus den Bett rausbauen, so dass die Kleinen selbst raus- und reinkrabbeln können. Meine beiden ( 16 Mon. ) lieben das, unter Tags springen sie in ihren Betten rum, oder legen sich mal 5 Minuten mit einem Bilderbuch rein. Das Bett ist für sie einer ihrer Lieblingsplätze.
Kinder mögens kuschlig ( meine zumindest ). Sie wollen auch bei diesen Temperaturen nicht auf ihr Lammfell verzichten und die Lieblings-kuscheltiere dürfen auch nicht fehlen. Zum Einschlafen gibts eine Runde Spieluhr.
Ich kann Deine Frau absolut verstehen, genauso wie Deine Tochter:smile:
Alternativ zum schlafen im Ehebett, wäre es eine Idee, ein Reisebett ins Schlafzimmer zu stellen? Dann müsstet ihr in der Übergangsphase nicht nachts auch noch Möbel transportieren:smile:
Ansonten kann ich Dir leider nichts raten. Denn ich bin - im Vergleich zu den Postings die ich bisher zum Thema gelesen habe - eher eine Rabenmutter.
Ich hatte noch keines meiner Kinder bei mir im Bett oder Zimmer schlafen. Hab sie von Anfang an immer ins eigene Zimmer zum schlafen gelegt, weil mir mein eigener Schlaf wichtig war. Ich hatte allerdings wohl auch das Glück, dass meine Kinder das wohl immer o.k. fanden, denn Schreiphasen beim Einschlafen hatten sie nie.
Ich wünsch Euch viel Glück und gute Nerven
Alles Liebe
Tanja

Hallo Litorino,

so sehr ich dir zustimme, bezüglich der Rituale, so habe ich
mit unseren Kindern doch andere Erfahrungen gemacht. Besonders
zwei Punkte haben wir anders erlebt:

ich hab auch ganz andere Erfahrungen gemacht, aber dennoch stimme ich mal grundsätzlich mit dem Vorschlag der Ritaualbildung von Maja überein.

Auch sehr wichtig: das Kind sollte immer im eigenen
Bett einschlafen.

Das muss nicht unbedingt sein, finde zumindest ich. Wenn das
eigene Zimmer vertraut ist und das Ritual gut eingeführt, dann
besteht recht geringe Gefahr, dass das eigene Bett als
Gefängnis erlebt wird.

Das eigene Bett wird nicht als „Gefängnis“ erlebt. das eigentliche Problem ist, daß kleine Kinder nachts oft bis zur Wachgrenze kommen und manchmal sogar ganz wach werden…dann läuft ein (weißnichwieichsagensoll) ein interner Umgebungscheck ab und wenn der unpassende Werte bringt, anderes Bett/Zimmer/Geräusch dann entsteht Angst „Bin ich alleine?“ -Schutzlosigkeit, das gibt Rabatz.
Also muß Geborgenheit her und die erreicht man durch Rituale. Rituale schaffen Sicherheit.
Mein Sohn wanderte mit 6 Monaten samt seinem Bett in sein eigenes Zimmer, weil er es bei uns nicht aushielt und mitunter bis zu 15 Mal in der Nacht wach wurde. Er schlief schon immer in seinem eigenen Bett ein, und konnte gar nicht in unserem Bett zur Ruhe finden…nicht daß wir die ganze Nacht Remmidemmi gemacht hätten *g*
Aber stetig wiederkehrende Ereignisse sind berechenbar und schaffen Sicherheit, dann klappts auch mit dem Schlafen :smile:
Ach ja…nochwas…das Kinderzimmer sollte keine Abstellkammer sein…gespielt sollte in diesem Zimmer schon werden…

Weinen lassen würde ich ein Kind auch nicht, aber auch nicht mit ins Bett nehmen, wenn ich das nicht will. Beruhigen im eigenen Bettchen und notfalls auf den Arm nehmen, aber im eigenen Zimmer.

Grüße
Maja

An alle vielen Dank,
Hallo Leute,
Hallo Tanja,

vielen Dank für eure Meinungen und Ratschläge. Wir werden erstmal einen kontinuierlichen Ablauf reinbringen. Wir haben das Bett der kleinen jetzt bei uns reingestellt und eine Seite direkt an unser Bett gestellt, sodaß Sie immer Blickkontakt und Höhrkontakt (Papas schnarchen beruhigt). Wir wollen Sie erstmal an Ihr
Bett gewöhnen und das im Zimmer alleine schlafen erst dann durchführen, wenn Sie sich in Ihrem Bett richtig wohl fühlt. Wir haben das jetzt zwei abende gemacht und uns ist folgendes aufgefallen:

Wenn Sie schreit und wir reichen Ihr was zum spielen (Ablenkung), dann wird Sie ruhiger und findet dann auch irgendwann in den Schlaf (ca. 30-40 Minuten) ohne ihr angsterfülltes Schreien.

Wir danken euch herzlich und halten euch auf dem Laufenden.

Gruß
Martin

Hallo Martin!

Ergänzend zu dem bereits Geschriebenen noch folgenden Link:
http://www.das-kind-muss-ins-bett.de/

Viel Erfolg und hoffentlich bald etwas mehr Schlaf :wink:

Gruss Oliver