Hallo,
Kein Volk der Welt ist ob nun muslime oder christlich oder
anders unbesiegbar gewesen.
Das ist schon klar, ich hab ja auch nur gesagt, dass Gott
unbesiegbar ist!
Ist ja interessant, warum Gott ab und zu diejenigen verlieren
läßt, die so an ihn glauben, aber das ist ein anderes Thema.
Ich glaube, das ist dasselbe Thema: Warum glauben wir? Offensichtlich glauben wir nicht unbedingt, weil wir im Kampf siegen wollen!
(10,99) 99. „Und wenn dein Herr es gewollt hätte, wären alle auf Erden allesamt gläubig geworden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?“ Wir glauben, dass Gott dieser Welt Regeln auferlegt hat. Dazu gehört, wie ein Kampf gewonnen wird. Nur dadurch, dass man an Gott glaubt, wird man sich nicht verteidigen können. Man muss dafür auch arbeiten!
Wenn wir uns nun vorstellen, es gäbe zwei Entitäten, die
Gotteigenschaften besitzen. Jeder von ihnen hat einen eigenen
Willen und so kann einer genau das Gegenteil von dem wollen,
was der andere will. Was passiert dann? Noch besser: Gott ist
allwissend und so weiss er, wie es um die Zukunft bestellt
ist. Wenn nun ein zweiter Gott da wäre, stünde es in seiner
Macht, die Zukunft zu verändern. Das führt unausweichlich
dazu, dass Gott einer der beiden versagt.
Ja, ganz abstrakt gesehen mag das ja so sein, aber vielleicht
haben sich die Götter auch selbst Grenzen gesetzt in Ihrem
Spiel „RISIKO“.
Dann sind sie jeweils besiegbar. Denn diese „Grenze“ ist eine
mögliche Schwäche. Wenn sie sich aber ergänzen im Sinne, dass
der eine bestimmte Funktionen übernimmt, der andere andere und
sich in ihrem Willen nicht in den Weg kommen, dann sind sie
eine Entität -> ein Gott!
Dem kann ich zwar nicht mehr folgen, aber sei es drum.
Schade, ich dachte, du wärst interessiert.
Wenn ich ein modern geschriebenen Koran finde, dann werde ich
den auch bald durchlesen.
Es ist wahrscheinlich überflüssig, dich darauf aufmerksam zu
machen, dass der Koran Gottes Wort ist? Und dass Mohammad der
letzte Prophet ist? Dass es deshalb keinen „modernen“ Koran
geben wird?!
Jetzt komme ich weiter durcheinander! Wer sagt denn dass
Mohammad der letzte Prophet ist? Der letzte wahrscheinlich
für die Muslime!
Nein, er ist der letzte Prophet für alle, die ihn für einen Propheten halten! Wenn du an ihn nicht glaubst, dann wirst du wohl kaum an den Koran als Gottes Wort glauben und dann interessiert dich auch sicherlich ein „moderner“ Koran wenig. Deshalb bleibt es dabei: Einen neuen Koran kann es nicht geben, das war die letzte „Ausgabe“!
Aber dann hätte ich eine Frage: In was für ner Bibel liest du
denn gerade? Denn die angeblichen „klaren Stellen“, an denen
davon die Rede sein soll von mehreren Göttern sind mir bisher
nicht bekannt gewesen.
Auf Arbeit habe ich das Buch nicht dabei, aber es ist
definitiv nicht die hebräische Orginalausgabe.
Es ist eine deutsche Übersetzung. Die Stellen werde ich gern
ausfindig machen. Moses…soundso…usw.
Als fähiger Übersetzer meinerseits, weiß ich, dass eine freie
Übersetzung die auf derzeitigem Sprachverständnis beruht eine
Wort für Wort Übersetzung in eine altertümliche Sprachform um
Meilen voraus ist.
Deswegen würde ich es vorziehen den Koran übersetzt in eine
für mich gut lesbare Sprache zu lesen anstatt wie von Dir
vermutlich bevorzugt, in einer mystisch anmutenden
Märchensprache.
Hier hast du mich total missverstanden: Ich lese den Koran auf arabisch, d.h. in der Originalfassung! Ich nehme die Übersetzung öfters, um daraus zu zitieren. Deshalb: keine mystische Märchensprache, sondern klares Arabisch!
Kannst Du mir mal sagen, was Du persönlich Dir davon
versprichst alte Übersetzungen zu lesen und Dich mit dem
Verständnis dieser abzuquälen, als einen leicht lesbaren Text,
der Dir den Inhalt direkt vor Augen führt?
Die Gefahr, dass ab und zu was falsch interpretiert wird vom
Übersetzer ist immer gegeben. Diese hält sich jedoch in
Grenzen wenn er versucht nicht mehr zu interpretieren als
tatsächlich vorhanden ist.
Nochmal: Ich lese das Original! Der Vorteil liegt auf der Hand: ich lese keine Kommentare zum Koran, sondern den Koran selbst!
Die Gefahr, dass ab und zu selbst das Original falsch vom
Leser interpretiert wird, hängt vor allem mit den
Sprachschwierigkeiten zusammen und den Unkenntnissen über die
Welt, wie sie zur Zeit des Entstehens war.
Da geb ich dir recht, deshalb gibt es Gelehrte, die sich mit dem Koran auseinandersetzen, die einzelnen Verse miteinander verbinden, wo es angebracht ist, andere widerum thematisch absondern usw… Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, wie der normale Weg ist: Ich lese aus dem Koran, werde dabei auf etwas aufmerksam und versuche dann die Erklärungen/Kommentare/Interpretationen einiger Gelehrter herauszusuchen und zu schauen, ob ich in meiner Meinung unterstützt werde und ob es möglicherweise andere Meinungen gibt.
Gruss, Omar Abo-Namous