Ich würde gerne wissen, wie groß sich eigentlich ein S/W Negativ (Beispielsweise Tri-X in D76) vergrößern lässt, ohne dass größere Mängel erkennbar sind?
Könnte man das sogar auf A1 Format bringen? Habe gehört, dass ein Negativ, wenn man Sensoren und Negative vergleicht, um die 40 effektive Pixel besitzen müssten. Ich weiß nun nicht was an der Sache dran ist, aber ich hoffe jemand weiß bescheid.
Man kann ein Negativ und Pixel sowieso nicht vergleichen.
Ich weiß auch nicht genau, was du unter „Mängeln“ verstehst.
Je stärker der Vergrößerungsmaßstab, desto stärker ist auch das Korn. Das ist aber grundsätzlich kein Mangel. Abgesehen davon sieht man sich große Bilder von weiter weg an, d.h. größeres Korn macht weniger aus, weil man es von weiter weg anschaut.
Nun der Tri-X ist kein Feinkornfilm, hat aber, wie der von mir geliebte HP5+, ein sehr schönes ästhetisches Korn und wenn man kein Korn will nimmt man den Film ja nicht. Man kann damit sicher schöne Vergrößerungen vom Kleinbild auf 50x70 machen, aber Korn ist da sicher deutlich sichtbar. Beim richtigen Motiv und richtigen Betrachtungsabstand ergibt das sicher ein schönes Ergebnis.
Ich würde gerne wissen, wie groß sich eigentlich ein S/W
Negativ (Beispielsweise Tri-X in D76) vergrößern lässt, ohne
dass größere Mängel erkennbar sind?
Oh je, das läßt sich nun so gar nicht leicht beantworten.
Das hängt von einer Unzahl von Faktoren ab.
Wenn die Belichtung optimal war, dito die Entwicklung, dann kann man den Tri-X erstaunlich gut vergrößern. Ich hab den Tri-X schon problemlos auf 30x40 vergrößert und man konnte die Nase auf das Bild halten (übrigens in D76 entwickelt).
Ein weiterer Faktor ist natürlich der Betrachtungsabstand.
Wenn ich nicht mit der Nase auf dem Bild hänge, kann man ein optimales Negativ m.E. durchaus auf DIN A 1 vergrößern, aber für solche Zwecke würde ich trotzdem andere Filme nehmen (z.B. PanF plus)
Hi, wie immer hängt das in erster Linie vom Motiv ab.
egal ob Film oder Digital.
Grundsätzlich benötigt ein Motiv das vom Detailreichtum lebt, möglichst viele Details, also niedrige Filmempfindlichkeit, großes Aufnahmeformat,
bzw. höchauflösende Datei, scharfe Optik usw…
Also ein Foto eines Ameisenhaufens bei dem man jedes Beinhaar der Ameise sehen will verlangt eine hochauflösende Information.
Hingegen ein ausdruckstarkes Bild mit wenig wichtigen Details benötigt
keine feine Strukturierung, weder auf Film noch Digital.
Zeichnungen von Picasso bestehen zum Teil auch nur aus ein paar Strichen.
Das Format des Prints spielt, so betrachtet eine untergeordnete Rolle.
Gerade weil echte analoge Aufnahmen eine (greifbare) Struktur, also Korn, haben, mag ich sie. Das mit dem Betrachtungsabstand bei Großvergößerungen ist ja schon erwähnt worden.
Ich bin soweit, dass ich die analoge Dunkelkammer einmotten werde und nur noch digital fotografiere. Und die Schwarzweiß-Bilder mache ich von den Digitaldaten mit einem Spezialprogramm („Silver Efex“ von Nik), mit dem ich die Wirkung von klassischen Schwarzweißfiltern (also Gelb, Orange, Rot usw. für die Betonung von Wolken am blauen Himmel) fein einstellen kann. Außerdem kann ich aus über 20 Filmtypen wählen und deren Filmkorn derart echt simulieren, dass jemand so einen Digitalprint (mit dem Epson 3800 auf Digital-Barytpapier) nicht mehr von echten analogen Bildern unterscheiden kann. Und es geht ohne großen Ausschuss bis A2, also so ca. 42x60cm. „Abwedeln“ und „Nachbelichten“, die richtige Helligkeit und Gradation - alles VOR dem ersten Blatt Papier einstellbar. Das schont die Natur, wenn ich mir überlege, wieviel Probeprints ich in der Duka immer gemacht habe, bis alles gepasst hat …
Gruß, Artefakt
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Dann war doch noch der Panatomic - X und Microdol - X ! Was der Film an Härte mitbrachte, hat der Entwickler aufgeweicht! Damit habe ich Wände tapeziert wenn mein Negativ auf 120 aufgenommen war.
Und nicht zu vergessen Verichrome Pan Film, der oft als reiner Amateurfilm verkannt wurde, aber mit superfeinem Korn und ungewöhnlichem Belichtungsspielraum überrascht hat. Habe selbst aus D-76 entwickeltem 56 x 72 Negativ einen etwa 3 x 4 cm Ausschnitt auf 50 x 60 bis heute im Zimmer hängen und bin immer noch über die Qualität erstaunt!
Ich bin soweit, dass ich die analoge Dunkelkammer einmotten
werde und nur noch digital fotografiere.
Was hast du denn? Ich suche Labormaterial weil ich genau andersrum gehe will. ne schöne halbautomatische Dosen-Filmentwicklung z.B. für E6 und SW. Oder ne Tankentwicklung, wenn mal irgendwo ein Labor pleite geht. Allerdings hybrid, Film digitalisieren und der Rest der Kette zum Print nicht mehr Fotochemisch.
War vielleicht zu flüchtig beim Lesen, habe vor Allem das „z.B“ beim Tri-X gesehen. Kann leider den 400 er SW von heute nicht beurteilen, da ich in letzter Zeit eher den bequemen Weg von C-41 SW Filmen wie BW400CN gewählt habe, den gebe ich an meinem Arbeitsplatz (Kleinlabor) in die Negativmaschine und bekomme ihn trocken heraus, ohne eigene Manipulation.
Meine Antwort war also mehr eine Reminiszenz als momentane Praxis.
Gruß
von Julius
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