sind die folgenden Ausdruecke mittlerweile als „korrektes“ Deutsch anzusehen, oder ist es bloss eine Unart, die oft praktiziert wird:
an Weihnachten
an Ostern
in 2001
in Urlaub fahren
Wenn ich sowas hoere, kneift sich mir irgendwie immer der Magen zusammen; ich bin es gewohnt zu sagen:
zu Weihnachten zu Ostern im Jahre 2001
in den Urlaub fahren
Ich hab auch das Gefuehl, die erstgenanten Ausdruecke eher in den alten, die letztgenannten eher in den neuen Bundeslaendern zu hoeren. Wie geht es Euch damit?
„Der Gebrauch von an in Verbindung mit den Namen von Festen ist regional begrenzt. Er kommt vor allem in Süddeutschland vor, während in Norddeutschland zu gebräuchlich ist.“ Duden, Gutes und richtiges Deutsch, S. 45f
in 2001
Ganz häßlicher Amerikanismus; meines Wissens von der Grünen Petra Kelly zum ersten Mal im Bundestag gebraucht; hat sich seither wie ein Krebsgeschwür ausgebreitet.
in Urlaub fahren
Der Satz Sie ist in Urlaub sagt allgemein aus, dass sie nicht arbeitet, dass sie Urlaub hat. Sie ist in den Urlaub gefahren / Sie ist im Urlaub bedeutet dagegen, dass sie in ihrem Urlaub ist, also weggefahren. In vielen Fällen wird allerdings ein Unterschied zwischen in und im kaum empfunden, so dass beide Formen üblich sind." Duden, Gutes und richtige Deutsch, S. 350
Wenn ich sowas hoere, kneift sich mir irgendwie immer der
Magen zusammen; ich bin es gewohnt zu sagen:
zu Weihnachten zu Ostern im Jahre 2001
in den Urlaub fahren
nein, aus dem Suedwesten von Ostdeutschland. Also eigentlich aus Mitteldeutschland.
Dass " in 2001" aus dem Amerikanischen zu uns geschwappt ist, habe ich auch schon mal gehoert. Gleiches dachte ich eigentlich auch von " an Weihnachten" oder " an Ostern", denn im Englischen heisst es ja auch " at Christmas" und " at Easter". Und „at“ heisst ja manchmal soviel wie „an“.
Wenn ich sowas hoere, kneift sich mir irgendwie immer der
Magen zusammen…
Mir auch! Wobei „in Urlaub fahren“ allgemein verbreitet ist. Auch wenn „an Ostern/Weihnachten“ in irgendwelchen Dialekten verwurzelt ist, klingt es doch schauerlich. Völlig „daneben“ ist „in 2001“ (habe ich glücklicherweise in Deutsch auch noch nicht gehört).
Eine junge Dame, deren Deutsch noch nicht so perfekt ist, sagte mir neulich: „Wir wohnen im Jahr 2000“. Das gibt der Zeit doch (neben dem Raum) endlich eine gleichberechtigte Qualität
Auch wenn „an Ostern/Weihnachten“ in irgendwelchen Dialekten
verwurzelt ist, klingt es doch schauerlich.
Find ich nun überhaupt nicht! Für mich klingt eben die Variante „zu Ostern usw.“ gestelzt. Es liegt wohl daran, daß der Süden der Republik katholischer geprägt ist, als der Norden. Ostern und Weihnachten sind eben nicht nur bestimmte Tage im Jahr, sondern haben eine größere Bedeutung.
Beispiele sind z.B. auch noch:
an Pfingsten, an Fronleichnam, an Mariä Himmelfahrt, an Lichtmeß
auch Namenstage der Heiligen: an Nikolaus = am Gedenktag des Hl. Nikolaus, an Elisabeth, an Silvester …
Dagegen heißt es: am 1.Advent
oder im privaten Bereich: am Hochzeitstag, am Geburtstag
Auch wenn „an Ostern/Weihnachten“ in irgendwelchen Dialekten
verwurzelt ist, klingt es doch schauerlich.
Find ich nun überhaupt nicht! Für mich klingt eben die
Variante „zu Ostern usw.“ gestelzt. Es liegt wohl daran, daß
der Süden der Republik katholischer geprägt ist, als der
Norden. Ostern und Weihnachten sind eben nicht nur bestimmte
Tage im Jahr, sondern haben eine größere Bedeutung.
Das dürfte grundsätzlich so sein: wenn man mit einem Dialekt groß wird, ist man natürlich eher geneigt, ihm diverse „Plattheiten“ zu verzeihen. Stimmt; „zu Ostern“ klingt auch nur unwesentlich besser. Einfach „Ostern“ genügt doch völlig: „Wir fahren Ostern in den Urlaub“
Dagegen heißt es: am 1.Advent
oder im privaten Bereich: am Hochzeitstag, am Geburtstag
Am Geburtstag?? Das Buch von dem Mann??? Brrr! Wie wär´s mit „An Peters Geburtstag…“
Mir scheint es - mal von regionalen Unterschieden abgesehen - noch eine weiter Unterscheidung zu geben, für die ich außer Sprachgefühl leider keine tiefergehende Begründung angeben kann:
An Weihnachten, Ostern usw. scheint mir sich eher auf den Zeitpunkt zu beziehen: An Weihnachten gibt es bei uns Gänsebraten.
Zu Weihnachten, Ostern usw. richtet sich wie ich meine eher auf den Anlaß: Zu Ostern gibt es keine Geschenke
Natürlich sind diese Unterschiede äußerst verwaschen und es mag auch sein, dass es sich dabei um eine rein subjektive Sprachempfindung handelt, ich wollte dennoch darauf hingewiesen haben.
Gruß Eckard,
der sich oft etwas zu Weihnachten wünscht, was er dann an Weihnachten leider nicht bekommt.
Genau so sehe ich das auch. Es hat etwas mit Zeitpunkt zu tun (wie z.B. am Mittwoch, am Wochenende…) oder mit dem Anlass (ich wünsche mir zum Geburtstag…)
Ich könnte mir persönlich z.B. die Frage:
„Bekommen wir wohl Schnee zu Weihnachten?“
nicht vorstellen. Es sei denn, es wäre auf unserem Wunschzettel gestanden…
Gruß
Uschi
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und wieder haben wir hier also eine regionale Besonderheit )
„So bilden die Verben stehen, sitzen und liegen im Oberdeutschen, im Süden des deutschen Sprachraums, das Perfekt mit ‚sein‘: Jemand oder etwas ist gestanden, gesessen, gelegen. Im Mittel- und Niederdeutschen, also in Deutschlands Mitte und in Deutschlands Norden hat man irgendwo gestanden, gesessen und gelegen.“