Analyse-wie richtig?

hallo!!
ich schreibe am freitageine deutschklausur(klasse11).
wir müssen eine kurzgeschichte analysieren…
also ich fange ja mit einem einleitenden satz an(autor,erscheinungsjahr…).
dann kommt eine kurze zusammenfassung…
bis hierhin alles klar…
aber wie bringe ich am besten die erzählperspektive(auktorialer,personaler…erzähler)rein??
wie soll ich die sprachlichen mittel miteinbeziehen??
am ende der analyse auflisten:
in zeile…benutzt der autor eine personifikation usw.
oder während der analyse mittendrin??

wie kann ich das alles am besten strukturieren??

in der stunde haben wir öfters beispielhausaufgaben vorgelesen aber nie konkret über die gestaltung gesprochen!!

vielen dank schon einmal im voraus und liebe grüße:smile:

Ich habe erst vor einer Woche darüber eine Arbeit geschrieben :smiley:(12. Schuljahr).
Ich denke, da du schon einige Blätter darüber bekommen hast, was und wie man analysiert usw., aber du noch nicht recht weißt bzw. unsicher bist, wie man es alles anwendet, würde es dir jetzt nicht viel helfen, wenn ich dir jetzt die Gliederung sage.

Vielleicht kann dir eher eine ganze Analyse helfen.
Als Hausaufgabe musste ich diesen Onlineartikel analysieren:
http://www.stern.de/wirtschaft/arbeit-karriere/karri…

Wir hatten den Text ausgedruckt und mit Zeilen versehen, erhalten.
Im Internet ist er zwar ohne, aber zumindest siehst du, wie zitiert wird. Ich habe dir mal meine Analyse hochgeladen, die hatte ich am Comp gemacht :stuck_out_tongue: :
http://www.file-upload.net/download-1932407/Analyse-…

Der Lehrer gab eine 2 dafür.
Wichtig ist übrigends den Konjunktiv bei indirekter Rede zu benutzen.

Zu den Zitaten in der Analyse:
Bei indirekter Rede setzt man die Quelle in Klammern (vgl.15-20).
Vgl. steht für vergleiche.
Ansonsten bei direkter Rede musst du die Quelle so angeben: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders" schreibt man (Z.15). Wenn sich das Zitat über mehrere Zeilen erstreckt: (Z.15ff) ff= und folgende (Zeilen).
Du kannst auch schreiben: >In Zeile xx kritisiert der Autor…

die Inhaltsangabe. In der darf nicht zitiert werden.

Nicht direkt zitiert werden*, d.h. indirekt schon. Es ist so auch einfacher, sich am Text zu halten und gleichzeitig zusammenzufassen. In die Inhaltsangabe kommen aber keine Zeilenangabe bzw. vgl.-Angaben.
Ansonsten wie gesagt, wichtig ist, dass du den Konjunktiv benutzt.
Er gibt auch an, dass du nur eine Meinung wiedergibst.
Also z.B.: >Das Turbo-Abitur bringe gar nichts, wenn die berufl. Orientierung versäumt wird.

Hallo crazy-girl,
nachdem du die formalen Angaben (Einleitungssatz) geklärt hast und den Inhalt in eigenen Worten kurz zusammengefasst hast, kommt der Kern deiner Analyse:

Du untersuchst formale und sprachliche Merkmale des Textes hinsichtlich der Wirkungen, die sie erzielen (sollen). Das gilt vor allem für rhetorische Mittel.

Es nutzt nichts, wenn du nur aufzählst, dass der Autor in Zeile A, B und C Personifikationen verwendet, du musst auch versuchen, die Wirkung/Funktion dieses Stilmittels festzustellen. Also: "In der gesamten Kurzgeschichte werden viele Begriffe aus dem Wortfeld Krieg benutzt, z.B. „Front“ (Z. 3), „Schützengräben“ (Z. 8), „erfolglose Rückzugsgefechte“ (Z. 23). Damit wird deutlich, dass für den Protagonisten die Streitereien mit seiner Frau einen kriegerischen Charakter haben. Dazu passen auch die kurzen Befehle, die ihm durch den Kopf gehen, die an Befehle aus dem Militär erinnern: „Jetzt Haltung bewahren!“ (Z. 33), „Volle Deckung!“ (Z. 36f).

Also: Bloß keine Auflistungen, sondern immer die Funktion/Wirkung direkt nennen. Dies stellt schon den fließenden Übergang zum Interpretieren dar.

Am Ende deiner Analyse solltest du die Hauptaussage der KG noch mal auf den Punkt bringen: „Die KG zeigt, wie verletzend der Umgang eines eingespielten Ehepaares sein kann, obwohl beide sich nach Geborgenheit sehnen“.

In der Regel wird auch eine Beurteilung/Bewertung erwartet:
„Ich halte die Sichtweise des Autors jedoch für überholt: Die meisten Menschen haben heutzutage keine Kriegserfahrungen mehr, haben wahrscheinlich aucht nicht mehr diese Assoziationen. Außerdem haben die heutigen Schüler alle in der Streitschlichtung gelernt, wie man respektvoll Konflikte lösen kann, so dass ich glaube, dass in wenigen Jahren solche Ehestreitigkeiten nicht mehr stattfinden werden.“

Oder:
„Ich finde, der Autor hat das Thema gut dargestellt. Ich kenne aus eigener Erfahrung (und die meisten anderen Leser sich auch) Konflikte in der Familie, in denen die Verwandschaftsbeziehung den Streit nicht mildert, sondern im Gegenteil verschärft. Besonders die Kriegsmetaphorik drückt dies sehr gut aus. Allein die Formulierung „Napalm auf meine Seele“ (Z. 40) passt nicht in den Kontext, da die Szene offensichtlich in den 50er Jahren spielt, in denen die Hauptfigur Napalm gar nicht kennen dürfte, da es ja erst durch den Vietnamkrieg bekannt wurde. Nichtsdestotrotz bleibt das Thema und damit auch die Kurzgeschichte aktuell.“

Hallo Konrad!

Ansonsten wie gesagt, wichtig ist, dass du den Konjunktiv
benutzt.
Also z.B.: >Das Turbo-Abitur bringe gar nichts, wenn die
berufl. Orientierung versäumt wird.Werde, nicht wird.

Wenn Du schon ein so großes Gewicht auf den Konjunktiv legst. Allerdings ist die richtige Verwendung der Verbmodi nur ein Aspekt der Sprachkompetenz. Wenn, wie es bei uns in der 12. (!) Klasse vorkam, der Schüler Formulierungen benutzt wie:

_Für den Autor war dies halt die gängige Ausdrucksweise.

Jetzt nun denn beginnt der Autor, die Gefühlsregungen des Protagonisten zu beschreiben, der all sein Habgut verloren hat.

Der Abschnitt, der jetze folgt, ist in einer ganz anderen Tonart verfasst._

…, dann ist der korrekt angewandte Konjunktiv für die Benotung des sprachlichen Ausdrucks wohl kaum mehr ausschlaggebend.

Liebe Grüße
Immo

Hallo Konrad!

Ansonsten wie gesagt, wichtig ist, dass du den Konjunktiv
benutzt.
Also z.B.: >Das Turbo-Abitur bringe gar nichts, wenn die
berufl. Orientierung versäumt wird.Werde, nicht wird.

Wenn Du schon ein so großes Gewicht auf den Konjunktiv legst.

Man kann „werde“ oder „werden würde“.

Da aber schon durch das „bringe“ ausgedrückt wird, dass es sich nicht um meine Meinung handelt, muss ich nicht im Nebensatz den Konjunktiv nochmal aufgreifen. So habe ich es jedenfalls gelesen und bestätigt bekommen und ich finde es auch logisch.
Meine Deutschlehrerin sagte mir, es sei zwar immer noch richtig aber nicht üblich den Konjunktiv so anzuwenden.

Da dass Turbo-Abitur nichts bring e , wenn die
berufl. Orientierung sowieso versäumt werd e und sich niemand um eine Verbesserung kümmer e , gehör e diese Idee abgeschafft.

Ich weiß nicht recht, ob Herr Schneider das mit dem Folgenden meinte:

Wolf Schneider sagt dazu:
Eine Reihung vieler Konjunktive
wirkt ermüdend oder manieriert.

Unerwünschte Häufungen lassen sich vermeiden:

4. indem man von der Freiheit Gebrauch macht,…, wenn man am Anfang die Relation ähnlich wie bei der Zeugenaussage klarstellt.

D.h. doch, ich kann die Beziehung/Relation zwischen meiner Meinung und der Aussage eines Dritten mit „bringe“ schon klarstellen, so dass jeder weitere Konjunktiv überflüssig wird und sich, wie ich finde, auch überflüssig anhört.

Phonetisch und rhetorisch ist es, denk ich, sowieso einfacher, kraftvoller und überzeugender vor allem im Indikativ zu sprechen, sobald klar geworden ist, dass eine andere Meinung wiedergegeben wird. Wenn ich dauernd von hätte, wäre, würde… spräche, oder immer 'e’s anhängen würde, sobald ich mich in einen längeren Satz mit angenommenen Gegebenheiten hineingeritten habe, nimmt niemand mehr die Aussage ab, weil sie zu Vieles vorraussetzt, damit ein gewisser Fall eintritt.
Ist jedenfalls meine Meinung… und ich spreche wie gesagt von dem Fall, dass man sich in einen solchen Satz hineingeritten hat - ob jetzt im Gespräch(gerade da, wenn man immer wird mit >UndJetzt nun denn beginnt der Autor

Kann man das also so machen - im Umgangssprachlichen sowieso, sicher - aber auch offiziell als eine weitere Alternative?