Hallo Diana,
Hm…ich kenne HP 10,
Vergiss den …
HP 12 alte Abfüllung und HP 12 neue Abfüllung…
Da wird’s schon besser. Mit seiner Vielfalt, die Du ja gut
beschreibst, spiegelt er auch die Vielfalt wider, die Du in
Orkney findest: reiche Natur, sehr alte Kultur, Menschlichkeit,
Weltoffenheit, echte Liberalität, Ausgeglichenheit …
sicherlich ein Whisky voller vor allem
olfaktorischer Vielfalt, aber an meinen all-time-favorite
reicht er eben nicht heran
Na ja, der Talisker ist schon nicht schlecht – aber wie die Insel
Skye ist auch er gegenüber Orkney und H.P. eher sowas wie
mediterran.
) Bin ich damit für Orkney
verloren? *g*
Noch nicht ganz! Erstens solltest Du unbedingt mal den 18er und
erst den 24er (!!) probieren (und vielleicht auch mal nachlesen,
was M. Jackson zu denen sagt). Und wenn das alles nix nützt, dann
musst Du noch den Scapa probieren (der ist zwar auch aus Orkney,
aber ein paar hundert Meter weiter südlich gebrannt als H.P.).
Mein Fall ist er nicht so, aber vielleicht behagt er Dir?
Bisher kenne ich nur den Südwesten Schottlands, Argyll & Bute.
Was mich an Schottland interessiert sind die Geschichte,
Da kannst Du in Orkney aus dem Vollen schöpfen: Wo sonst kann man
ganze Siedlungen aus der Steinzeit angucken, sogar noch die
Wandschränke, Bettstatten und Feuerstellen sehen? An den ca. 20
Häusern der Siedlung Skara Brae fehlen eigentlich nur die Dächer.
Und dann gibt es auf einer der kleineren Inseln sogar noch ein
Häuserpaar, das an die 6000 Jahre alt ist!
Weiter zu sehen: Jede Menge begehbare Hügel- bzw. Kammergräber
(„chambered cairns“), Erdhäuser aus der Bronzezeit, Fliehburgen
aus der Eisenzeit („brochs“), eine frühchristliche Siedlung auf
einer Insel, zu der man bei Ebbe zu Fuß rüberspaziert …
die Kultur,
Zwei Bauernhofmuseen sind so lebendig, als wären die Bewohner
grade mal rausgegangen. Vor allem das ältere der beiden (es ist
als Museum das jüngere, aber vom Zustand her das ältere) ist mir
so ans Herz gewac hsen, dass ich jedes Mal hingehe. Allein schon
die tatsache, dass dort immer ein Torffeuer in der offenen
Feuerstelle brennt (riecht nach H. P.!!) macht solch einen
heimeligen Eindruck. Und die GHroßvateruhr tickt an der Wand …
Unser alter Freund in Orkney war früher als Bauer der Nachbar
dieser Farm, deren zwei letzte Bewohner, zwei Brüder, er noch gut
kannte und oft mit ihnen am Feuer saß. Die Geschichten über diese
Zeit machen alles so lebendig!
die Menschen,
allererste Sahne!! Bodenständig und weltoffen zugleich!
die Küche (Haggis - ja, tatsächlich *lächel*)
Hmmm…! Frühstück mit Bratkartoffeln, Haggis und Blackpudding!
…Natur nur in Maßen und wohldosiert
.
Sie ist dort nicht nur in Maßen vorhanden, sondern unübersehbar.
Nicht erdrückend, aber sehr gegenwärtig. Archaisch, unversaut und
respektiert. So schön, dass es einen fast umhaut (ich könnte Dir
da ein paar Stellen zeigen, da würdest Du einfach mit
heruntergefallener Kinnlade glotzen (Entschuldigung, aber man
nimmt beim Staunen dort schnell solche dämlichen
Gesichtsausdrücke an).
Mit konkreten Fragen komme ich sehr gerne bei konkreter
Reiseplanung auf Dich zu
)
Also, wir sind 2004 wieder oben (haben beschlossen, dass wir
Orkney/Shetland alle zwei Jahre dringend brauchen!). Da könnten
wir Dir vor Ort das Beste zeigen.
Daher eine Frage vorab: welche
Jahreszeit empfiehlst Du als Reisezeit für den rauhen Norden?
So rau ist der gar nicht. In Orkney wachsen Palmen!! Der
Golfstrom zieht vorbei und lässt im Winter kaum Minusgrade
aufkommen. Im Winterdreivierteljahr ist es halt recht windig und
der Regen kommt oft waagerecht daher. Also: Der Mai ist der
trockenste Monat (aber eher noch kühl, so 10 Grad bis vielleicht
14), und Mai und Juni haben schier unendliche Tage (ganz dunkel
wird es gar nicht). Der Juli ist der wärmste Monat mit
temperaturen auch über 20 Grad. Da kann man auch schon mal in
seichten Sandbuchten baden.
Vielen Danke + viele Grüße
Diana
Ich hoffe, ich konnte ein bisschen Begeisterung rüberbringen und
Dich etwas infizieren … 
Nördliche Grüße aus dem Süden
von Bolo2L