Andauernde Missmutigkeit

Ich nehme mal an, dass jeder und jede Phasen kennt, in denen man von Missmut und schlechter Stimmung geplagt wird. Nun frage ich mich allerdings, wie häufig solche Phasen bei durchschnittlichen Menschen auftreten und wie lange sie ungefähr andauern, wobei mir klar ist, dass es auch vom Wesen eines jeden Menschen abhängt, wie positiv oder lebenslustig jemand ist.

Ich persönlich leide schon seit mehreren Jahren unter Stimmungsschwankungen und einer allgemein düsteren Stimmung, d.h. ich bin den Großteil des Tages entweder missmutig, unzufrieden oder bedrückt und fühle mich einfach in keiner Weise ausgeglichen und zufrieden. Das Problem ist, dass ich mir nicht erklären kann, wie es dazu kommt, denn im Grunde bin ich mit meinem Leben recht zufrieden. Immerhin bin ich noch keine 20 Jahre alt, Studentin, seit einem Jahr von daheim ausgezogen und möchte an meinem Leben nicht wirklich etwas verändern.

Versuche, meine Stimmung durch sportliche Betätigung, Unternehmungen mit Freunden oder anderen Beschäftigungen zu verbessern, sind nur mäßig und kurzfristig erfolgreich und Phasen, in denen ich mich zufrieden und wohl fühle, sind ziemlich selten.
Vor einiger Zeit hab ich durch die Einnahme von homöopathischen Johanniskraut-Kapseln nicht mehr als eine Gewichtszunahme bewirken können, möchte es aber nochmal mit homöopathischen Mitteln versuchen und hab deshalb die Frage, ob mir jemand Ratschläge oder Tipps geben kann.

Danke.

Hallo Sabine!

Du hast Recht: Phasen von Mißmut und schlechter Stimmung kennt (fast) jeder. Ob solche Phasen noch „normal“ sind oder auf eine Problematik hinweisen, hängt sowohl von der zeitlichen Dauer als auch von der Intensität der Phasen ab. Schlechte Stimmung tritt sehr häufig in Verbindung mit anderen Krankheiten / Störungen auf, so daß man - wenn man meint, daß die Stimmung nicht mehr „normal“ ist - nicht gleich sagen kann, was es ist.

Ich persönlich leide schon seit mehreren Jahren unter
Stimmungsschwankungen und einer allgemein düsteren Stimmung,
d.h. ich bin den Großteil des Tages entweder missmutig,
unzufrieden oder bedrückt und fühle mich einfach in keiner
Weise ausgeglichen und zufrieden.

Wenn Du das so beschreibst - mehrere Jahre anhaltende gedrückte Stimmung, Unzufriedenheit -, dann kommt mir schon ein erster Verdacht. Jedoch ist es hier im Forum leider nicht möglich zu klären, ob dieser Verdacht (oder andere Vermutungen) richtig sind. Daher empfehle ich Dir, zu einem Arzt zu gehen und Dich untersuchen zu lassen. Für diese Art von Problematik ist ein Psychiater der angemessene Facharzt. Wenn ich von „Psychiater“ spreche, so ist damit nicht gemeint, daß Du „verrückt“ bist. Probleme mit der Stimmung sind sehr häufig, besonders bei Frauen (ist leider so!). Heute können diese Probleme schon ganz gut behandelt werden.

Das Problem ist, dass ich
mir nicht erklären kann, wie es dazu kommt, denn im Grunde bin
ich mit meinem Leben recht zufrieden.

Wenn Deine Stimmungsproblematik eine psychische Störung (eine Art Krankheit) darstellt, dann gibt es mehrere mögliche Ursachen. Manchmal findet man eine mögliche Ursache, von der man glaubt: Das ist es. Manchmal aber auch nicht. Klären kann man das nur mit einem Fachmann, z.B. einem Psychiater.

Immerhin bin ich noch
keine 20 Jahre alt, Studentin, seit einem Jahr von daheim
ausgezogen und möchte an meinem Leben nicht wirklich etwas
verändern.

Solche Stimmungsproblematiken können in jedem Alter auftreten. Ob Deine Problematik wirklich behandlungsbedürftig ist, kann nur eine gründliche Untersuchung zeigen.

Vor einiger Zeit hab ich durch die Einnahme von
homöopathischen Johanniskraut-Kapseln nicht mehr als eine
Gewichtszunahme bewirken können, möchte es aber nochmal mit
homöopathischen Mitteln versuchen und hab deshalb die Frage,
ob mir jemand Ratschläge oder Tipps geben kann.

Versuche doch einmal nicht-homöopathische Johanniskraut-Kapseln. Es dauert zwar einige Zeit, bis die Wirkstoffe von Johanniskraut auf Deine Stimmung durchschlagen können, aber u.U. reicht die Einnahme von Johanniskraut schon. Trotzdem würde ich empfehlen, einmal mit einem Arzt über Deine Stimmungsproblematik zu sprechen. Nur Mut!

Alles Gute!

Oliver

Hallo Sabine!!

Den Tipp von Oliver mit den Johanniskraut-Kapseln finde ich gut.
Aber ich denke, dass du auch ohne kapseln etwas ändern kannst, du alleine, ohne Arzt oder dergleichen.
Denn soetwas fängt ja in einem selber an, und wieso sollte man es nicht auch alleine auf die Reihe bekommen?!!

Ich denke, dass du bei ganz kleinen Dingen anfangen solltest!Nämlich bei denen, die dich erfreuen, und wo du dich gut fühlst, sprich, wenn du dich über eine bestimmte Blume erfreuen kannst, dann hold dir so eine Blume und stell sie in deine Wohnung, wo du sie am besten und häufigsten sehen kannst, und dich dann daran erfreuen kannst!

Eine andere Möglichkeit ist, dir einen Ort zu suchen, wo du dich wohlfühlst.
Bei mir ist das zB ein bestimmter Baum in meinem Wilhelmshöher park in Kassel, wo ich dann immer hin fahre um mich fallenzulassen und Ruhe zu finden.
Es gibt solche Orte überall.

Du schriebst, dass dein Lebenseit deinem Auszug bei deinen Eltern, sich nicht wirklich verändert hat.
Du hast es in der Hand dein Leben dir so zu gestalten, dass es nicht mehr grau und eintönig verläuft!

Such dir Hilfe bei deiner besten Freundein/deinem besten freund, die sind meinsten die besten die beste Hilfe.

Du bist nicht alleine mit dieser Missmut, mir geht es oft auch ganz ähnlich, und oft hilft dann auch nicht viel daraus, als eben obige genannte Vorschläge.
Aber deine Lage ist nicht hoffnungslos!!

Den von Oliver genannten Tipp mit dem Psychater würde ich als allerletzte Möglichkeit versuchen, wenn du merken solltest, dass wirklich gar nichts mehr hilft!

Viel Glück und vor allem viel Sonne und Lächeln wünscht Dir
Pia

Hallo Sabine,

Ich nehme mal an, dass jeder und jede Phasen kennt, in denen
man von Missmut und schlechter Stimmung geplagt wird.

Ja, das kenne ich auch. Das Wort „geplagt“ gefällt mir in diesem Zusammenhang allerdings weniger. Was wäre das Leben ohne Höhen und Tiefen, ohne Stimmungen? Wenn Du es als etwas normales ansehen würdest, oder als nichts Außergewöhnliches, dann glaube ich, ist es einfacher, die Ursache der Missmutigkeit herauszufinden.

Ich kenne Leute die nach außen hin immer gute Laune verbreiten, die ständig ein Lächeln auf den Lippen haben und denen es, egal wann man sie trifft, immer gut geht. Es gab sogar eine Zeit, da haben sie mir ein richtig schlechtes Gewissen gemacht. Als ich aber mal näher hingeschaut habe, musste ich feststellen, dass sie eine Maske tragen, sie wollen nicht, dass man ihre „negative Seite“ erkennt. Da sind mir Menschen, die ihre Missmutigkeit zeigen und leben, doch wesentlich lieber. Sie sind natürlich.

Nun

frage ich mich allerdings, wie häufig solche Phasen bei
durchschnittlichen Menschen auftreten und wie lange sie
ungefähr andauern, wobei mir klar ist, dass es auch vom Wesen
eines jeden Menschen abhängt, wie positiv oder lebenslustig
jemand ist.

In Zeiten von Missmutigkeit, schlechter Laune, hilft es mir nicht, wenn ich mich an anderen Leuten „messe“
Ach, könnte ich doch so fröhlich sein wie X. Das hilft mir in jedem Fall nicht weiter. Mein Eindruck ist, dass sehr viele Menschen sich an anderen orientieren: „Könnte ich doch so aussehen wie Julia Roberts.“
Wir vergeuden viel Energie damit, so sein zu wollen wie andere, orientieren uns teilweise an irgendwelche Berühmtheiten, die immer gut aussehen und gute Laune haben und verlieren den Blick für uns selbst. Mir jedenfalls hilft es, wenn ich in Phasen von Missmutigkeit ganz nah bei mir selbst bin. Mittlerweile habe ich gelernt mich so zu „ertragen“ wie ich bin. Es gehört zu mir, dass ich bei Zeiten schlecht drauf bin und nur ich bin dafür verantwortlich.

Ich persönlich leide schon seit mehreren Jahren unter
Stimmungsschwankungen und einer allgemein düsteren Stimmung,
d.h. ich bin den Großteil des Tages entweder missmutig,
unzufrieden oder bedrückt und fühle mich einfach in keiner
Weise ausgeglichen und zufrieden. Das Problem ist, dass ich
mir nicht erklären kann, wie es dazu kommt, denn im Grunde bin
ich mit meinem Leben recht zufrieden.

Viele Menschen verwenden einen großen Teil ihrer Energie gerade darauf, ihre unbefriedigende Lebensführung für „normal“ oder wünschenswert zu erklären. Viele von uns sind gerade dann besonders stolz, wenn wir meinen ein „gutes Leben“ zu leben, wobei „gut“ nichts anderes meint, als normal, durchschnittlich und „so wie es die anderen gern hätten“-die anderen die wir bewundern und achten und die uns eingeredet haben, dass das ein gutes Leben sei. Verheiratet sein, im Beruf erfolgreich sein, ein guter Vater sein, eine gute Hausfrau sein, ein Geschäftsmann sein, Einfluss haben, ein „echter Mann“, „eine echte Frau“ sein.

Die Frage die ich mir gestellt habe ist: Was bezeichne ich als ein gutes, normales Leben?
Mir ist ein „gutes Leben“ ja regelrecht eingeredet worden. Zufriedenheit bedeutet: Eine Gute Arbeit haben, Familie, Freunde, einmal im Jahr Urlaub usw.

Ist das wirklich so? Wenn ich es so betrachte, fällt es natürlich schwer einen Grund für meine Missmutigkeit zu finden.
Wenn ich aber versuche aus dem „normalen“ Leben auszubrechen, indem ich einfach mal Dinge anders mache, ausprobiere, etwas tue was ich noch nie getan habe, dann habe ich die Möglichkeit herauszufinden, womit ich zufrieden sein kann, oder nicht.

Immerhin bin ich noch

keine 20 Jahre alt, Studentin, seit einem Jahr von daheim
ausgezogen und möchte an meinem Leben nicht wirklich etwas
verändern.

Warum nicht? Du bist oft missmutig und willst nichts verändern??
Das kann ich nicht verstehen. Da behinderst Du Dich ja selbst.
Veränderung durch ausprobieren, einfach mal etwas anderes ausprobieren. Es bereichert. Wenn es mir heute schlecht geht und ich eine Veränderung anstrebe, kann diese doch eigentlich nur ins Positive verlaufen. „Ich möchte etwas verändern, weil ich nicht mehr so oft schlecht drauf sein will“
Ich kann doch nur dadurch gewinnen!

Versuche, meine Stimmung durch sportliche Betätigung,
Unternehmungen mit Freunden oder anderen Beschäftigungen zu
verbessern, sind nur mäßig und kurzfristig erfolgreich und
Phasen, in denen ich mich zufrieden und wohl fühle, sind
ziemlich selten.
Vor einiger Zeit hab ich durch die Einnahme von
homöopathischen Johanniskraut-Kapseln nicht mehr als eine
Gewichtszunahme bewirken können, möchte es aber nochmal mit
homöopathischen Mitteln versuchen und hab deshalb die Frage,
ob mir jemand Ratschläge oder Tipps geben kann.

Eigentlich soll sich nichts in meinem Leben verändern und wenn es so bleibt und es mir doch schlecht geht dann greife ich eben zu Hilfsmitteln, wie Johanniskraut, oder Ablenkung, wie Sport. Das ist die Botschaft die Du mir sendest.

Wenn es mir schlecht geht, frage ich nicht nach Medizin, sondern versuche zu ergründen, was mich so unzufrieden macht, indem ich ganz nah bei mir bin und „in mich rein“ horche.
Wenn es mir schlecht geht, frage ich nicht nach Ablenkung, denn das kann ja nur vorübergehend die Situation verbessern, der Ursache für meine Unzufriedenheit komme ich so aber nicht auf die Spur.

Liebe Sabine, ich wünsche Dir einfach den Mut zur Veränderung.
Du kannst nur gewinnen!

Liebe Grüße

Frank

Hallo Sabine,

neben dem, was die anderen geschrieben haben, würde ich dir empfehlen deine Hormone zu überprüfen (auch die Schilddrüse).

Gruß und alles Gute,
Maja

Liebe Sabine,

wenn man dauernd schlecht drauf ist, will man sich auch eigentlich immer verkriechen und nicht raus gehen. Das verstärkt dann das Problem.
Ich vermute, dass Dein Serotoninspiegel zu niedrig ist. Und dass Du wenig raus gehst (an die frische Luft). Serotonin (das sogenannte Glückshormon) wird von Körper unter dem Einfluss von Sonnenlicht gebildet. Nun bewirkt auch der Verzehr von Schokolade kurzfristig eine Steigerung der Seretoninproduktion, aber der Blick in den Spiegel macht nach einiger Zeit dann wieder eher depressiv.
Die einfachste Lösung ist: Geh´ einfach jeden Tag mindestens zwei Stunden spazieren. Die Bewegung tut gut (baut Aggressionen ab), und das Sonnenlicht steigert Deinen Serotoninspiegel. Dazu muss nicht mal die Sonne scheinen, es genügt schon das Tageslicht bei bedeckten Himmel. Mach Dir doch mal einen Wochenplan (mal für 4 Wochen), indem Du vorher den Termin Deines täglichen Spaziergangs einträgst, und halte Dich dann diese 4 Wochen strickt daran. Leg Dich nicht vor den Fernseher, sondern zwing Dich rauszugehen. Setzt Dir einfach das Ziel, das mal 4 Wochen durchzuhalten. Gut wäre es, ein Tagebuch zu führen, in das Du jeden Tag nach dem Spaziergang Deine Gefühl reinschreibst. Da langt oft ein Satz (Heute fühl´ ich mich beschissen…, oder heute fühl` ich mich prima…), wenn Du nicht mehr schreiben willst. Auf diese Weise kannst Du die Entwicklung Deiner Gefühle über 4 Wochen nachverfolgen, da die Erinnerung an vergangene Gefühle oft lückenhaft ist.

Und melde Dich doch dann wieder und erzähle dann wieder, wie es Dir dann geht. Du kannst Dich natürlich auch jederzeit vorher wieder melden, gerne auch privat. Wichtig ist, dass Du nicht darauf wartest, ob was mit Dir passiert, Du musst selber die Initiative ergreifen und was mit Dir machen. Dein Posting ist ja schon der erste Schritt dazu.

Alle Gute und liebe Grüsse.
Michael