Kann sich jemand eine andere Aufteilung der Oktave als im 12er-System vorstellen
und wenn ja, welche? Erfahrung damit?
Gruß
Dieter
Kann sich jemand eine andere Aufteilung der Oktave als im 12er-System vorstellen
und wenn ja, welche? Erfahrung damit?
Gruß
Dieter
Pentatonik, Maqame usw.
Aber klar doch:
* Die Pentatonik teilt die Oktave in fünf Systeme
* die Heptatonik in sieben Töne
* Die indischen Ragas haben wieder andere Unterteilungen als
* die orientalischen Maqame.
Mit all diese Systeme gibt es sehr reiche Musiktraditionen.
Bernhard
Aber klar doch:
* Die Pentatonik teilt die Oktave in fünf Systeme
* die Heptatonik in sieben Töne
* Die indischen Ragas haben wieder andere Unterteilungen als
* die orientalischen Maqame.
Mit all diese Systeme gibt es sehr reiche Musiktraditionen.
In der indischen Musik wird eine Oktave - also der Tonraum von einer Frequenz zur doppelten - glaube ich in 48 Töne unterteilt, so dass vier „Halbtöne“ in Indien einem Halbton in Europa entspricht.
Dreitöniger Nucleus
In vielen Kulturen kommt man auch ohne so viele Töne aus, rund um die Welt findet sich eine Beschränkung auf drei Töne, einen Nucleus, wie wir ihn auch aus Backe, backe Kuchen" kennen.
Bernhard
In der indonesischen Musik wird eine Art Pentatonik verwendet, bei der die Abstände zwischen den einzelnen Stufen jedoch anders sind als in der europäischen Pentatonik, dabei gibt es zwei Formen: Das Slendro-System unterteilt die Oktave in fünf fast gleich große Schritte, beim Pelog sind zwei (wenn ich mich recht erinnere) erheblich kleiner als die anderen. Die Intervalle sind in jedem Fall völlig anders als bei uns.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
In der indischen Musik wird eine Oktave - also der Tonraum von
einer Frequenz zur doppelten - glaube ich in 48 Töne
unterteilt, so dass vier „Halbtöne“ in Indien einem Halbton in
Europa entspricht.
Hallo,
ein wenig komplizierter ist es schon, so einfach lassen sich das europäische und das indische System nicht zur Deckung bringen. Der gelegentlich benutzte Ausdruck ‚Vierteltöne‘ ist etwas irreführend.
Indische Musik ist sehr viel stärker an Melodik (und natürlich Rhythmik) als an Harmonik orientiert. Insofern ist das Bedürfnis nach Temperierung der Tonskala eher ein theoretisches und andererseits erscheint indischen Ohren das pythagoreische Schima als zu groß (und die temperierten Töne somit als ‚verstimmt‘).
Die indische Musiktheorie geht daher von einem größeren Qintenzyklus aus als die europäische - dies führte zu einem kleineren Schima (d.h. die Temperierung ist sehr viel unauffälliger), aber natürlich auch zu einer größeren Anzahl von Intervallen innerhalb einer Oktave. In der Regel gibt es zum Hauptton (SA) 22 mögliche Intervalle (sruti); in manchen Systemen werden 24 gezählt.
Natürlich wird in einer modalen Skala (Raga) nur eine Auswahl dieser Intervalle verwendet, wobei die absteigende Skala sich von der aufsteigenden unterscheiden kann. Das melodische ‚Gerüst‘ des Raga ist dabei eine septatonische Skala (grama) von 7 auf den Grundton vadi bezogenen svara (Haupttönen), die durch zusätzliche sruti (die häufig nur in der Ornamentierung Verwendung finden) ergänzt werden. Besondere Bedeutung im grama hat dabei der nachgeordnete/zweite Hauptton samvadi, idR die Quarte oder Qinte (aufwärts) zum vadi.
Vorsorglich sei noch hinzugefügt, dass dies eine stark vereinfachte Darstellung ist …
Gruß,
Ralf
hi,
arabische musik hat 24 töne in einer oktave, aber ebenfalls 7 stufen. die vierteltöne sind aber nicht wilddurcheinander gespielt, sondern erklingen in übergängen und verzierungen. dazu gibt es unzählige tonarten, skalen und rhythmen. die musik ist prinzipiell improvisiert.
gruß
datafox
Meine Vorstellungen
Danke für die vielen Antworten, das war aufschlussreich. Ich selbst bin gerade an Versuchen, mit einer ganz einfachen Aufteilung auszukommen:
Z. B.: 4 : 5 : 6 : 7 : 8 oder
5 : 6 : 7 : 8 : 9 : 10
Das entspräche auch eher einer natürlichen (nicht wohltemperierten) Aufteilung, wie es bei Blasinstrumenten erscheint, solange der Resonator (Rohrlänge etc.) nicht verändert wird.
Viele Grüße
Dieter
Hi Dieter,
die Naturtonreihe solltest Du Dir auch mal anschauen.
Gandalf