Kundensegmentierung
Ich möchte ungern segmentiert werden, selbst als Kunde.
Zum Sprachlichen: Der ganze Text ist ein Problem, nicht nur das eine Wort, das du ansprichst. Unter anderem der Nominalstil macht es einem unnötig schwer, den Inhalt zu erfassen. Wer so etwas schreibt, mag seine Leser nicht.
Die konsequente Verfolgung der Kundenausrichtung
bedingte die Segmentierung auf Kundenebene nach einzelnen
Branchengruppen vorzunehmen und den Segmentierungsprozess zu starten.
»Um den bestmöglichen Service bieten zu können, haben wir uns entschlossen, die Produkte (?) nach Branchen zu gruppieren.« So ungefähr würde ich das formulieren. Wenn man versucht, aus einer derartigen Substantivschlacht einen lebendigen deutschen Satz zu machen, merkt man erst, wie inhaltsleer das Ausgangsmaterial ist. »Die Segmentierung auf Kundenebene nach einzelnen Branchengruppen« – schön, aber: die Segmentierung wovon? Das bleibt im Verborgenen (oder im Satz davor). Formuliert man, wie ich es vorgeschlagen habe, fällt es viel unangenehmer auf, wenn man diesen entscheidenden Aspekt unerwähnt lässt.
Der Fokus wurde bewusst im Gegensatz zu den Produktlinien auf die
Applikationsketten der verschiedenen Kundengruppen gelegt.
Sofern ich richtig verstanden habe, was mit ›Applikationskette« gemeint ist: »Unsere neue Einordnung richtet sich danach, in welchem Umfeld der Kunde unsere Produkte einsetzt – und nicht danach, wie wir die Produkte intern klassifizieren.«
Dieser Ansatz ermöglichte den Verkaufsberatern das Anbieten
ganzer Systemlösungen für die branchenüblichen Aufgabenstellungen,
was durch die Reduktion der zu bearbeitenden Branchen die Komplexität
der Aufgaben für die Aussendienstmitarbeiter erheblich reduzierte.
»Unsere Verkaufsberater können dadurch ganze Systemlösungen für die branchenüblichen Aufgabenstellungen anbieten. Jeder Außendienstmitarbeiter betreut ab sofort weniger Branchen und kann sich deshalb umso intensiver auf einzelne Kunden konzentrieren.« Damit ist auch diese etwas unschöne Dopplung von ›Reduktion‹/›reduziert‹ vermieden – und ein Satz entstanden, den man besser versteht, ohne dass Inhalt verloren gegangen ist, oder? Wahrscheinlich müsste man sich den ganzen Text so vornehmen.
Gruß
Christopher