Als erstes, es giebt fuer mich unueberschaubare menge an
wersionen von linux, kann da jehmand ein bischen ueberblick
verschaffen?
Zunaechst ist einmal zu unterscheiden zwischen dem
Linux-Kernel und diversen Linux-Distributionen. Der Kernel
ist das eigenliche Linux, der System-Kern, das Herz des
Betriebssystems. Verschiedene Linux-Distributionen sind von
verschiedenen Herstellern geschaffene Sammlungen von Linux-
Software, die so aufeinander abgestimmt sind, dass sie ein
insgesamt benutzbares System mit zahlreichen Hilfsmitteln
(z.B. Koammndo-Shells, graph. Oberflaeche, Office-Paket)
darstellt.
Die Kernel werden legiglich durch ihre Versionsnummern
unterschieden (z.B. 2.0.36, derzeit aktuell 2.4.0).
Distributionen sind z.B. Slackware, Debian, SuSE, RedHat.
Neue schiessen wie Pilze aus den Boden.
Giebt es in Linux sowas wie grafische benutzeroberflaeche
(Habe beim meinen versuch nicht hingekriegt)?
XFree86.
Andere antworten z.B. mit KDE oder GNOME, aber da liegt ein
Missverstaendnis vor, das nicht unerheblich ist.
Den Kern der graphischen Benutzeroberflaeche bildet ein
sogenannter X-Server. Oben genannter ist ein frei nutzbarer
seiner Art. Ein X-Server ist _nicht_ das Programm, das Fenster
verwaltet. Die Aufgaben des X-Servers sind noch grundlegender.
Seine Aufgabe besteht in der Handhabung der Graphik-Hardware
(Graphik-Karte) sowie in der Bereitstellung eines Graphik-
Netzprotokolls. Dadurch sind unter X betriebene Rechner in
der Lage, Anwendungen auf jeden beliebigen Rechner in einem
Netzwerk laufen zu lassen und die graphischen Ausgaben auf
einen belieben anderen darzustellen.
Fuer die Gestaltung der Oberflaeche sind sogenannte
Window-Manager verantwortlich. Diese regeln auch, was passieren
soll, wenn die Maus an gewissen Stellen geklickt wird (z.B.
Fenster schliessen). Der Window-Manager ist ein ganz
gewoehnliches Programm, waehrend der X-Server einen gewissen
Sonderstatus besitzt, da er auf die Hardware zugreift.
KDE und GNOME sind sogenannte Desktop-Environments. Es sind
gefinitiv keine Window-Manager. KDE bringt lediglich seinen
eigenen mit, der KWM genannt wird. Eine solche Environment
versucht Anwendungen verschiedenster Art unter einen Hut zu
bringen, Kommunikationen zwischen ihnen bereitzustellen. Ein
Beispiel: Mit einem Textprogramm wurde ein Text geschrieben, der
nun ausgedruckt werden soll. Entweder hat das Textprogramm seine
eigenen Druckroutinen, oder der Text wird einem diversen Druck-
programm uebermittelt, welches dann die Druckung einleiten kann.
Die Datenuebermittlung (meinetwegen per drag and drop) wird
durch die Environment gewaehrleistet.
Giebt es emulatoren fuer windows programme?
VMWARE - emuliert einen Rechner!!! auf dem Win laufen kann
Wine - emuliert Win API (nicht fuer alle Win-Programme)
Fuer welche grupe von Anwendern ist es lohnenswert auch Linux
zum Installieren?
Fuer alle, die Interesse und Freude daran haben…
Die Frage ist schwierig zu beantworten, da sicher jeder
andere Vorstellungen und Wuensche hat. Ich denke, Linux ist
weniger auf dem Spiele- und Multimediasektor stark (obwohl sich
auch da etwas tut). Im Gegensatz zu Win fehlen hier noch die
grossen Programme. Ich denke dabei z.B. an Photoshop, Film-
Schnittsoftware, grosse Renderprogramme (MAYA will man z.B.
portieren), Sound-Bearbeitung.
Ungeschlagen ist Linux als Internet-Server und erlebt derzeit
einen weiteren Auftrieb durch die verbesserte Handhabung von
Multiprozessor-Maschinen im Kernel 2.4.
Fuer Office-Anwendungen ist Linux geeignet. Diverse Office
Pakete sind vorhanden (Star Office) und werden noch geschrieben
(Office fuer KDE).
Ich nutze Linux-Rechner gern als Rechenknecht. Ich hatte auf
einem solchen bis zu vier Rechnungen laufen, die jeder einzelne
fuer Stunden die gesamte CPU-Leistung beanspruchen koennte.
Trotz dieser vierfachen Ueberbeanspruchung war es weiterhin
moeglich, Texte zu schreiben, im Internet zu surfen etc.
Ich denke, jeder Win9x-Rechner waere unter der Last zusammen-
gebrochen.
Und wen jehmand noch was weiss was wichtig ist und ich nicht
grfragt habe bitte schreiben.
-)
Wer sich ernsthaft mit Linux beschaeftigen moechte und auch
die Vorzuege dieses Systems auskosten will, der sollte nicht
bei KDE stehen bleiben, sondern auch einen Blick auf Kommando-
Zeilen werfen. Es ist Aufwand, aber der lohnt sich. Obwohl
die KDE-Entwickler versuchen, fuer viele Probleme ein
Prograemmchen bereitzustellen, die wiederum nur auf Funktionen
basieren, die auf der Kommandozeile zur Verfuegung stuenden,
erreichen sie dennoch nicht die Flexibilitaet, die die
Kommandozeile geniesst.
Das zweite Anliegen betrifft Dokumentation. Jede Menge davon
gibt es unter www.linuxdoc.org. Fuer die meisten Probleme gibt
es sogenannte howtos. Nicht jedermanns Sache ist es, dass die
meiste Doc in englisch vorliegt. Gluecklicherweise gibt es seit
ca. einem Jahr mehr als genug Buecher zum Thema Linux.
Keine Scheu!
Probieren!
MEB