4 Megapixel sind KB-Qualität
30 MB! Und davon 15 MB Datenmüll?
Welche Information steckt in einem Kleinbild? Seit Jahren werden teilweise abenteuerliche Zahlen genannt, um die analoge Photographie gegenüber der digitalen zu verklären. Weiter unter steht, warum die Megapixel eines analogen Bildes begrenzt sind.
Theoretische Grundlage: Jedes natürliche analoge Signal ist mit einem Rauschen behaftet und jeder Empfänger arbeitet mit einem Fehlerrauschen. Wenn man das Signal feiner als das Rauschen auflöst, dann erhält man nicht mehr Einzelheiten (echte Informationen, Daten), sondern zoomt nur im Rauschen wie in einem Fraktal. Das Ergebnis ist schlicht Datenmüll.
Genau das geschieht, wenn man analoge Bilder (Film, Negativ, Glasplatte usw.) einliest. Oberhalb einer gewissen Auflösung erhält man keine scharfen Einzelheiten mehr, sondern nur noch eine unscharfe Vergrößerung, und die Körnigkeit (das Rauschen) wird vergrößert. Das kann jeder bei großen (analogen) Papierabzügen selbst sehen.
Vergleich digitales Bild und analoges Kleinbild: Gute Kameras, gutes Licht, Stativ, ruhige Motive in großer Entfernung (z. B. Berge), kaum Wind, Draht- oder Selbstauslöser, als analoger Film ein scharfer (z. B. Kodachrome 25).
Digitales Bild: Jedes Pixel ist nutzbar, keine Unschärfe, Rauschen unbedeutend.
Analoges Bild: Entwickelter Film wird gescannt. Filmscanner zu Hause? Ich gebe den Film zum besten Profidienstleister in einer Millionenstadt, den ich nach Vergleich fand, mit teurem Gerät und Fachpersonal; 1 Scan kostet -zig Euro. Das Ergebnis ist eine verrauschte Datei, die man kleinrechnen kann, ohne eine Einzelheit des Bildmotives zu verlieren.
Ergebnis: Unter den genannten günstigen Umständen stecken in einem analogen Kleinbild bestenfalls 5 Megapixel in der Qualität einer Digitalkamera. Im allgemeinen werden mit einem analogen Kleinbild Informationen erfaßt, die 4 Megapixel entsprechen.
Dateien vom Kleinbild mit mehr als 6 Megapixel sind um mehrere Pixel unscharf (das heißt, das die kleinste Einzelheit mehr als 1 Pixel groß ist und einen unscharfen Rand in den Nachbarpixeln hat) und sie sind deutlich verrauscht.
Deshalb halte ich den Vergleich der Anzahl der Megapixel bzw. der Datenmengen von Bilder analoger und digitaler Herkunft ohne Berücksichtigung der Qualität für falsch.
Extremfall: Ich scanne einen Abzug 40×30 cm² mit 2.400 ppi. Hat dieses analoge Bild dann 1,07 Gigapixel und ist damit der digitalen Photographie noch 38 Jahre voraus?