Anfängerin möchte einen Beerengarten anlegen

Hallo

ich möchte einen Beerengarten anlegen mit Klettererdbeeren, Heidelberren und Himbeeren, evtl. noch weitere aber diese erst später erst. Das Gartenstück, welches ich dafür habe liegt im Norden, bekommt allerdings Sonne und liegt aber auch teilweise häufig im Schatten. Mich würde interessieren

  • ob die Lage geeignet ist?
  • welcher Boden am besten ist bzw. wie muß ich den präparieren für
    die Beeren? (ich möchte/muß wg. Lehmboden ein „erhöhtes“ (ca. 20cm)
    Beet dafür anlegen)wir haben das Gelände bereits abgebaggert und
    mit etwas Mutterboden (ca. 20cm) aufgefühlt.
  • was eignet sich (auch optisch) für die Umrandung des „Hochbeetes“?
  • wie wachsen diese Beeren am besten (bitte eure Tipps ob auch Dünger
    wichtig ist u.ä.)
  • vertragen sich die Beeren überhaupt nebeneinander?
  • gibt es irgendwelche Pflanzen die zwischen den Beeren wachsen
    sollen? Ich habe gehört versch. Kräuter (welche nochmals?) wären
    dafür geeignet auch wg. Vermeidung von Schädlingen
  • gibt es vielleicht sonst noch etwas zu beachten?

Der Garten ist noch komplett anzulegen und habe deshalb ziemlich viel Spielraum. Wir sind im vergangenem Jahr erst in einen Neubau eingezogen. Für eure Hilfe bedanke ich mich schon jetzt.

Gruß Angie

PS: Habt ihr schon Erfahrungen mit Klettererdbeeren machen können. An was läßt ihr die hochwachsen? Wie sind die vom Geschmack?

Hallo Angie,

ich möchte einen Beerengarten anlegen mit Klettererdbeeren,
Heidelberren und Himbeeren, evtl. noch weitere aber diese erst
später erst. Das Gartenstück, welches ich dafür habe liegt im
Norden, bekommt allerdings Sonne und liegt aber auch teilweise
häufig im Schatten. Mich würde interessieren

  • ob die Lage geeignet ist?

weniger für Erdbeeren. Himbeeren sind eigentlich Waldrandpflanzen und darum nicht so sehr auf Sonne aus. Kultur-Heidelbeeren stehen beim Profi-Anbauer vollsonnig.

  • welcher Boden am besten ist bzw. wie muß ich den präparieren
    für
    die Beeren?

eigentlich: für jede „Beere“ ihren Ansprüchen entsprechend.
Das wird auf einen Kompromiss hinauslaufen.

(ich möchte/muß wg. Lehmboden ein „erhöhtes“
(ca. 20cm)
Beet dafür anlegen)wir haben das Gelände bereits abgebaggert
und
mit etwas Mutterboden (ca. 20cm) aufgefühlt.

eigentlich baut man da zuerst die Randbefestigung (Mauer), dann füllt man Mutterboden ein. So musst Du hinter der Befestigung mindestens 20cm Freiraum für Schotter einplanen. Mauern um Beete brauchen eine Drainage.

Außerdem ist eine Mutterbodentiefe von nur 20cm sind für Sträucher, und um solche handelt es sich, bei Lehmboden zu wenig. Der sollte mindestens doppelt so tief gelockert und mit Sand vermischt werden.

  • was eignet sich (auch optisch) für die Umrandung des
    „Hochbeetes“?

wie gesagt: eine Mauer. Notfalls auch Planken.
Google mal unter „Trockenmauer“

  • wie wachsen diese Beeren am besten (bitte eure Tipps ob auch
    Dünger
    wichtig ist u.ä.)

wenn Du ernten willst, musst Du düngen.
Aber da kaufst Du am besten ein Buch. Such unter Beerenobst, damit findest Du reichlich Literatur.
Jede Beerenart will im Prinzip etwas anders.

  • vertragen sich die Beeren überhaupt nebeneinander?

Himbeeren wuchern. Ob Kulturheidelbeeren das mögen, kann ich nicht sagen. Ich vermute ohnehin, das sie mit Lehmboden nicht sehr glücklich sein werden.

  • gibt es irgendwelche Pflanzen die zwischen den Beeren
    wachsen
    sollen?

sollen? Eher können. Wichtig ist eher eine Mulchschicht, damit das Beet nicht mit Unkraut und Gras zuwächst. Wenn Du Ertrag haben willst, musst Du Nahrunskonkurrenz vermeiden.

Ich habe gehört versch. Kräuter (welche nochmals?)

Da gibt es so viele Möglichkeiten, dass ich die hier nicht aufzähle. Auch hier: such mit dem Stichwort Kräutergarten via google oder in einer Buchhandlung.

wären
dafür geeignet auch wg. Vermeidung von Schädlingen

das ist eine Illusion. Du kannst durch naturnahe Pflanzung des gesamten Gartens auf ein Gleichgewicht zwischen Schädlingen und Nützlingen hoffen. Aber das stellt sich erst mit der Zeit ein. Und es ist nicht jedes Gartenjahr gleich.

  • gibt es vielleicht sonst noch etwas zu beachten?

eigentlich kannst Du nur aus Erfahrung lernen

Der Garten ist noch komplett anzulegen und habe deshalb
ziemlich viel Spielraum. Wir sind im vergangenem Jahr erst in
einen Neubau eingezogen. Für eure Hilfe bedanke ich mich schon
jetzt.

PS: Habt ihr schon Erfahrungen mit Klettererdbeeren machen
können. An was läßt ihr die hochwachsen? Wie sind die vom
Geschmack?

meine Erfahrung: klettern tun die nicht wirklich. Alle Erdbeeren machen „Ausläufer“, d.h. lange, sehr dünne, na sagen wir mal Stiele, an denen sich wieder junge Pflänzchen bilden. Konventionellen Erdbeeren nimmt man diese Ausläufer, damit die Einzelpflanze alle Kraft in die Früchte packt. Klettererdbeeren behalten die Ranken. Ihre Früchte sind eher klein und nicht wirklich geschmackliche Brüller.

Übrigens ist Erdbeergeschmack, -größe und -ernteverhalten ein sehr weites Feld.

viele Grüße
Geli

Hallo Geli,

vielen Dank für deine ausführlichen Antworten. Ich habe noch ein paar Fragen;

Wg. der „sonnigen“ Nordseite, reicht die Sonnenkraft nicht aus oder was könnte es sonst noch für ein Problem sein?

Das „Hochbeet“ möchte ich auf dem bereits ausgeschüttetem Mutterboden anlegen, ich stelle mir vor dann dieses Beet mit Blumenerde, Mulch, Sand etc. (was eignet sich da am besten alles?) aufzufüllen. Die Pflanzen hätten erst ab ca. 40-50cm Tiefe kontakt mit dem Lehmboden. Würde diese Tiefe ausreichen oder ist es besser das Beet evtl. auf 30cm (oder noch höher?) zu erhöhen?

Die Drainage muß die ein einen Abfluß laufen oder wo kann/soll die noch enden können?

  • welcher Boden am besten ist bzw. wie muß ich den präparieren
    für
    die Beeren?

eigentlich: für jede „Beere“ ihren Ansprüchen entsprechend.
Das wird auf einen Kompromiss hinauslaufen.

Wie kann so ein Kompromiss aussehen? Entschuldige bitte meine unwissende Frage aber ich habe wirklich noch nie in/mit einem Garten gearbeitet.

Habt ihr schon Erfahrungen mit Klettererdbeeren machen
können. An was läßt ihr die hochwachsen? Wie sind die vom
Geschmack?

meine Erfahrung: klettern tun die nicht wirklich. Alle
Erdbeeren machen „Ausläufer“, d.h. lange, sehr dünne, na sagen
wir mal Stiele, an denen sich wieder junge Pflänzchen bilden.
Konventionellen Erdbeeren nimmt man diese Ausläufer, damit die
Einzelpflanze alle Kraft in die Früchte packt.
Klettererdbeeren behalten die Ranken. Ihre Früchte sind eher
klein und nicht wirklich geschmackliche Brüller.

Übrigens ist Erdbeergeschmack, -größe und -ernteverhalten ein
sehr weites Feld.

Hast du bereits einmal versucht die Ranken bei den Klettererdbeeren zu stutzen, damit die Früchte mehr Aroma entwickeln? Ich meine es z.Bsp. so wie es bei Trauben mit den Rebenstöcken gemacht wird.

Ich werde mich jetzt auch mal nach guten Büchern umsehen.

Gruß Angie

Hallo Angie,
von Geli hast Du schon wichtige Infos bekommen. Deine Fragen zeigen, dass Du voll motiviert bist und noch einiges planst. Gerade deshalb möchte ich nicht verhehlen, dass ich ein Grundstück mit nur wenig Sonne nach meiner jetzigen Erfahrung nicht für Beeren verwenden würde.

Wenn man ein Stück Land neu anlegt, steckt man so viel Liebe, Zeit, Energie und natürlich auch Geld hinein. Sehr häufig dachte ich, ich könne den wenig idealen Platz genau damit ausgleichen. Und letztlich habe ich mich meist irgendwann von den Pflanzen getrennt oder wenn möglich woanders hingepflanzt, also viel Geld und Kraft vergeudet.
Das ist es, was ich Dir zu denken geben möchte. Denn die meisten Beeren werden Dir einfach nicht das gleiche Aroma liefern wie sonnenverwöhnte und Deine Ernte wird i.d.R. auch deutlich kärger ausfallen - zumal Du weitere planst. Ob Dich das auf Dauer zufriedenstellt und Dir nun die Mühe wert ist, mußt natürlich Du entscheiden.

Alles Gute! Eva