Hallo Marco,
In der Mathematik hat sich das Axiomsystem ja erst nach
und nach entwickelt.
Vor ein paar tausend Jahren war Mathe nur eine Sammlung
von Rechenvorschriften. (z.B. 3*4=12 und 4*3=12, jedoch
ohne zusammenhang, d.h. A-Gesetz).
Ja, das stimmt. Sie entwickelte sich erst, als man sie brauchte, um andere Wissenschaften zu erklären, etwa die Astronomie. Also ab Beginn der Aufklärung, als man begann, in wissenschaftlichen Kategorien zu denken.
Das waere sozusagen eine Gebaeude ohne Fundament.
Genau.
Eine so geartete Theorie, die heute aktuell ist,
wuerde mich interessieren.
Du meinst im Sinne eines Gebäudes ohne Fundament? Ich kenne keine. Ich kenne nur schwache oder starke Fundamente.
Ob Romanautoren, Paranoiker, Religionsstifter, Werbefuzzies oder Politiker u.v.a.m. Alle konstruieren Fundamente, welche ihren Ausführungen eine innere Logik geben. Im Grund sind wir umgeben von und denken in einer unendlichen Zahl paranoider Konstrukte, die sogar Bestand haben, wenn niemand ihre Grundlagen anzweifelt (Des Kaisers neu Kleider). Nur so läßt sich m.E. die Überzeugung für unterschiedlichste und konträre politische, gesellschaftliche oder religiöse Systeme erklären.
Ein solches fundamentloses Gebäude könnte ich mir allenfalls als frei flottierender Phantasien im Rahmen eines akuten psychotischen Schubes erklären. Selbst da nicht. Selbst Fieberträume haben einen inneren Zusammenhang und eine innere Logik.
Logik scheint mir überhaupt der Schlüssel. Ich bin im Zweifel, ob wir einen Außerirdischen überhaupt sehen und wahrnehmen würden. Er wäre nicht logisch, unser Denken und unsere - selektive - Wahrnehmung könnten auf kein Fundament aufsetzen. Denke an hysterische Blindheit für ausgewählte Objekte.
Wenn wir einem Phänomen keine „logische“ Ursache, ein Fundament also, zuordnen können, nehmen wir es einfach nicht zur Kenntnis und können nicht darüber denken. Wenn wir jetzt noch anfangen, über die Entstehung der Fundamente zu sinnen, dann wird es uferlos
))
Beste Grüße
Otto