Angaben beim Leistungsprofil ?

Einen wunderschönen Guten Abend!

Ich stehe vor einem kleinen Problem und hoffe, Sie können mir weiterhelfen (Achtung, kommt eine etwas längere Vorgeschichte):

Ich habe Kaufmann im Einzelhandel gelernt, danach 12 Jahre im Buchhandel gearbeitet und darf mich zusätzlich als Buchhändler bezeichnen.
Nach dem das Geschäft, in dem ich arbeitete, im September 2003 seine Pforten schloss, bewarb ich mich vorzugsweise als Buchhändler, zumal auch mein Arbeitszeugnis gerade meine Erfahrungen in diesem Bereich hervorhebt.
Nun hatte ich von Mitte April bis Ende August eine kaufmännische Maßnahme inklusive eines Praktikums in einem (kaufmännischen)Betrieb. Ich hatte das große Glück, bei einem Radiosender unterzukommen, in dem ich verschiedene Arbeiten durchlief, unter anderem moderierte ich auch einige Sendungen.
Nach der kaufmännischen Maßnahme sprach ich mit meiner Sachbearbeiterin vom Arbeitsamt über das Thema Umschulung zum Hörfunkmoderator (unter anderem), und ich habe auch ein paar Rundfunkstationen gefunden, bei denen ich mich bewerben kann.
Nun stellt sich mir aber die Frage: soll ich im Leistungsprofil überhaupt meine Fähigkeiten eintragen, die ich in meiner Tätigkeit als Verkäufer erworben habe, zumal ich ja mein Arbeitszeugnis der Bewerbung beilegen muss/sollte, oder sollte ich mich auf die Fertigkeiten beschränken, die sich spezifisch auf den Berufsbereich Moderation beziehen ?

Wäre lieb, wenn mir da jemand weiterhelfen kann.
Lieben Gruß und schon mal dankeschön im voraus

Michael Vogl

Hallo Michael,

Kaufmann im Einzelhandel
12 Jahre im Buchhandel gearbeitet
Radiosender [Umschulung]

Soweit so gut.

Sachbearbeiterin vom Arbeitsamt über das Thema Umschulung zum
Hörfunkmoderator (unter anderem), und ich habe auch ein paar
Rundfunkstationen gefunden, bei denen ich mich bewerben kann.

Damit meinst Du, dass Du Dich bei den Radiosendern für diese Umschulung bewerben willst?

Leistungsprofil

Was zum Geier ist denn ein Leistungsprofil? *grübel* Ist das etwa sowas da: http://www.bewerbung.meerovich.com/webver/#mcp ? Falls ja - Frage am Rande: macht man das heutzutage wirklich so? Ist das sowas wie diese schwachsinnige „dritte Seite“?

In dem Fall würde ich sagen: rein damit. Ich würde das nicht über die Gebühr betonen, aber das kann doch sein, dass das für nen Radiosender, der vielleicht ne Sendung über Bücher plant oder hat höchst interessant sein kann.

überhaupt meine Fähigkeiten eintragen, die ich
in meiner Tätigkeit als Verkäufer erworben habe,

So diese Fähigkeiten für einen Radiomoderator wichtig sind: natürlich rein damit :smile: Will sagen, Du schreibst zwei Listen „Wie bin ich?“ (also sowas wie „kann gut reden“, „weiss viel über Bücher“ was halt auch) und dann eine zweite Liste „Wie soll ein guter Radiomoderator sein?“ (also vielleicht „muss gut reden können“, „muss ne angenehme Stimme haben“ etc.). Wenn Du mutig bist, lässt Du die erste Liste auch von Freunden / Bekannten / Familie ergänzen (das ist manchmal sehr interessant *fg*). Und dann gleichst die beiden Listen ab - und die Schnittmenge erwähnst Du dann in diesem Leistungsprofil.

mein Arbeitszeugnis der Bewerbung beilegen muss/sollte,

Na, das würde ich doch in jedem Fall tun. Das ist doch der einzige Beweis, dass Du in den ganzen Jahren nicht im Knast gehockt hast *fg*

*wink*

Petzi

ersteinmal vielen lieben Dank für Ihre Antwort.

Ja, ich will mich bei einigen Radiostationen bewerben (habe dieses vorher telefonisch mit diesen sendern abgeklärt).

Ja, ich meine diese dritte Seite und ja, sie wird noch immer eingesetzt, wird sogar als „sehr wichtig“ angesehen, wenngleich man besonders jene Kenntnisse und Fertigkeiten eintragen soll, die für den potentiellen Arbeitgeber vom Nutzen sein können (deswegen ja meine Frage, ob ich meine Erfahrungen im Handel mit eintragen soll).

LG

Michael Vogl

Hallo,

danach 12 Jahre im
Buchhandel gearbeitet und darf mich zusätzlich als Buchhändler
bezeichnen.

Dazu bedarf es keiner Genehmigung - darf jeder.

Nun hatte ich von Mitte April bis Ende August eine
kaufmännische Maßnahme inklusive eines Praktikums in einem
(kaufmännischen)Betrieb.

Was war Inhalt der kaufmännischen Maßnahme? Was war der Unternehmeszweck dieses kaufmännischen Betriebes?

Ich hatte das große Glück, bei einem
Radiosender unterzukommen, in dem ich verschiedene Arbeiten
durchlief,

Beschreibe dies mal im Detail. Kaufmännischer Betrieb und Radiosender passt für mich nicht zusammen.

unter anderem moderierte ich auch einige Sendungen.

Worin besteht „kaufmännische Maßnahme“ in Verbindung mit Sendungen moderieren?

Nach der kaufmännischen Maßnahme sprach ich mit meiner
Sachbearbeiterin vom Arbeitsamt über das Thema Umschulung zum
Hörfunkmoderator

Mit welchem Ergebnis? Für mich ergeben sich die Fragen:

  1. Warum sollte grundsätzlich die Förderung einer Umschulung notwendig sein?
  2. Warum wird die Förderung einer Umschulung in einen nicht anerkannten Beruf überhaupt in Erwägung gezogen?

und ich habe auch ein paar
Rundfunkstationen gefunden, bei denen ich mich bewerben kann.

Als was?

Nun stellt sich mir aber die Frage: soll ich im
Leistungsprofil überhaupt meine Fähigkeiten eintragen, die ich
in meiner Tätigkeit als Verkäufer erworben habe, zumal ich ja
mein Arbeitszeugnis der Bewerbung beilegen muss/sollte, oder
sollte ich mich auf die Fertigkeiten beschränken, die sich
spezifisch auf den Berufsbereich Moderation beziehen ?

Um ein Bewerbungsschreiben möglichst kurz zu halten, würde ich die Fähigkeiten aus der Buchhändler-/ Einzelhandelstätigkeit hervorheben, die für die avisierte Stelle von Bedeutung sind. Wenn die Warenkunde beispielsweise unbedeutend ist, kann dies weggelassen werden.

Gruß
Otto

Hallo Otto!

Auch erstmal Ihnen danke für die Antworten.

Was war Inhalt der kaufmännischen Maßnahme? Was war der
Unternehmeszweck dieses kaufmännischen Betriebes?

Oh, da muss man unterscheiden zwischen dem, was vermittelt werden sollte und dem, was tatsächlich war. Wirklich Nutzen ziehen konnte man aus den bereichen „Bewerbungsschreiben auf den neuesten Stand bringen“ und „Computerkenntnisse für Excel und Access“
Alles andere wurde von den Schulungsteilnehmern als überflüssig angesehen, da sie nicht wirklich etwas Wesentliches vermittelten.

Ihre zweite Frage verstehe ich nicht.

Ich hatte das große Glück, bei einem
Radiosender unterzukommen, in dem ich verschiedene Arbeiten
durchlief,

Beschreibe dies mal im Detail. Kaufmännischer Betrieb und
Radiosender passt für mich nicht zusammen.

Zu Beginn der kaufmännischen Maßnahme wurden die Schulungsteilnehmer mit verschiedenen Aufgaben „beschäftigt“ um festzustellen, wo ihre Stärken liegen, und aufgrund dieser Stärken sollte dann ein Betrieb rausgesucht werden, der zum Schulungsteilnehmer „paßt“, dabei war unerheblich, ob es ein kaufmännischer Betrieb ist oder eher in eine vollkommen andere Richtung geht. Man spekulierte darauf, dass passender Betrieb = Übernahme in den Betrieb = aus der Arbeitslosigkeit

unter anderem moderierte ich auch einige Sendungen.

Worin besteht „kaufmännische Maßnahme“ in Verbindung mit
Sendungen moderieren?

siehe oben

Nach der kaufmännischen Maßnahme sprach ich mit meiner
Sachbearbeiterin vom Arbeitsamt über das Thema Umschulung zum
Hörfunkmoderator

Mit welchem Ergebnis?

Das das Arbeitsamt mich fördert, wenn ich einen Umschulungsplatz bekomme UND danach auch Stellen frei sind (das ist der Halen an der Sache)

Für mich ergeben sich die Fragen:

  1. Warum sollte grundsätzlich die Förderung einer Umschulung
    notwendig sein?

Ich weiß, man soll eine Frage eigentlich nie mit einer Gegenfrage beantworten, aber ist es nicht besser, man fördert jemanden in einer Umschulung als das er noch jahrelang arbeitslos ist und mit zunehmenden Alter noch weniger Chancen in seinem erlernten Beruf hat ?

  1. Warum wird die Förderung einer Umschulung in einen nicht
    anerkannten Beruf überhaupt in Erwägung gezogen?

siehe oben.
ergänzen möchte ich jedoch noch, dass ich mich in drei Berufen um eine Umschulung bemühe, wobei natürlich immer noch die Einschränkung greift, dass danach auch Arbeitstellen frei sein müssen.

Lieben Gruß

Michael Vogl

Hallo Michael,

Was war der

Unternehmeszweck dieses kaufmännischen Betriebes?

Damit wollte ich wissen, was in dem „Kaufmännischen Betrieb“ getan wird. Für mich ist ein Kaufm B. ein Handelsbetrieb (Einzel- und Großhandel) Radiosender zählt nicht dazu.

Wirklich Nutzen
ziehen konnte man aus den bereichen „Bewerbungsschreiben auf
den neuesten Stand bringen“ und „Computerkenntnisse für Excel
und Access“

Das sind doch keine kaufmännischen Inhalte.

Ihre zweite Frage verstehe ich nicht.

s.o.

Zu Beginn der kaufmännischen Maßnahme wurden die
Schulungsteilnehmer mit verschiedenen Aufgaben „beschäftigt“
um festzustellen, wo ihre Stärken liegen, und aufgrund dieser
Stärken sollte dann ein Betrieb rausgesucht werden, der zum
Schulungsteilnehmer „paßt“, dabei war unerheblich, ob es ein
kaufmännischer Betrieb ist oder eher in eine vollkommen andere
Richtung geht.

Dann warst du in einer Bildungsmaßnahme bei einem Bildungsträger und anschließend in einem Betrieb in einem Praktikum?

unter anderem moderierte ich auch einige Sendungen.

Dies hat doch überhaupt nichts mit einer kaufmännischen Bildungsmaßnahme zu tun. Damit hat der Bildungsträger m.E. seine Aufgabe nicht sorgfältig ausgeführt.

Mit welchem Ergebnis?

Das das Arbeitsamt mich fördert, wenn ich einen
Umschulungsplatz bekomme UND danach auch Stellen frei sind
(das ist der Halen an der Sache)

Das ist auch nachvollziehbar.

Für mich ergeben sich die Fragen:

  1. Warum sollte grundsätzlich die Förderung einer Umschulung
    notwendig sein?

aber ist es nicht besser, man fördert
jemanden in einer Umschulung als das er noch jahrelang
arbeitslos ist und mit zunehmenden Alter noch weniger Chancen
in seinem erlernten Beruf hat ?

Eine Förderung muß aber notwendig und auch sinnvoll sein, d.h. ein sicherer Weg heraus aus der Arbeitslosigkeit sein. Das sehe ich bei Radiomoderator nicht. Deshalb meine Frage 2.

  1. Warum wird die Förderung einer Umschulung in einen nicht
    anerkannten Beruf überhaupt in Erwägung gezogen?

siehe oben.

Ist für keine ausreichende Begründung.

ergänzen möchte ich jedoch noch, dass ich mich in drei Berufen
um eine Umschulung bemühe, wobei natürlich immer noch die
Einschränkung greift, dass danach auch Arbeitstellen frei sein
müssen.

Das ist völlg korrekt. Doch mir stellt sich die Frage: Warum findet ein Einzelhandelskaufmann mit 12 Jahren Berufserfahrung im Einzelhandel - wozu auch der Buchhandel zählt - keine Beschäftigung im Einzelhandel?
Gruß
Otto

Das ist völlg korrekt. Doch mir stellt sich die Frage: Warum
findet ein Einzelhandelskaufmann mit 12 Jahren Berufserfahrung
im Einzelhandel - wozu auch der Buchhandel zählt - keine
Beschäftigung im Einzelhandel?
Gruß
Otto

Tja, gute Frage.
Ich habe bisher verschiedene Begründungen bekommen (so ich denn eine Antwort bekam):

Zu alt
Kein Fachwissen in dem Bereich
Nicht weiblich genug
Bewerber sollten nur maximal bis 50 Kilometer vom AG entfernt wohnen (Anmerkung dazu: ich bewerbe mich deutschlandweit).

Allerdings erzählte mir ein AG mal, das auf ein Stellenangebot dieses AGs zwischen 250 - 350 Bewerbungen kamen. Kurzum: die „Konkurrenz“ ist zu groß.

Hallo Michael,

ersteinmal vielen lieben Dank für Ihre Antwort.

bitteschön :smile: Und netter Hinweis am Rande: hier im Forum duzen wir uns üblicherweise - ist also nicht despektierlich gemeint oder so…

Ja, ich will mich bei einigen Radiostationen bewerben (habe
dieses vorher telefonisch mit diesen sendern abgeklärt).

Oh, dann würde ich aber lieber als ne ausgefeilte dritte Seite zu dichten, das Werk schnellstmöglich hinschicken. Nämlich solange man a) noch guten Gewissens schreiben kann „Sehr geehrter Herr Personalmichl, vielen Dank für das nette / informative Telefonat gestern / heute Vormittag. Wie wir ja besprochen hatten…“ und b) sich der nette Herr Personalmichl noch an einen erinnert.

Ja, ich meine diese dritte Seite und ja, sie wird noch immer
eingesetzt, wird sogar als „sehr wichtig“ angesehen,

Okay, da scheinen sich die Gelehrten zu streiten, ich für meinen Teil halte davon nix, aber das würde dann eh ne andere Diskussion werden *fg*

wenngleich man besonders jene Kenntnisse und Fertigkeiten
eintragen soll, die für den potentiellen Arbeitgeber vom
Nutzen sein können (deswegen ja meine Frage, ob ich meine
Erfahrungen im Handel mit eintragen soll).

Eben - und da kommt’s drauf an, welche Erfahrungen Du davon als Radiomoderator nutzen kannst.

*wink*

Petzi