Hallo Ango,
ich kenne alle diese Gesellschaft und noch viele mehr. Daher kann ich Dir sagen: Erstmal entspannen!
Richtig ist, dass es sich hierbei um Beteiligungen, also so genannte geschlossene Fonds handelt. Der Nachteil hierbei ist die deutlich eingeschränkte Verfügbarkeit während der Laufzeit. Derzeit haben sich aber zahlreiche Zweitmarktplattformen am Markt etabliert, so dass hier ein vorzeitiger Ausstieg zumindest möglich wäre. Wenn Du gute Fonds hast, bekommst Du hier auch einen ordentlichen Preis. Wenn nicht, dann könnte das ein Indiz für die Qualität des Fonds sein. Am besten schaust Du einfach mal auf die bekanntesten Seiten (einfach mal „Zweitmarkt Beteiligungen“ googlen) und guckst, ob dort bereits Deine Fonds gehandelt wurden und zu welchem Preis.
Richtig ist weiterhin, dass hier ein Totalverlustrisiko besteht. Doch sein wir mal ehrlich, angesichts der aktuellen Krise stelle ich mich bestimmt nicht mehr hin und sage, dass dies oder das absolut sicher ist. Insofern stellt sich die Frage nach der Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls.
Ein guter Ratgeber ist da z.B. die jeweilige Leistungsbilanz des Initiators. Dort steht, welche Projekte sie bislang realisiert haben und wie erfolgreich sie damit waren. Lass Dich also nicht verrückt machen, sondern prüfe sorgfältig, ob die genannten Fonds zu Deinem Risiko-Renditeprofil passen.
Grundsätzlich halte ich eine Investition in geschlossene Fonds für sehr sinnvoll. Allerdings nur als Ergänzung zu einer breiten Palette traditioneller Investments, wie Aktien(fonds) und Renten. Entscheidend ist hier eine möglichst breite Streuung (Diversifikation) in unterschiedliche Assetklassen (Asset=Anlageform) mit möglichst niedriger Korrelation (Abhängigkeit) zueinander. Prof. Dr. Busse (Hochschule München) ist neben anderen renommierten Persönlichkeiten ein absoluter Verfechter von der Beimischung so genannter Sachwertfonds. Und dies liegt darin begründet, dass er anhand eingehender Studien nachgewiesen hat, dass gerade diese Beimischung es ermöglicht, mehr Rendite rein und mehr Risiko raus zu bekommen. Also eigentlich genau dass, was man als Anleger doch möchte, oder?
Bildlich gesprochen musst Du Dir das so vorstellen: Du bist auf einer schönen Südseeinsel, auf der den halben Tag die Sonne scheint und es nachmittags oft regnet. Auf dieser Insel gibt es Geschäfte die Sonnencreme verkaufen und andere die Regenschirme anbieten. An beiden bist Du beteiligt. Was sagt Dein gesunder Menschenverstand? - Genau! Irgendwie gewinnst Du immer. Zwar nie so viel, als wenn Du nur das eine oder andere anbieten würdest, aber dafür kann Dich auch das Wetter (Finanzkrise) nicht beunruhigen.
Aber (irgendwo muss ja noch ein Haken kommen), ich wage anhand Deiner Aussage zu behaupten, dass Dein Depot nicht ausreichend breit gesreut ist und es außerdem nicht zu Deiner Risikoklasse passt. Denn 2 von 4 ist definitiv im Bereich von festverzinslichen Wertpapieren, bestenfalls noch Mischfonds angsiedelt und stimmt defakto nicht mit der Fondsauswahl überein. Hier sehe ich durchaus Handlungsbedarf, denn die Banker haben an dieser Aktion sehr ordentlich verdient.
In der Regel liegen die Provisionen in diesem Bereich so zwischen 8 und 15 % von der Einzahlungssumme und da ist ein „passt scho!“ doch etwas schmal als Aussage. Das solltest Du doch mal prüfen und darüber hinaus abklopfen, ob die Streuung in Deinem Depot Deinen Anforderungen genügt.
Kurz zusammengefasst:
- Kein Grund zur Panik!
- Verkauf über Zweitmarkt grundsätzlich möglich
- Totalverlustrisiko besteht theoretisch, aber entscheidend ist die Wahrscheinlichkeit herifür. Letztendlich ist es die Investition in Sachwerte und das ist allemal besser als Derivate oder manch Unternehmensanleihe, wo übrigens aus Totalverlust möglich ist.
- Die Banker haben richtig dick daran verdient, also fordere Dein Recht nach einer wirklich guten Beratung
- Die Fonds passen auf keinen Fall zu Deinem Risikoprofil. Das solltest Du auf jeden Fall prüfen. Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit einer Falschberatung und damit Anspruch auf Rückabwicklung!
- Last but not least: Geschlossene Fonds sind nicht pauschal schlecht. Ganz im Gegenteil, denn genau deren Beimischung bringt Sicherheit und Renditestärke ins Depot.
Ich hoffe, dass hilft Dir weiter.
Viele Grüße
Stephan
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