Angeblich sichere Geldanlagen?

Hallo,

ich neige eigentlich nicht zu Panikreaktionen aber allmählich wird mir bzgl. diverser Geldanlagen doch ziemlich mulmig…

Wer kann zu folgenden Fonds/Beteiligungen etwas sagen:

Ideen Kapital Pro Rendita 4
BVT Residential USA 6
Ownership Tonnage III
KGAL Private Equity Class 6

Ich bin in allen deutlich fünfstellig investiert (Erbe).
Die Kopie des Beratungsgesprächs der Bank,aus dem hervorgeht,daß ich Anlagen mit niedrigem Risiko wünsche (Stufe 2 von 4)liegt mir vor.

Nach telefonischer Rücksprache mit der Bank besteht angeblich kein Grund zur Sorge…

Danke für sachkundige Antworten.

Gruß Ango

Hallo,

Hallo,

ich neige eigentlich nicht zu Panikreaktionen aber allmählich
wird mir bzgl. diverser Geldanlagen doch ziemlich mulmig…

Ich versuche mal einigermaßen diplomatisch zu antworten: Ganz unmulmig wäre mir auch nicht!

Wer kann zu folgenden Fonds/Beteiligungen etwas sagen:

Ideen Kapital Pro Rendita 4

Dieser geschlossene Fonds versucht aus gebrauchten britischen Lebensvers. Gewinne zu erzielen. Lt. Prospekt wendet er sich an RISIKOBEWUßTE ANLEGER, die auch einen TOTALVERLUST einschl. auch ausgezahlter Gewinnen wirtschaftlich verkraften können! (Was ist da sicher?)

BVT Residential USA 6

geschlossener IMMO-Fonds der versucht Geld für Appartments in USA zusammenzukriegen, um sie dann zu vermieten, resp. evtl. zu verkaufen!

Ownership Tonnage III

4 Containerschiffe sollen u.a. mit deiner Beteiligung gebaut werden. Hoffentlich machen die auch Gewinn!

KGAL Private Equity Class 6

Beteiligung an div. Firmen (Dachfonds)

Ich bin in allen deutlich fünfstellig investiert (Erbe).
Die Kopie des Beratungsgesprächs der Bank,aus dem
hervorgeht,daß ich Anlagen mit niedrigem Risiko wünsche (Stufe
2 von 4)liegt mir vor.

Ich sage dazu nichts!
Fakt ist, es gibt keinen Markt. Du kommst als Kommanditist bzw. aatypisch stiller Gesellschafter aus der Nummer vor Ablauf nicht raus (außer du findest jemand der das übernimmt)!

Nach telefonischer Rücksprache mit der Bank besteht angeblich
kein Grund zur Sorge…

Was würdest du als Banker dir sagen?

Danke für sachkundige Antworten.

Bitte!

Gruß cooler

P.S. Liest du die Emissionsprospekte nicht durch? Wenigstens die wichtigen Stellen?

bzw. aatypisch stiller Gesellschafter aus der Nummer vor

Nur ein Verschreibser: atypisch

Hallo Ango,

Wer kann zu folgenden Fonds/Beteiligungen etwas sagen:

Ideen Kapital Pro Rendita 4
BVT Residential USA 6
Ownership Tonnage III
KGAL Private Equity Class 6

Ich bin in allen deutlich fünfstellig investiert (Erbe).
Die Kopie des Beratungsgesprächs der Bank,aus dem
hervorgeht,daß ich Anlagen mit niedrigem Risiko wünsche (Stufe
2 von 4)liegt mir vor.

ich habe ja schon viel gesehen, aber nur um mal den KGAL rauszugreifen.
Ums mal deutlich zu sagen, zu behaupten, dass sei eine sichere Anlage oder Anlage mir niedrigen Risiko ist völliger Blödsinn, eine Frechheit
und das ist jetzt noch nett ausdrückt.

ich zitiere:

KGAL, Tochtergesellschaft der Allianz AG.
Risiken:

  • Die Zielfonds bzw. deren Investitionen in die Zielunternehmen können durch schlechtes
    Management zum Totalverlust führen.
    -Blind Pool Risiko, da die Zielfonds während der Zeichnung noch nicht feststehen.
    -Änderungen der steuerlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Zukunft.
    -Mangelnde Fungibilität der Anteile während der Laufzeit.

Zielgruppe:
-Anleger, die ihr Portfolio diversifizieren / risikooptimieren möchten,
-Anleger, denen Aktien / IPO´s/ Private Equity Fonds interessant erscheinen,
-Anleger, die einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont haben,
-Anleger, die über ausreichenden finanziellen Spielraum verfügen.

Gruss
Börsenfan1968

Hallo,

Danke für Euer beider Einschätzung (auch wenn mir die Antwort nun gar nicht gefällt…)
Gibt es wirklich gar keine Möglichkeit die Anteile zu verkaufen.
Habe etwas von einem sog. „Zweitmarkt“ gehört.
Leider habe ich mich bislang außer mit Lebensversicherung und Festverzinslichem nie mit solchen Anlagen beschäftigt.
Ich wollte eine sichere ,längerfristige Anlage,das habe ich im Gespräch auch mehrfach betont.

Kann ich evtl. gegen den „Berater“ vorgehen?
Gibt es andere Möglichkeiten noch was zu retten?

Nochmals Danke für Ratschläge!
Gruß Ango

Hallo,
was heißt zu retten? Das Dumme ist, dass du noch gar nicht wissen kannst, ob du was retten musst!
Es ging dir ja um die Frage nach der Sicherheit - die Antwort kennst du ja aufgrund unserer Statements.
Die Definition der „Stufe 2“ würde mich mal interessieren!

Ein Zweitmärktle ist entstanden, aber das ist 100%ig mit viel Verlust verbunden! Die wollen ja auch verdienen (wenn sie deine Anlagen überhaupt nehmen)!

Gruß cooler

P.S. Grundsätzlich würde ich mich bei den Betreibern nochmals (mit Nachdruck) erkundigen, ob nicht doch die Möglichkeit eines Rückverkaufes (wg. Krankheit, Notfall,usw.) besteht! Es ist ja anscheinend das krasse Gegenteil von deinen (Sicherheits-) Vorstellungen!

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Hallo Ango,

ich kenne alle diese Gesellschaft und noch viele mehr. Daher kann ich Dir sagen: Erstmal entspannen!

Richtig ist, dass es sich hierbei um Beteiligungen, also so genannte geschlossene Fonds handelt. Der Nachteil hierbei ist die deutlich eingeschränkte Verfügbarkeit während der Laufzeit. Derzeit haben sich aber zahlreiche Zweitmarktplattformen am Markt etabliert, so dass hier ein vorzeitiger Ausstieg zumindest möglich wäre. Wenn Du gute Fonds hast, bekommst Du hier auch einen ordentlichen Preis. Wenn nicht, dann könnte das ein Indiz für die Qualität des Fonds sein. Am besten schaust Du einfach mal auf die bekanntesten Seiten (einfach mal „Zweitmarkt Beteiligungen“ googlen) und guckst, ob dort bereits Deine Fonds gehandelt wurden und zu welchem Preis.

Richtig ist weiterhin, dass hier ein Totalverlustrisiko besteht. Doch sein wir mal ehrlich, angesichts der aktuellen Krise stelle ich mich bestimmt nicht mehr hin und sage, dass dies oder das absolut sicher ist. Insofern stellt sich die Frage nach der Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls.

Ein guter Ratgeber ist da z.B. die jeweilige Leistungsbilanz des Initiators. Dort steht, welche Projekte sie bislang realisiert haben und wie erfolgreich sie damit waren. Lass Dich also nicht verrückt machen, sondern prüfe sorgfältig, ob die genannten Fonds zu Deinem Risiko-Renditeprofil passen.

Grundsätzlich halte ich eine Investition in geschlossene Fonds für sehr sinnvoll. Allerdings nur als Ergänzung zu einer breiten Palette traditioneller Investments, wie Aktien(fonds) und Renten. Entscheidend ist hier eine möglichst breite Streuung (Diversifikation) in unterschiedliche Assetklassen (Asset=Anlageform) mit möglichst niedriger Korrelation (Abhängigkeit) zueinander. Prof. Dr. Busse (Hochschule München) ist neben anderen renommierten Persönlichkeiten ein absoluter Verfechter von der Beimischung so genannter Sachwertfonds. Und dies liegt darin begründet, dass er anhand eingehender Studien nachgewiesen hat, dass gerade diese Beimischung es ermöglicht, mehr Rendite rein und mehr Risiko raus zu bekommen. Also eigentlich genau dass, was man als Anleger doch möchte, oder?

Bildlich gesprochen musst Du Dir das so vorstellen: Du bist auf einer schönen Südseeinsel, auf der den halben Tag die Sonne scheint und es nachmittags oft regnet. Auf dieser Insel gibt es Geschäfte die Sonnencreme verkaufen und andere die Regenschirme anbieten. An beiden bist Du beteiligt. Was sagt Dein gesunder Menschenverstand? - Genau! Irgendwie gewinnst Du immer. Zwar nie so viel, als wenn Du nur das eine oder andere anbieten würdest, aber dafür kann Dich auch das Wetter (Finanzkrise) nicht beunruhigen.

Aber (irgendwo muss ja noch ein Haken kommen), ich wage anhand Deiner Aussage zu behaupten, dass Dein Depot nicht ausreichend breit gesreut ist und es außerdem nicht zu Deiner Risikoklasse passt. Denn 2 von 4 ist definitiv im Bereich von festverzinslichen Wertpapieren, bestenfalls noch Mischfonds angsiedelt und stimmt defakto nicht mit der Fondsauswahl überein. Hier sehe ich durchaus Handlungsbedarf, denn die Banker haben an dieser Aktion sehr ordentlich verdient.

In der Regel liegen die Provisionen in diesem Bereich so zwischen 8 und 15 % von der Einzahlungssumme und da ist ein „passt scho!“ doch etwas schmal als Aussage. Das solltest Du doch mal prüfen und darüber hinaus abklopfen, ob die Streuung in Deinem Depot Deinen Anforderungen genügt.

Kurz zusammengefasst:

  1. Kein Grund zur Panik!
  2. Verkauf über Zweitmarkt grundsätzlich möglich
  3. Totalverlustrisiko besteht theoretisch, aber entscheidend ist die Wahrscheinlichkeit herifür. Letztendlich ist es die Investition in Sachwerte und das ist allemal besser als Derivate oder manch Unternehmensanleihe, wo übrigens aus Totalverlust möglich ist.
  4. Die Banker haben richtig dick daran verdient, also fordere Dein Recht nach einer wirklich guten Beratung
  5. Die Fonds passen auf keinen Fall zu Deinem Risikoprofil. Das solltest Du auf jeden Fall prüfen. Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit einer Falschberatung und damit Anspruch auf Rückabwicklung!
  6. Last but not least: Geschlossene Fonds sind nicht pauschal schlecht. Ganz im Gegenteil, denn genau deren Beimischung bringt Sicherheit und Renditestärke ins Depot.

Ich hoffe, dass hilft Dir weiter.
Viele Grüße
Stephan

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