‚unbehandeltes‘ Meersalz
Hallo,
das Thema Salz ist eine Sau, die gleich von mindestens zwei Seiten durchs Dorf getrieben wird. Was man der Sau zu Gute halten muss: Hier vereinen sich zwei Gruppen zur Treibjagd, die sich sonst eher feindlich gesinnt sind: Nämlich (so genannte) Feinschmecker und Esoteriker.
Begründet wird dies (zusammengefasst) damit, dass das Salz
natürlicherweise nebst Natriumchlorid noch etliche weitere
Mineralstoffen und Spurenelemente enthalte,
Soweit, so richtig.
Aber auch dieses - so wunderhübsch klingende - Natur Salz besteht zu 97% aus Natriumchlorid (übrigens eine chemische Verbindung, s.u.) Bevor man sich also näher mit dem „was sonst noch drin ist“ eine kleine Rechnung: Mann (oder Frau) soll rund 5 Gramm zu sich nehmen, verspeist wird knapp das Doppelte - nicht pro Stunde, pro Tag ist gemeint! Das bedeutet: von dem, „was sonst noch drin ist“ nimmt man 0,15 g (bzw. 0,3) g zu sich. Der Anteil von „was sonst noch drin ist“ ist bezogen auf die Tagesdosis also lächerlich. Bei Meersalz ist „was sonst noch drin ist“ im wesentlichen Bittersalz (was in höheren Mengen abführt, ansonsten aber keinen sittlichen Nährwert hat), Kaliumchlorid und Magnesiumchlorid, alles nix, was man wirklich braucht. Die eigentlichen Mineralstoffe sind noch minimalistischer vorhanden, wenn man da in verbrauchstaugliche Regionen kommen will, müsste man so viel Salz essen, dass man an was auch immer leiden würde. (bspw. benötigt man 300 mg Magnesium, in den (eigentlich ungesunden) 2 Teelöffeln, die Mensch so isst, sind aber lediglich 1,6% des Bedarfs, nämlich 5 mg)
Das betrifft dann natürlich auch die energetischen Schwingungen von esoterischem Himalayasalz, von dem man nur sicher weiß, dass es dreckiger ist als anderes (Stein-)Salz.
Weiter findet man Einträge auf Kochforen und Kochseiten, wo
auf unbehandeltes Meersalz geschwört wird des Geschmackes
wegen,
Auch, wenn man über Geschmack streiten kann, ein Wort hierzu: Es gibt einen Geschmacksunterschied zwischen einigen Salzsorten. Der betrifft aber eigentlich nur das „Mouthfeeling“, wie es so hübsch heisst. Bedeutet im Klartext: Wenn überhaupt, dann merkt man den Unterschied nur, wenn man das Korn bzw. den Kristall als Ganzes zu sich nimmt. Im Nudelwasser oder in der Sauce kann man eh alles vergessen. Ansonsten merkt man das, wie gesagt, schon, das rechtfertigt m.E. aber auch keinen riesigen Zinnober. Meersalz langt zu diesem Zweck, „normales“ Fleur de sel kann es dann auch tun. Aber viel mehr schmeckt man nicht als Unterschied, wie diverse Blindproben, die ich zu dem Thema auch schon mit Feinschmeckern gemacht habe, die Stein auf Salz geschworen haben, dass sie „was sonst noch drin ist“ und „was auch immer“ rausschmecken… verloren haben sie 
Last not least noch zum Thema Rieselhilfe: Die „chemischen Zusätze“ (Natriumchlorid- s.o.) die als Rieselhilfe drin sind, die findet man bspw. auch im Trinkwasser. Nix Böses also:
http://de.wikipedia.org/wiki/Speisesalz#Verbesserung…
LG Petra,
die in ihrer Küche 3 Salzsorten hat:
„normales“ Salz, grobes Meersalz für Salzkrusten und feines Meersalz für einige kalte Spielereien, bei denen es oben auf gestreut wird (Antipasti bspw.)