Hallo Wolfgang,
danke für Deine Ausführungen, ich denke, wir sind nicht so weit weg voneinander.
Ich kenne das Thema bei meiner Tätigkeit als Hausverwalter sehr gut: immer hat irgend einer bei Versammlungen eine Zeitungsanzeige dabei, in der ein Rattenfänger sich superdupergünstig anpreist. Leider kann ich die Angebote noch so sehr zerpflücken und teilweise auch klar darstellen, dass Anbieter XY nur deshalb billiger ist, weil er wichtige Dinge mal eben „vergessen“ hat oder weil er wie durch ein Wunder nur die halbe Arbeitszeit ansetzt, die der langjährige, ortsansässige Betrieb errechnet hat. Bei Eigentümergemeinschaften gewinnt leider viel zu oft der billigere Pfuscher.
Gerade deshalb - und weil ich den Umgang mit seitenlangen Angeboten gewohnt bin - habe ich sehr detailliert angefragt. Wir beschäftigen uns wirklich schon lange mit der Thematik, wir wissen, dass es nicht nur um ein paar Dämmplatten geht, sondern sehr viel daran hängt (Fensterbänke, Regenrinnen, Dachüberstand und und und). Deshalb müssen ja auch Dachdecker, Fensterfirma (DAS macht der örtliche, der sofort ein solides Angebot abgegeben hat *freu*) und Fassadenfirma gut koordiniert werden. Das habe ich den Handwerkern deutlich gesagt, auch, dass wir - wegen der beruflichen Erfahrung - lieber etwas mehr ausgeben, aber dann stimmt die Qualität. Das meine ich wirklich so, wir haben betont, dass wir NICHT die billigsten Materialien wollen, sondern möglichst gute, usw.
Auch habe ich ganz offen gesagt, dass wir eigentlich nur 2 Angebote pro Gewerk einholen werden. Eben weil sich die Handwerker ja teilweise kennen, und dass man nur ein einziges Angebot einholt, wäre dann doch zu wenig, damit müssen auch Handwerker leben. Ich wollte fair sein, aber das war wohl naiv - mein Mann findet, lieber ein paar Angebote mehr.
Solche Geschichten wie myHammer.de wollten wir bewußt vermeiden. Außerdem möchte ich keine Firmen beauftragen, die bereits beruflich für von mir verwaltete Objekte etwas ausgeführt haben, denn man kommt sonst sehr leicht in den Verdacht, sich Vorteile zu verschaffen. Umgekehrt aber habe ich nach einiger Zeit meinen Kunden auch schon zum Beispiel den Klemptner, der unser Bad gemacht hat oder den Malermeister, der bei meiner Schwiegermutter gut gearbeitet hat, empfohlen.
Da wir in einem Gebiet wohnen, in dem gerade sehr viel saniert wird, unterhalten wir uns natürlich auch mit anderen Betroffenen. So ist eine Malerfirma, auf deren Angebot wir warten, bereits wieder aus dem Rennen: so, wie das Angebot auf sich warten läßt, so bleiben auch Baustellen (in dem Fall keine Dämmung, wo es Ende 2006 ja Lieferprobleme gab) lässig mal eben liegen - nein, danke ! Auf meiner Hunderunde gehe ich TÄGLICH an diesem Betrieb vorbei und man grüßt sich freundlich, die Baustelle wäre für den Familienbetrieb so nahe, dass die Gerüstteile zu Fuß transportiert werden könnten, aber als uraltes Unternehmen haben die es wohl nicht nötig 
Außerdem sind wir 3 Familien, die eine Sanierung planen, aber nicht zeitgleich. Wir setzen uns alle zusammen, werden die Angebote anschauen und Erfahrungen mit anderen Nachbarn, die schon weiter sind als wir, austauschen. Eigentlich schön blöd von den Firmen, dass sie sich nicht bemühen - man SIEHT hier auf den ersten Blick, dass mehrere Aufträge möglich sind *find*. ICH jedenfalls habe eine andere Auffassung von Kundenfreundlichkeit 
Viele Grüße,
Inselchen