„Erläutern Sie (in einem kleinen Text), durch welche zwei
grundsätzlichen Ansätze( angebots- oder nachfrageorientierte
Politik) Arbeitslosigkeit bekämpft werden kann.“
Nachfrageorientierung:
Stichwort Keynes
Es wird vor allem auf die Nachfrage und Nachfrager gesetzt
antizykliche Wirtschaftspolitik, d.h. in Zeiten der Rezession sollte der Staat seine Nachfrage stärker (also vermehrt Straßen bauen, Staatsdiener - aber am besten keine Beamten, da er diese dann ja auch in Bommzeiten hat - anstellen etc.) oder die Nachfrage der Bevölkerung stärken (Steuern senken, staatliche Hilfen wie Kinder- oder Wohnungsgeld erhöhen). Eine höhere Verschuldung wird akzeptiert.
Wichtig ist hierbei, dass es zu einem Multiplikatoreneffekt kommt. Das heißt, der Staat gibt 1 Mrd. Euro für den Straßenbau aus. Also können für 1 Mrd. Euro neue Arbeiter angestellt werden (mal angenommen, zur Vereinfachung, es geht alles in die Löhne). Die Arbeiter kaufen für 1 Mrd. Euro neue Autos (mal angenommen, alle Straßenarbeiter kaufen das gleiche Gut, auch zur Vereinfachung). Dann liegt schon eine Verdopplung der durch den Staat ausgelösten Nachfrage vor. Für 1 Mrd. Euro werden neue Autoarbeiter angestellt, die ebenfalls für 1 Mrd. Euro mehr konsumieren können etc.
Da der Staat diese zusätzlichen Ausgaben aber entweder über geringere Ausgaben an anderer Stelle, höheren Steuern oder über Kredite (die zu einer Zinserhöhung führen und damit die Investitionsnachfrage senken) finanzieren muß (oder über Gelddrucken, was zu einer Inflation führt), wird dieser Multiplikatoreffekt gesenkt. Um wieviel, ist natürlich die große Frage.
Angebotsorientierung:
wird auch Wachstumspolitik genannt
Stichwort Monetaristen
es wird vor allem aufs Angebot und Anbieter (Unternehmer) gesetzt
Hierzu gehört z.B. die Senkung der Sozialabgaben, Steuersenkung bei Unternehmen und Haushalten (kann also Zeichen von Nachfrage- wie Angebotsorientierung sein), geringerer Kündigungsschutz und ähnliches, Privatisierung staatlicher Betriebe, Liberalisierung (Ladenöffnungszeiten, auf dem Energiemarkt, bei Bahn, Telefon etc.).
Fazit: Abbau der staatlichen Eingriffe auf die Märkte
Zusatz zur Steuerpolitik:
In einer Angebotsorientierten Politik ist immer Steuersenkung angesagt. Die Staatsquote kann praktisch gar nicht niedrig genug sein. In einer Nachfrageorientierten Politik ist Steuersenkung nur in Rezessionszeiten angesagt. Wenn es boomt, sollte der Staat in einer Nachfrageorientierten Politik die Steuern erhöhen.
Dadurch kann man auch unterscheiden, welche Steuern gesenkt werden. Es gibt Steuersätze (z.B. Mehrwertsteuer), die kann man (sollte man) nicht alle paar Jahre verändern (erhöhen, senken, erhöhen, senken,…). Bei anderen ist es schon einfacher möglich. Am leichtesten ist (was in Deutschland als letztes Brüderle vorgeschlagen hat), wenn man in Rezessionszeiten jedem Bürger 1000 DM schenkt (ob es sinnvoll ist, ist eine andere Frage). Das kann man in jedem Jahr machen oder eben nicht.