Angefasst werden - wie verhindern?

Hallo!

Ich bin mir nicht sicher, ob ich hier im richtigen Brett gelandet bin, es erschien mir aber letztendlich doch besser als das Eltern-Kinder-Brett.

Mein Problem ist kein grosses, aber eines das mich ärgert:

Ich bin im 4. Monat schwanger. Mein Schwiegervater hat mir schon vorher gerne mal die Finger in die Seiten geborht, um mich zu kitzeln. Mir passt das nicht wirklich, aber ausser Ausweichen habe ich bis vor kurzem nichts dagegen unternommen.
Beim letzten Mal passierte das direkt nach dem Essen, und ich merkte an, dass das im Moment weniger gut sei. Als er fragte, wann denn dann, sagte ich, am besten gar nicht.
Naja, ich denke, er hat es bewusst überhört, darauf eingegangen ist er jedenfalls nicht.

Vor ein paar Tagen hat er dann festgestellt, dass man so langsam ein Bäuchlein sehen kann, und hat mir prompt auf den Bauch gefasst.

Tja, und da steh ich nun, und mir ist das alles andere als angenehm, aber wie sag ichs?
Ich will ihn nicht vor den Kopf stossen, er meint es ja nicht böse, aber es ist einfach eine Grenze, die er überschreitet, und das will ich nicht.
Ich bin generell eher zurückhaltend und schüchtern, wenn es darum geht, andere um persönliches zu bitten, deswegen fällt es mir sehr sehr schwer, einfach zu sagen, er soll es bitte lassen. Zumal ich absolut nicht wüsste, in welchem Tonfall.

Ich sehe aber auch die kommende Zeit, und ich befürchte, dass ich mich nun auf immer wiederkehrendes Bauchtasten einstellen kann. Und DAS will ich nun auf gar keinen Fall. Mal davon abgesehen ist es auch sehr unangenehm, mit spitzen Fingern nicht gerade sanft in die Rippen gepiekt zu werden *seufz*

Ich habe auch so ein bisschen die Befürchtung, wenn ich allzu deutlich meine Meinung sage, als empfindlich oder sowas angesehen zu werden.
Mag sein, dass das in der Hinsicht so ist, aber auf solche persönlichen Dinge nimmt man dort eher weniger Rücksicht, so meine Erfahrung.

Habt ihr nicht ein paar Tipps für mich, wie man das Ganze vielleicht eher locker-flockig angehen könnte?

Ich muss ja auch selbst erstmal lernen, mit der wachsenden Fülle umzugehen, im Moment fühle ich mich noch nicht so ganz wohl damit. Und dann werde ich schon mit Blicken (ist er gewachsen?) ständig drauf hingewiesen, da muss ich nicht noch angefasst werden. Eigentlich sollte das meiner Meinung nach auch selbstverständlich sein, dass man andere nicht einfach anfasst.

*seufz*

Liebe Grüsse und dankeschön schonmal!

Bine

Hallo,

was willst Du machen? Ganz einfach: es unterbinden. Du leidest nun schon eine ganze Weile darunter und es passt Dir nicht. Sollte er Dir noch einmal zu nahe kommen, dann würde ich ein passendes: „Lass das bitte, ich mag das nicht.“ einwerfen, sollte er - auch nach weiteren Aufforderungen - nicht aufhören, dann darfst Du ruhig massiv werden. Friede-Freude-Eierkuchen auf Deine Kosten, um keinen Preis.
Ausserdem, je mehr Du diese Vorkommnisse in Dir sammelst, desto heftiger wird irgendwann Deine Abwehrreaktion sein.

Gruß
Christian

Liebe Bine,

ein Patentrezept habe ich auch nicht, dafür aber viel Mitgefühl! Mir ging’s ganz genau so, als ich schwanger war. Und es war auch mein Schwiegervater, der mir an den Bauch griff. Aber auch andere bekannte und weniger bekannte Menschen um mich herum.

Bei meinem Schwiegervater hat mein Mann dann mal in einer ruhigen Minute mit ihm gesprochen und ihm gesagt, dass nur er (mein Mann) mich an den Bauch fassen darf. Das hat ganz gut funktioniert. Bei anderen Leuten hab ich dann auch manchmal gesagt: „DAS darf aber nicht jeder!“ oder so ähnlich. Schließlich ist der Bauch schon eine Art intimer Bereich. Aber kaum ist ein Baby drin, scheint das irgenwie aufgehoben zu sein.

Mit dem Bauchanfassen fing bei uns aber der Kampf um Einhaltung von Grenzen erst an. Als das Kind dann da war bzw. auch schon kurz davor, ging’s erst richtig los: man wollte mitreden beim Namen, bei der Kleidung, beim Stillen, beim Zufüttern, bei der Erziehung, wann das Baby wo und bei wem übernachtet, wie es einzuschlafen hat usw. Eben all das, wo Eltern und Schwiegereltern schon Erfahrung haben und man selber aber noch nicht. Auch hier haben wir um Grenzen gekämpft und darum, nun selbst Eltern zu sein und als solche auch Entscheidungen treffen zu können.

Das soll nicht heißen, dass wir unsere Eltern nicht auch mal um Rat gefragt hätten bzw. für ihren Rat sehr dankbar waren. Aber Einmischungen, Körperberührungen (auch z.B. Ablecken von Babys Schnuller, Fingern oder sonstwas) und Bevormundungen wollten wir nicht und haben uns für die Einhaltung dieser Grenzen eingesetzt.

Das war schwer aber erfolgreich, so dass wir jetzt mit allen Generationen in unserer Familie zumeist friedlich und konstruktiv und vor allem respektvoll miteinander umgehen können.

Ich wünsche dir/euch einen langen Atem beim Entdecken und Durchsetzen eurer alten und neuen Grenzen.

Ulla

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was ist dir wichtiger - das man sich für ein wenig empfindlich hält - was ja ausserdem dein recht ist - schwanger oder nicht…
oder dass du dich in der gegenwart sicher und wohl fühlen kannst weil man deine bedürfnisse respektiert?

mag sich nun blöde anklingen - aber du musst dich entscheiden -
vor allem bedenke mal - wenn du dich da schon schwer tust - was du
deinem kind mitgibst auf dem wege… denn an dir lernt es doch.

und wenn die mutter nicht für sich einsteht…gibt sie es weiter und
das kind wird auch schwierigkeiten haben damit - auswirkungen unbekannt.

du musst nicht immer von allen gemocht werden, man muss dich auch nicht verstehen - schon gar nicht jeder.
sein verhalten ist übergrifflich so ich finde - mach ihm das klar - bevor du platzt wie ne bombe - was dann sicher jeder als übertrieben bewerten würde. sag es ihm ruhig, klar aber eben ernsthaft ohne zu verlangen dass er darauf reagiert -

such dir einen guten moment aus - wo er allein ist - keine ahnung… sags ihm freundlich, nett, versöhnlich aber eben deutlich und ohne vorwurf - dann gibts da nichts mehr zu deuteln und sollte er sich nicht an die regel halten, kannst du härtere geschütze auffahren.

fürs erste würde reichen - ich will nicht dass… ich fühle mich dabei nicht wohl, sei so gut und akzeptiere das. ende aus. keine rechtfertigen oder lange ausschweifende erklärungen - sie setzen nur ein zeichen der einschränkung und dann würde er dich nicht ernst nehmen.

und wie gesagt im sinne des vorbildes …sonst wird sich das kind von jedermensch anfassen lassen weil die es wollen und es sich nicht traut grenzen zu setzen - was aber wichtig ist - existentiell wichtig.
ein kind muss wissen das es das recht hat, nein zu sagen zu jedermensch und vor allem erwachsenen…das lernt es aber wenn von den eltern:smile:

viele gute gründe zu tun was du gerne willst - kein einziger guter grund es nicht zu tun.

liebe grüsse

nina

Hallo Bine!

Ich bin im 4. Monat schwanger. Mein Schwiegervater hat mir
schon vorher gerne mal die Finger in die Seiten geborht, um
mich zu kitzeln.

Mmmh, ein Verhalten, zu dem mir eher pubertierende Jünglinge einfallen, die gerne anfassen möchten, aber nicht wissen wie.

Mir passt das nicht wirklich, aber ausser
Ausweichen habe ich bis vor kurzem nichts dagegen unternommen.

Da dein Schwiegervater sich entschieden hat, dein Ausweichen nicht zu bemerken oder für nicht wichtig zu empfinden, wirst du nicht umhin kommen, deutlicher zu formulieren, dass du dies/wenn du etwas nicht magst. Das kann er dann nicht mehr so leicht ignorieren. Auch wenn er es vielleicht erst versuchen wird (s.u.).

Beim letzten Mal passierte das direkt nach dem Essen, und ich
merkte an, dass das im Moment weniger gut sei. Als er fragte,
wann denn dann, sagte ich, am besten gar nicht.
Naja, ich denke, er hat es bewusst überhört, darauf
eingegangen ist er jedenfalls nicht.

Er versucht erst einmal, ob er immer noch damit durchkommt, so zu tun, als wäre nichts. Er testet aus.
Da wirst du leider noch einmal bei Gelegenheit deutlicher drauf hinweisen müssen.

Vor ein paar Tagen hat er dann festgestellt, dass man so
langsam ein Bäuchlein sehen kann, und hat mir prompt auf den
Bauch gefasst.

Das ist grenzwertig und auch ich würde es als Übergriff ansehen.

Tja, und da steh ich nun, und mir ist das alles andere als
angenehm, aber wie sag ichs?

Erst einmal bestimmt und höflich, aber ohne dabei (entschuldigend) zu lächeln. Und nicht mit leiser Stimme, sondern mit fester, gut hörbarer Stimme. Es hilft wahrscheinlich, erst zuhause vorm Spiegel zu üben.
Sag ihm: „Ich möchte das nicht.“ Du brauchst (und solltest!) keine Erklärung (zu) liefern, du musst dich nicht rechtfertigen. Du magst es nicht und das sollte von deinen Mitmenschen respektiert werden. Du versuchst doch auch, die Grenzen deiner Mitmenschen zu respektieren, oder? :smile:

Ich will ihn nicht vor den Kopf stossen,

Das ist löblich, aber er stößt DICH doch damit anscheinend schon eine Weile vor den Kopf, indem er deine Bedürfnisse nicht achtet.
Du wirst dich wahrscheinlich darauf einrichten müssen, dsss er sich sich - egal wie du es sagst - erst einmal vor den Kopf gestoßen fühlen wird. Denn: Etwas, was ER für selbstverständlich und anscheinend für sein Recht hält (dich anzufassen), wird ihm entzogen. Ich vermute, er wird deswegen es einmal trotzen und schmollen. Insbesondere, falls seine Erfahrung sonst ist, dass niemand ihm entgegentritt und er so etwas normalerweise darf.
Aber er wird sich wahrscheinlich auch wieder beruhigen.

er meint es ja nicht
böse,

Er mag es nicht böse meinen, aber er gibt sich scheinbar auch keine sonderliche Mühe, auf deine nonverbalen Signale zu achten respektive scheint sich nicht damit auseinandergesetzt zu haben oder auseinandersetzen zu wollen, wie weit man eigentlich im Umgang mit anderen gehen darf.
Selbst wenn man etwas nicht böse meint, wird es dadurch noch lange nicht gut. Und jemand anderes muss nicht erst etwas böse meinen, bevor man selbst das Recht hat, seine eigenen Bedürfnisse zu äußern!

aber es ist einfach eine Grenze, die er überschreitet,
und das will ich nicht.

Und genau das solltest du ihm auch sagen.

Ich bin generell eher zurückhaltend und schüchtern, wenn es
darum geht, andere um persönliches zu bitten,

Sei dir sicher: Genau das merkt er und das nutzt er auf gewisse Weise auch aus.

deswegen fällt
es mir sehr sehr schwer, einfach zu sagen, er soll es bitte
lassen.

Wie du selbst schreibst, ist es gar nicht so „einfach“. Oder es fühlt sich für dich auf jeden Fall nicht einfach an.
Aber im Endeffekt ist es das eigentlich doch und du kannst es vorher üben! Entweder vorm Spiegel oder vielleicht auch als Rollenspiel mit einer guten Freundin. Das ist nicht albern, denn hier geht es um dich und darum, dass du dich mehr für dich selbst einsetzt. Das ist wichtig!

Zumal ich absolut nicht wüsste, in welchem Tonfall.

Siehe oben.

Ich sehe aber auch die kommende Zeit, und ich befürchte, dass
ich mich nun auf immer wiederkehrendes Bauchtasten einstellen
kann. Und DAS will ich nun auf gar keinen Fall. Mal davon
abgesehen ist es auch sehr unangenehm, mit spitzen Fingern
nicht gerade sanft in die Rippen gepiekt zu werden *seufz*

Noch ein Argument, die Sache anzugehen. Und du wirst dein blaues Wunder erleben: Es wird nämlich funktionieren, deine Umwelt (im vorliegenden Fall dein Schwiegervater) wird dich nach anfänglichem Gemaule gerade aufgrund der Tatsache, dass du dich klar für dich selbst einsetzt, mehr respektieren und je öfter du es tust, desto einfacher wird es werden.

Ich habe auch so ein bisschen die Befürchtung, wenn ich allzu
deutlich meine Meinung sage, als empfindlich oder sowas
angesehen zu werden.

Falls das jemand sagen sollte, ist das nur eine vorgeschobene Ausrede und ein (letzter) Versuch, dich noch einmal dahin zu manipulieren, wo man dich hin haben will. Sie es mal so: Dein Schwiegervater fühlt sich zurechtgewiesen, ist dies nicht gewohnt, fühlt sich dabei schlecht und versucht dann wahrscheinlich erst einmal jemand anderen (hier: dich) für sein sich schlecht fühlen verantwortlich zu machen. Das ist eine recht weit verbreitete Verhaltensweise und im Normalfall geschieht das auch nicht bewußt oder mit Absicht. Der Sinn ist einfach, das eigene schlechte Gefühl los zu werden. Wenn’s dann jemand anderes trägt (z.B. du, in dem du dich dafür entschuldigst, so „empfindlich“ zu sein), braucht man sich keine weiteren Gedanken darüber zu machen, ob denn das eigene Verhalten wirklich okay ist und fühlt sich gleich wieder besser.

Mag sein, dass das in der Hinsicht so ist,

Nein, ist es nicht. Du bist nicht empfindlich, wenn du möchtest, dass deine persönlichen Grenzen respektiert werden. JEDER Mensch hat ein Recht darauf.

aber auf solche
persönlichen Dinge nimmt man dort eher weniger Rücksicht, so
meine Erfahrung.

Tja, dann wirst du wohl Pionierarbeit leisten müssen. Vielleicht hilft es da wirklich, wenn du dir noch etwas moralischen Rückhalt bei einer guten Freundin holst, die dir immer mal wieder bestätigt, dass das, was du möchtest, vollkommen okay und legitim ist.
Ich weiß nicht, inwiefern dein Mann dazu in der Lage ist, da es sich aber um seine Ursprungsfamilie handelt, in der er geprägt wurde, kann es ja sein, dass er erst einmal auch etwas „betriebsblind“ ist.

Habt ihr nicht ein paar Tipps für mich, wie man das Ganze
vielleicht eher locker-flockig angehen könnte?

Du solltest es eben nicht locker-flockig angehen! Und zwar deswegen nicht, weil du damit dem Nicht-ernst-genommen-werden wieder Tür und Tor öffnest. Damit gibst du deinem Schwiegervater sozusagen eine Vorlage für die Interpretation: „Ach, das meint sie doch nur als Scherz!“

Wenn du als Mensch mit eigenen Bedürfnissen ernst genommen werden möchtest, ist es manchmal auch nötig etwas ERNST rüberzubringen. Nicht bierernst, aber sachlich, gefasst, höflich und NICHT lächelnd!

Ich muss ja auch selbst erstmal lernen, mit der wachsenden
Fülle umzugehen, im Moment fühle ich mich noch nicht so ganz
wohl damit. Und dann werde ich schon mit Blicken (ist er
gewachsen?) ständig drauf hingewiesen, da muss ich nicht noch
angefasst werden. Eigentlich sollte das meiner Meinung nach
auch selbstverständlich sein, dass man andere nicht einfach
anfasst.

Leider ist es nicht ganz so einfach. :frowning: Schade eigentlich.

Aber du schaffst das und wirst dabei eine Menge Gutes lernen, da bin ich mir sicher!

Grüße und viel Erfolg
Christiane

Hiho,

neben dem „weisst Du, eigentlich mag ich das nicht besonders“ fällt mir noch die Möglichkeit ein, Deinen Mann einzuspannen. Er kann in einem Gespräch mit seinem Vater sicher mal nebenbei fallen lassen dass „die Bine in letzter Zeit unheimlich empfindlich am Bauch ist“. Man kann das ja ganz allgemein halten und erst bei Nichtbeachtung konkreter werden.

Byebye
Rolf

eigentlich - uneigentlich
Moin,

neben dem „weisst Du, eigentlich mag ich das nicht besonders“

„eigentlich“ ist ein ganz schlechtes Wort um seinen Willen zu
formulieren. Eigentlich will ich nicht, aber …
Es ist grundsätzlich einschränkend zu verstehen. Entsprechend
wird es nicht richtig ernst genommen.

Grüße, René

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Hallo!

Mein Problem ist kein grosses, aber eines das mich ärgert:

So klein finde ich das nicht!

Mir passt das nicht wirklich, aber ausser
Ausweichen habe ich bis vor kurzem nichts dagegen unternommen.

Du bist zu gut für diese Welt! :smile:
Die Menschen suchen ihre Grenzen, wenn sie die nicht finden, halten sie ihr Tun für richtig!

Beim letzten Mal passierte das direkt nach dem Essen, und ich
merkte an, dass das im Moment weniger gut sei. Als er fragte,
wann denn dann, sagte ich, am besten gar nicht.
Naja, ich denke, er hat es bewusst überhört, darauf
eingegangen ist er jedenfalls nicht.

Dann nimmt er dich auch nicht ernst! Nur weil er dein Schwiegervater ist, hat er noch lange nicht das Recht, dir gegenüber respektlos zu sein! Wahrscheinlich wird dir das schwer fallen, aber du solltest imho versuchen, diesen dir zustehenden Respekt zu verschaffen!

Vor ein paar Tagen hat er dann festgestellt, dass man so
langsam ein Bäuchlein sehen kann, und hat mir prompt auf den
Bauch gefasst.

Ungefragt oder unangeboten ist das eine schlichte Verletzung der Intimsphäre.

Tja, und da steh ich nun, und mir ist das alles andere als
angenehm, aber wie sag ichs?

Deutlich! Also „eigentlich“ dürftest du ihm sogar eins auf die Finger klopfen!

Ich will ihn nicht vor den Kopf stossen, er meint es ja nicht
böse, aber es ist einfach eine Grenze, die er überschreitet,
und das will ich nicht.

Das ist eine blöde Situation, die erinnert mich an andere liebe Mitmenschen, die es „gut“ meinen. Und sich dann vor den Kopf gestossen fühlen, wenn man dieses „gutmeinen“ eben nicht auch gut findet!
Man kann aber im Leben nicht immer und mit jedem Einfall/Tun anderer
konform gehen. Deine unangenehmen Gefühle sind durchaus verständlich und auch angebracht!

Ich bin generell eher zurückhaltend und schüchtern, wenn es
darum geht, andere um persönliches zu bitten, deswegen fällt
es mir sehr sehr schwer, einfach zu sagen, er soll es bitte
lassen. Zumal ich absolut nicht wüsste, in welchem Tonfall.

Das scheint mir das eigentliche Problem! Du solltest einmal über deinen Schatten springen! Für dich selbst und für dein Kind.
Wenn dein Schwiegervater jetzt schon „Hand ans Kind“ legt, wird es sich wohl ebenso bei der Erziehung etc. über deine Wünsche hinwegsetzen.

Ich habe auch so ein bisschen die Befürchtung, wenn ich allzu
deutlich meine Meinung sage, als empfindlich oder sowas
angesehen zu werden.

Na und? Und wenn es so wäre? Du bist ein sensibler Mensch!
Umgekehrt könntest aber auch du den Vorwurf der Rücksichtslosigkeit aussprechen oder denken oder den/die anderen so ansehen!

Mag sein, dass das in der Hinsicht so ist, aber auf solche
persönlichen Dinge nimmt man dort eher weniger Rücksicht, so
meine Erfahrung.

Ja eben! Ich kenne solche lieben Leute wie dich, die glauben wenn sie sich eben mal zur Wehr setzen, dann werden sie nicht mehr gemocht! Das steckt wohl oft dahinter! Aber das stimmt nun überhaupt nicht!
Du bist du, die Meinung die andere über dich haben ändern nichts daran!
Wenn man mit jemand machen kann, was man will, führt das nicht zu noch mehr Sympathie sondern nur zum „Nichternstnehmen“.

Habt ihr nicht ein paar Tipps für mich, wie man das Ganze
vielleicht eher locker-flockig angehen könnte?

Wenn du das locker-klockig angehst, wirst du vielleicht eine ebenso locker-flockige Reaktion kriegen. Du darfst ruhig einmal spontan sein, genau das aussprechen oder tun, was in dir vorgeht! Das ist nicht zickig oder empfindlich oder sowas sondern nur natürlich! Gerade in deinem Zustand!

Ich muss ja auch selbst erstmal lernen, mit der wachsenden
Fülle umzugehen, im Moment fühle ich mich noch nicht so ganz
wohl damit. Und dann werde ich schon mit Blicken (ist er
gewachsen?) ständig drauf hingewiesen, da muss ich nicht noch
angefasst werden. Eigentlich sollte das meiner Meinung nach
auch selbstverständlich sein, dass man andere nicht einfach
anfasst.

Damit hast du absolut Recht! Ohne den geringsten Einwand! Es ist schlicht eine Unverschämtheit!
Wenn du es selbst nicht schaffst, deutich zu werden, dann muß halt dein Mann in die Presche springen! Hat er das selbst noch nicht gemerkt? Dann weise ihn darauf hin!

Liebe Grüße
HC

Hallo Bine,
in solchen Situationen, wo man dem anderen in irgendeiner Form nahe steht oder mit ihm weiterhin auskommen muss (familiär oder persönlich, im Beruf) und es nicht riskieren möchte, mit einer Zurückweisung oder Zurechtweisung - so gerechtfertigt sie auch ist - eine dauerhafte ungute Atmosphäre herbeizuführen, bin ich mit folgendem Vorgehen immer recht gut gefahren:

Mit etwas Positivem beginnen: Ich mag dich (als Schwiegervater) sehr, Du bist ein wirklich netter Schwiegervater, Ich bin gerne bei Euch zu Besuch, ich fühle mich bei Euch wohl und bin gerne Eure Schwiegertochter (das alles aber nur dann, wenn es der Wahrheit entspricht - sonst überleg dir halt was anderes Positives)…
…aber ich mag es nicht, … oder: aber ich muss dich bitten, mich nicht dauernd anzufassen, … mir ist es unangenehm, wenn…
oder: aber mir ist es wichtig, dir jetzt zu sagen: bitte grabsch mich nicht immer so ab.

Unter Umständen war es ihm wirklich nicht bewusst, wie unangenehm es dir ist und er sieht es dann ein. Im schlechteren Fall wird er ungut reagieren, aber du hast wenigstens dein Möglichstes getan, um so höflich wie möglich aber auch gleichzeit so bestimmt wie notwendig zu sein.
lg, Irene

Eskalationsstufen
Hallo,

Du hast ja schon viele gute Ratschläge bekommen. Ich glaube, man kann die verschiedenen Eskalationsstufen ungefähr so sortieren: (Vermutlich gibt es noch mehr Zwischen- und Verfeinerungsstufen):

Passives Verhalten:
-1.: Wegschauen, ausweichen, versteifen, Missfallen durch Körperhaltung zeigen
0.: Schüchternes leises „Lass mal jetzt“, „nicht jetzt“

Normales bestimmtes Verhalten:
1.: In normaler Zimmerlautstärke: „Bitte nicht“ oder „Lass, ich mag das nicht“. Auf Rückfrage: „Weil es kitzelt“ (oder wehtut oder was auch immer)
2.: „Bitte nicht!“. Auf Rückfrage: „Weil ich das nicht mag“ oder „Darum“ oder „Das ist meine Sache“
3.: Lauteres „Nicht!“, „Nein“ oder „Stopp“. Im Wiederholungsfall „Jetzt reicht es!“

Sprachliche Eskalation:
4.: „Was bildest Du Dir eigentlich ein?!“ „Was glaubst Du denn, wer Du bist?“ „Meinst Du, Du kannst Dir alles erlauben?“
5.: Wie 4. aber mit Anschreien, aufspringen, Stuhl-dabei-umwerfen, Sachen-die-man-in-der-Hand-hält-fallenlassen

Körperliche Eskalation:
6.: Wie 3., 4. oder 5. mit Auf-die-Finger-hauen oder an den Schultern zurückstossen
7. Ohrfeigen, Sachen-an-die-Wand-werfen, explodieren

Letzte Eskalationsstufe:
8. Kontakt abbrechen
9. Anwalt einschalten

Natürlich ist in Deinem Fall höchstens bis Stufe 4 angemessen. Vermutlich wird schon Stufe 2 oder 3 ausreichen. Da Du aber schreibst, dass Du eher schüchtern bist, kann ich mir vorstellen, dass Du dieses breite Spektrum nicht unbedingt eingeübt oder zumindest parat hast. Deshalb hoffe ich nicht, dass Du von Stufe 1 gleich auf Stufe 6 oder 7 eskalierst. :wink:
Man sagt ja zuweilen, dass Leute, die viel in sich hineinfressen dann im Zweifelsfall gleich richtig explodieren (ok, ich weiss nicht wirklich, ob das stimmt…)

Ansonsten solltest Du noch mit Deinem Mann verabreden, dass er Dich verbal unterstützt, so dass auf ein „Lass das!“ von Dir im Bedarfsfall ein „Ja wirklich“ von ihm folgt oder ein „Hast Du nicht gehört, worum sie Dich gebeten hat?!“

Mit vielen Grüssen, Walkuerax

Hi,

deine Tipps finde ich gut und sensibel - ich halte es auch für besonders wichtig, dass sie lernt, sich selbst zu „verteidigen“ (damit meine ich, für das einzustehen, was sie möchte und nicht möchte), damit ihre Angst vor Konfrontation nachher nicht auf das Kind übertragen wird.

Ich fände als Mutter glaub ich wenig schlimmer als Menschen, die ständig mein Kind betatschen mit den Worten „ach wat biste süß“ und es knuddeln und knutschen. Und wenn Schwiegerpapa das jetzt schon mit dem Bauch macht…

LG,
Cess

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DANKE!
Hallo ihr Lieben!

Ich möchte euch allen an dieser Stelle ganz herzlich danken. Ihr habt Recht, und ich werde auf jeden Fall mein Bestes geben :smile:

Übrigens, zu meinem Mann, er weiss, dass mir das Verhalten nicht passt, hat aber bisher noch nichts gesagt, weil er mich auch nicht bevormunden wollte. Ich habe ihm aber von euren Antworten erzählt, und wir sind so verblieben, dass er gegebenenfalls, je nach Reaktion seines Vaters, einspringt, um meinen Wunsch zu verdeutlichen.

Da meine Schwiegereltern im Urlaub sind, habe ich jetzt erstmal ein wenig Zeit, die Sache sacken zu lassen (heute war wieder eine Steigerung des Ganzen), und dann wird es angegangen.

Auch, wie ihr es mir sehr deutlich gesagt habt, für mein Kind. Da habt ihr sehr recht, es soll nicht später die gleichen Probleme haben wie ich.
Und auch in Richtung Bevormundung in Erziehungsdingen. Mein Mann und ich sind uns absolut einig in diesen Dingen und haben in vielem eine ganz andere Richtung als unsere Eltern. Da stehen wir aber geschlossen dahinter.

Ich danke euch vielmals, ihr habt mir viel Mut gemacht. Und diese Fülle an Antworten hat mich sehr positiv überrascht, damit habe ich gar nicht gerechnet *lächel*

Liebe Grüsse

Bine *erleichtert*

Ich will mich jetzt ja nicht einmischen und kanns auch nich so gut beurteilen, weil ich ja noch nie dabei war, aber wenn ich hör, dass dich dein Schwiegervater ständig auf eine sehr aufdringliche Art und Weie kitzelt, hört sich das find ich ziemlich seltsam an (fast so als ob er dich nicht nur als Schwiergetochter sieht). Wenn ich ne Verlobte hätte, würd’s mir ehrlich gesagt ganz und gar nicht passen, wenn mein Vater das macht. Also wie gesagt ich wollt dich jetzt nicht kritisieren, aber ich find das irgendwie total merkwürdig (vll. denk ich da aber auchn bisschen engstirnig…naja)
Also viel Erfolg und ein gesundes Neugeborenes :wink:

Viele Grüße

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]