Angriff auf den kleinen Mann

Hallo,

in London gibt es sie schon, die Eintrittskarte in die City mit dem Auto. Andere Städte werden folgen.
Die Zeiten werden kommen, dass endlich der Kleine von den Straßen verschwinden um Platz für die Reichen zu machen.

mfg: Josef

Hallo,

grundsätzlich habe ich nichts dagegen, wenn eine Staugebühr oder so gezahlt werden muss. Nur bestehe ich andererseits darauf, dass dann die öffentlichen Verkehrsmittel auch in Stoßzeiten leistungsfähig genug sind, alle anderen auch zu befördern.

Gruß
HaWeThie

NS Das gleiche Problem wie bei der Öko-Steuer - grundsätzlich ist der Ansatz richtig, aber versuch mal einer im Berufsverkehr ordentlich, sitzend und pünktlich zu fahren.
Seit zwei Jahren schleppe ich eine Flasche Sekt mit mir rum, die ich köpfen will, wenn mein zu pünktlich ist - morgen muss ich sie so öffnen, sonst wird sie schlecht.

Wenn der kleine Mann es sich leisten kann…
…täglich in London stundenlang Sprit im Stau zu verpulvern, kann er auch diese Gebühr aufbringen… :wink:

(Nicht ganz ernst gemeint)

Im Ernst: wenn im Gegenzug die öffentlichen Verkehrsmittel zuverlässig, komfortabel und günstig gemacht werden, habe ich gegen eine solche Gebühr nix zu sagen.

Gruss, Joachim

hallo Joachim,

…und das wird meist aus Kostengründen nicht gemacht.

diese Stadtmaut wird ziemlich schnell wieder verschwinden. Denn die Geschäfte ziehen dem Kunden nach. Soll heißen: aus der Stadt raus. Es werden vermutlich (Schätzung) 40 -50 % der Kunden nicht mehr in die Stadt zum Einkaufen gehen , da wohl die wenigsten bereit sind, schwere Pakete zu schleppen. Besonders dann nicht, wenn man ausserhalb der Stadt das gleiche findet, nur eben günstiger. Und hinfahren kann man auch.
Meiner Meinung ist das eine Steuererhöhung unter falscher Flagge.
Spätestens, wenn die Steuereinnahmen drastisch zurückgehen und die Arbeitslosenzahlen steigen, wird die Maut gecanzelt.
Grüße
Raimund

Hallo Reimund,

an das Geschäftsausbluten der City habe ich ja gar nicht gedacht.
Klar, das wird die Händler noch auf die Barrikaden bringen.
Ich bin gespannt!

mfg: Josef

kleiner mann & große stadt

Es werden vermutlich (Schätzung) 40 -50 % der
Kunden nicht mehr in die Stadt zum Einkaufen gehen , da
wohl die wenigsten bereit sind, schwere Pakete zu schleppen.

hi raimund,
im normalfall wird geliefert, was schwer oder sperrig ist.
und der weg zum irgendwo geparkten auto ist mit sicherheit
weiter, als die nächste haltestelle, vorausgesetzt, es gibt
einen funktionierenden öffentlichen nahverkehr.
die andere möglichkeit wäre, jeden innenstadthändler zu großen
parkflächen zu verpflichten. dafür ist normalerweise kein platz,
und wenn er geschaffen wird, geht er auf kosten des lebensraums.
manchmal wohnen ja auch leute in städten, die sich ohne auto
fortbewegen können.
diesbezügliche experimente spielen sich je nach momentaner
regierung vor meiner haustür ab, und je nach lage klagen die
händler entweder:
es ist zuwenig autoverkehr, keiner kommt. oder:
es ist zuviel verkehr, keiner kann parken.
da ist doch irgendwas nicht richtig, oder?

bei dieser denkweise gibt es nur die möglichkeit der
vollasphaltierung jeder fläche. dann gibt es aber auch keine
bewohner der stadt. und wer kauft gern in geisterstädten?

gruß,
frank

Die Zeiten werden kommen, dass endlich der Kleine von den
Straßen verschwinden um Platz für die Reichen zu machen.

hi josef,
abgesehen vom dem skurrilen weltbild kleiner mann vs. reich:
ist dir schon mal aufgefallen, wie attraktiv eine innenstadt
sein kann, wenn du herumflanierst, schauen kannst und
wahrnimmst, was anders ist als woanders - OHNE - immer vor
dieselben kühlerhauben zu laufen, die überall herumbrettern und
alle deine sinne in anspruch nehmen, schon aus gründen der immer
schwieriger werdenden krankenversorgung?
ist dir mal aufgefallen, wie anders eine straße aussieht, die
nicht aus 90% fahrbaren blechs besteht? das hat schon
qualitäten.
wenn du nun freies autofahren immer überall mit lebensqualität
und klassenbewußtsein gleichsetzt, würde ich ein überdenken
vorschlagen.

gruß,
frank

hallo Frank,
ich würde vorschlagen: warten wir die Entwicklung ab.
Passiert das, was ich sagte, dann sind die Städte tot (ist auch kein Verlust) oder es wird von der Bevölkerung angenommen, der Umsatz bleibt, dann auch gut.

Grüße
Raimund

die Verteidigung der Innenstadt als Lebensraum
Hallo,

der ÖPNV in London ist einer der besten - zumindest zu der Zeit, als ich das letzte mal da war - den ich kennengelernt habe. Dichtes Netz und hohe Taktrate bis in die Außenbzirke und Abendstunden.

Die Innenstadt war nicht zuletzt deshalb so dicht, weil ein Großteil der Besucher erheblich längere Strecken in die Parkplatzsuche investierten als in die eigentliche Anreise. Der Innenstadtstau als Parkplatz? Das kann es ja auch nicht sein.

Die jetzt eingeführte Gebühr bringt London jedenfalls für mich um einige Plätze weiter nach oben, was die Urlaubsrangliste angeht. Zumindest dann, wenn das Pfund wieder bezahlbar wird.

Gruß
Christian

Ich find es gut, was die in London machen - ist doch nur gut, dass die Menschen die immer noch unbedingt mit dem „eigenen RollWohnzimmer“ in eine praktisch zum „StauParkplatz“ verkommene Stadt fahren WOLLEN dafür gefälligst zahlen sollen. Denn reinfahren MÜSSEN tut dort fast keiner.

Hallo Reimund,

an das Geschäftsausbluten der City habe ich ja gar nicht
gedacht.
Klar, das wird die Händler noch auf die Barrikaden bringen.

Kann auch sein, dass sich die Händler freuen, weil die durchschnittliche
Kaufkraft der Kunden ansteigt. Wer sich die Fahrt in die city erlaubt
hat wahrscheinlich ein höheres Einkommen.

Gruß

Richard