Hallo Tine,
in diesem Alter kommt das häufig vor bei Kindern und gilt als normaler Prozess in der Entwicklung. Die Kinder denken mehr über ihre Umgebung nach und versuchen Zusammenhänge zu verstehen. Weil sie sich vieles aber noch nicht erklären können, „erfinden“ sie Geister, Monster, Hexen, Zauberer usw. oder/und haben einfach Angst. Man nennt diese Altersstufe deswegen auch das magische Alter.
Dem Kind dann zu erklären „da ist nichts“ oder „du brauchst keine Angst zu haben“ hilft natürlich überhaupt nicht. Es bewirkt höchstens, dass sich das Kind dann auch noch für seine Angst schämt, was alles noch schlimmer macht. Am besten ist, dem Kind gut zuhören, es mit seiner Angst annehmen und gemeinsam überlegen was helfen könnte: Licht anmachen, Tür auflassen, einen Zauberkreis ums Bett ziehen, der beschützt, von der eigenen Angst als Kind erzählen und wie sie weggegangen ist, ein Bild malen oder ein Rollenspiel spielen, in dem die Angst oder die Geister etc. besiegt werden. Es gibt auch schöne Bücher zum Vorlesen zum Thema, z.B. „Das Traumfresserchen“. Meinem Sohn hat auch ein sogenannter Traumfänger (ein indianisches Stück, um böse Träume abzufangen) geholfen.
Wenn dann mal eine Nacht ohne Angst war, kann man auch eine Art Belohnungssystem einführen, das anspornt, auch weiterhin den Kampf gegen die Angst aufzunehmen. Also entweder kleine Belohnungen (Überraschungseier o.Ä. oder auch ein Punktesystem zum Sammeln für jede besiegte Angst.
Wichtig ist auf jeden Fall, das sich das Kind ernstgenommen fühlt und dass es auch mal Angst haben darf. Es hilft auch, gemeinsam die Angst eine Weile auszuhalten, trösten, und nicht immer sofort blinden Aktionismus zu verfallen.
Trotzdem ist es sinnvoll, bei so plötzlich auftretenden Ängsten genau hinzusehen, -hören und -spüren, ob es nicht doch eine konkrete Ursache gibt. Das können sein: Ärger im Kindergarten oder mit Freunden, aber auch bedrohliche Erwachsene, oder auch Streit der Eltern.
Ich hoffe, du kannst hiermit was anfangen und es ist was für euch dabei.
Viele Grüße
Ulla