Hallo, Marla,
Angsterkrankungen und Depression sind verwandte Gebiete. Generell ist Angst ja ein Warnsignal, das zweckgerichtet bei der Bewältigung von Bedrohungen helfen soll, äußere Bedrohungen ebenso wie innere BEdrohungen. Angst ist also notwendig, es ist auch in der biologischen und neurophysiologischen Ebene verwurzelt, wird aber im Verlauf der Psychogenese auch gelernt.
Aber es gibt eben auch unangemessene Angst, die sich verselbständigen kann und dann Krankheitswert gewinnen kann.
Wir unterscheiden im Bereich der Angst die Phobien (Agoraphobie ICD10 F40.0, soziale Phobie ICD10 F40.1, spezifische Phobie ICD10 F40.2), die durch Objekte oder Situationen ausgelöst werden, die spontane und anfallsweise auftretende Panikstörung (generalisiertes Angstsyndrom) (ICD10 F40.01, F41.1), die durch extreme Belastung hervorgerufene Angst (Posttraumatische Belastungsstörung PTSD ICD10 F43.1, auch Anpassungsstörung F43.2) und die mit Angst verbunden Zwangsstörungen neurotischer Art (ICD10 F42). Daneben gibt es noch seltener auftretende ANgstsörungen, die internistische oder neurologische Ursachen haben (sekundäres Angstsyndrom nennt man sowas, zB epileptische Angstanfälle (neurologische ICD-Nummern hab ich nicht im Kopf)).
Was du beschreibst fällt in den Bereich des generalisierten Angstsyndroms, diagnostisch gekennzeichnet durch dauerhafte und exzessive Furcht oder Sorgen in mehreren Lebensbereichen, mit Symptomen wie ständig erhöhte Erregung, Nervosität, Anspannung, vegetative Beschwerden, Hypervigilanz (Wachsamkeit), allerdings nicht, wenn die Beschwerden in Zusammenhang mit anderen Störungen stehen, z.B. einer Depression.
Angststörungen können medikamentös behandelt werden, mit verschiedenen Substanzen, zB Benzodiazepine, SSRI, MAO-Hemmer, Neuroleptika und auch mit einigen pflanzlichen Arzneimitteln (zBBaldrian, Hopfen, Johanniskraut, Passionsblume) und anderem.
Desweiteren ist Angsstörung durch Psychotherapie behandelt werden, mit verschiedenen psychotherapeutischen Verfahren, ich bin ja dabei ein Anhänger der kognitiven Verhaltenstherapie, da sie sehr effektiv ist. Bei einem Paniksyndrom macht der Verhaltenstherapeut zunächst eine Informationsvermittlung über die Krankheit und die Therapie, dann eine kognitive Bearbeitung von körperlichen Symptomen wie zB dem Herzrasen, eine Konfrontation (vergleichbar dem Konfrontationstraining bei sepezifischen Phobien) mit inneren Reizen (zB angstauslösende Gedanken).
Gruß
Yoyi
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