Angst,Nervosität,Konzentrationsprobleme etc

Hallo,ich bin gerade dabei meinen Führerschein zu machen und habe massive Probleme während den praktischen Unterrichtsstunden.
Mein erstes Problem ist eine extreme Nervosität die anfangs kurz vor der Fahrstunde,mittlerweile aber auch schon bis zu einen Tag davor auftritt und sich durch Zitterattacken oder auch schlechte Laune (ich habe das Gefühl,dass das an der Angst vor der nächsten Fahrstunde liegt) bemerkbar macht.Sobald ich dann im Fahrschulauto sitze ist diese Angst bzw.Nervosität erst einmal wie weggeblasen und tritt dann langsam ab den ersten Fehlern wieder komplett ein.
Hierzu muß ich erwähnen,dass ich einen sehr netten und rücksichtsvollen Fahrlehrer habe,der mir immer wieder (vergeblich) versucht Ruhe in meinen Fahrstil zu bringen was aber aufgrund meiner Hektik zumeist nicht gelingt.Er meint dass ich eigentlich mein größter Feind bin.
Ich hatte im Jahre 2001 schon einmal mit dem Führerschein angefangen aber aufgrund der selben Problematik und einem sehr launischen,strengen Fahrlehrer diese Mission beendet.
Meine Hauptprobleme liegen in der Nervosität,Hektik,Angst vor Fehlern und die fehlende Auffassungsgabe weil ich zumeist wie im Kopf blockiert im Auto sitze und kurioserweise die gleichen Fahrfehler immer wieder mache aber während der nächsten Fahrstunde oftmals nicht mehr.
Ich habe schon oft daran nachgedacht einfach wieder das Handtuch zu schmeißen aber dieses mal möchte ich es eigentlich schon ganz gerne durchziehen und gegen meine inneren Probleme ankämpfen.
Noch kurz etwas zu meiner Person ich hatte eine sehr schwere Kindheit bzw.Jugend und hatte noch nie ein starkes Nervensystem und wurde von Haus aus auch nicht gerade mit Selbstvertrauen ausgestattet.Diese Problematiken überspiele ich schon ein Leben lang mit Humor,ist vielleicht eher schwer zu verstehen aber hat mir bislang immer gut geholfen.
Mittlerweile habe ich mein Leben eigentlich,bis auf oben genannte Problem,fest im Griff und habe sonst nur noch die alltäglichen Sorgen :wink:
Was würdet ihr mir empfehlen,vielelicht den Führerschein aufgeben,einen Psychiater aufsuchen…?
Ich wäre für jeden Hinmweis der auf eigenen Erfahrungen basiert dankbar.

Gruß Pat

Moin Pat,

die Angst kommt aus Deiner Vergangenheit. Bist Du als Kind brutal geschlagen oder sonstwie gequält worden? All das, was Du da nicht verarbeiten konntest - und welches Kind kann das schon?? - hat Wunden und Narben in Deiner Seele hinterlassen, die nach wie vor vorhanden sind und, solange sie unverarbeitet bleiben, aus Deinem Unterbewußtsein heraus immer wieder ihren Weg in Deine Alltagswelt finden werden.

Das führt normalerweise sogar dazu, daß der Mensch, der die in seiner Vergangenheit erlittenen Qualen nicht psychotherapeutisch aufarbeitet, sondern verdrängt, sich „unbewußt-absichtlich“ in Situationen und psychische Konstellationen begibt, die ihn ähnliche Seelenpein wie die erlebte wieder empfinden lassen werden. Das Verdrängte bahnt sich seinen Weg, es gehört dazu, es will wahrgenommen werden, es sind abgespaltene Gefühle, alias: „Anteile der Persönlichkeit“, die aus der „Dunkelwelt“ des Verdrängten, Unterbewußten heraus, hervor ans Licht drängen, wie jetzt in den Situationen des Fahrunterrichts, von denen Du schreibst. Aufhalten lassen sie sich nur kurzfristig, je mehr Du versuchst, sie zu verdrängen, umso stärker und mit umso mehr Wucht (!) werden sie Dich überwältigen.

Ich empfehle Dir eine Gestalttherapie, so bald wie möglich solltest Du damit beginnen. Die „Chemie“ zwischen Dir und Deinem Therapeuten (evtl. am besten mit Dir gleichgeschlechtlich!) sollte stimmen, das ist fundamental für Erfolge in der Therapie.

Die „Fahrschule“ sollte besser erstmal warten. Die Angst kann in jeder Situation und Konstellation wiederkommen, und das wird sie! Sie „verbindet sich“ mit x-beliebigen Begebenheiten, Vorstellungen, Gesprächsfetzen, Wörtern, Träumen etc., die als ihr Auslöser fungieren. Sie ist mächtig und verdient Respekt!

Wenn Du es in der Therapie schaffst, die verdrängten Gefühle in Deine bewußte Persönlichkeit aufzunehmen (das geht nur über eine entsprechende Therapie; die wenigsten Menschen schaffen es, sich selbst zu therapieren), wird die Angst, die aus dem Dunkel des Unterbewußten aufsteigt, verschwinden und Dein „Nervenkostüm“ wesentlich stabiler werden. Viel Erfolg!

Gruß
Uwe

http://de.wikipedia.org/wiki/Gestalttherapie

Hallo,

Ursachenergründung ist eine Sache und manchmal auch eine durchaus sinnvolle. Nach meiner Erfahrung ist es für’s tägliche (Über-)leben aber primär hilfreich, sich der Angst zu stellen und Situationen, die einem Angst machen, NICHT zu meiden.

Einer angstauslösenden Situation aus dem Weg gehen, löst sie nur vordergründig. Durch die Hintertür schleicht sich aber mehr und mehr Angst ein und man landet früher oder später in einer Angstspirale, die einem ein normales Leben immer schwerer macht.

Deshalb mein Tipp: Gib nicht auf. Du bist nicht dümmer als andere Fahrschüler. Dein einziger Gegner ist deine Angst. Dabei hast du nichts zu verlieren. Du kannst durchfallen - okay. Das tun andere auch. Wenn du aufgibst, hast du schon verloren, denn die Angst vor dem Fahren wird immer größer werden.

Es kann sicher nicht schaden, dir trotzdem einen Therapeuten zu suchen. Ich denke, weitermachen solltest du trotzdem.

Schöne Grüße,
Jule

Probier es mal mit Hypnose und Mentaltraining, vollbringt Wunder ; )