Angst und Panikattacken

Hallo,

meine Frau leidet seit cirka 2 Jahren an Angst und Panikattacken,
mal tretten diese heftiger auf und ein anderesmal ist es wieder besser.

Beim Doktor war sie schon auch beim Nervenarzt und Psychologen, aber ihre
Angst lässt sie nicht mehr los.

Ob es mit Hypnose oder So besser wird hatte ich mal am Fernsehn gesehen.
Hilft diese Behandlung? Wer hat hier Erfahrung.

Sie könnte sich noch vorstellen das sie zu einer Selbsthilfegruppe gehen
würde aber wo gibt es solche in der Nähe?

Hoffe Ihr könnt mir und meiner Frau hierzu etwas sagen.

Danke schonmal und Gruß

Sirak

Hallo,

konkrete Therapievorschläge können wir hier nicht machen. Deine Frau war schon bei den richtigen Anlaufstellen. Die Frage ist: Was wurde dort gemacht bzw. nicht gemacht, daß ihre Beschwerden anhalten? Ob Hypnose helfen kann, hängt davon ab, was für Beschwerden Deine Frau genau hat und welche Verfahren am besten für diese Problematik einsetzbar sind. Ganz allgemein gesehen kann Hypnose unterstützend wirken, aber ob das im Fall Deiner Frau so sein kann, kann Dir niemand sagen, der sie nicht gesehen hat.

Ein paar Informationen zu wirkungsvollen Therapiemöglichkeiten bei Panikstörungen und Agoraphobie habe ich hier zusammengestellt:

http://people.freenet.de/oliverwalter/Psychologie/Ps…

Bitte behalte beim Lesen im Hinterkopf, „daß Panikattacken oder panikähnliche Zustände bei vielen psychischen Störungen auftreten und nicht nur bei Angststörungen oder gar Panikstörungen im besonderen. Auch bei rein körperlichen Krankheiten und der Einnahme von Drogen und Medikamenten kann es zu Panikattacken kommen“. Eine Therapie, die nur auf die Panikattacken abzielt, obwohl diese ein Begleitsymptom einer anderen Störung sind, kann nicht zufriedenstellen.

Grüße,

O. Walter

Hallo,

das Risiko für Panikattacken ist bei MigränepatientInnen erhöht. Besonders stark sollen ältere Frauen betroffen sein. In der Zeitschrift „Neurology“ ist dazu ein Artikel erschienen, über den hier berichtet wird:

http://www.angst-auskunft.de/AAA_Wissenschaft_Angst/…

Auch das Deutsche Ärzteblatt berichtet in einem Artikel über die Komorbidität von Migräne und psychiatrischen Erkrankungen:

http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=3…

Die Behandlung mit Antidepressiva ist keineswegs abwegig, denn diese Medikamente wirken nicht nur bei Depressionen, auch wenn der Name anderes vermuten läßt. Sie wirken bei einer Reihe von weiteren psychischen Störungen wie z.B. Zwangsstörungen, Eßstörungen und auch Angststörungen. Leider wirken sie nicht in jedem Fall.

Grüße,

O. Walter

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Hallo Christiane,

die Therapie müßte sowohl auf Migräne als auch auf die Angst abzielen. Neben der Schmerzbehandlung durch Medikamente sind verhaltensmedizinische/-therapeutische Behandlungsmethoden empfehlenswert. Gegen Migräne können eingesetzt werden Entspannungstraining, Biofeedback und Streßimpfungstraining. Informationen über diese Verfahren in Bezug auf die Migränebehandlung gibt diese Seite:

http://www.lifeline.de/special/migraene/cda/page/fra…

Ich darf zitieren:

Es "ist beispielsweise schon seit längerem bekannt, dass Stress und Kopfschmerzen im engen Zusammenhang stehen:

Stress kann im Gehirn direkt zu Veränderungen an den Blutgefäßen und der Muskulatur führen, die vermutlich eine Ursache von Kopfschmerzen sind.

Stress kann das Erleben von Kopfschmerzen verstärken.

Kopfschmerzen wiederum können im chronischen Stadium eine Dauerbelastung des Patienten darstellen und daher psychische Probleme, wie Angstzustände oder Depressionen , verursachen.

Verhaltenstherapie kann medikamentöse Behandlung unterstützen

Aus diesem Grund spielt insbesondere bei schweren, regelmäßig wiederkehrenden Kopfschmerzen neben den schmerzstillenden Medikamenten auch die Verhaltenstherapie eine wichtige Rolle. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie empfiehlt beispielsweise in ihren Leitlinien zur Therapie der Migräne, alle Betroffenen, die drei oder mehr Attacken pro Monat haben, nicht nur medikamentös, sondern auch psychologisch zu behandeln. Dr. Wolfgang Keeser, Psychologischer Therapeut aus München, stimmt dem zu: „Ich empfehle die Verhaltenstherapie allen Patienten, die häufig Migräne-Attacken und einen großen Leidensdruck haben.“ In der Verhaltenstherapie wurden drei spezielle Ansätze entwickelt, die heute erfolgreich gegen Kopfschmerzen eingesetzt werden können: Biofeedback-Therapie, Entspannungstraining (progressive Muskelrelaxation) und Stressbewältigungstraining."

Die angesprochenen Verfahren werden hier erklärt:

http://www.lifeline.de/special/migraene/cda/page/fra…

Speziell das Streßimpfungstraining erläutere ich hier:

http://people.freenet.de/oliverwalter/Psychotherapie…

Zur Behandlung der Panikattacken können sinnvollerweise ebenfalls verhaltenstherapeutische Verfahren eingesetzt werden. Darunter fallen die gleichen wie für die Migräne. Allerdings können weitere VT-Verfahren angewendet werden. Man muß im Einzelfall schauen, welche Zusammenhänge zwischen der Migräne, den Angstattacken und auch den Lebensumständen genau bestehen und dann für den einzelnen Patienten / die einzelne Patientin ein individuelles Therapieangebot machen, in dem die potentiell einsetzbaren Verfahren auf die Beschwerden und Bedürfnisse der Patientin / des Patienten abgestimmt sind. Das ist keine leichte Aufgabe. Ich erinnere mich noch gut, wie ich einst für ein psychologisches Gutachten genau in dem Bereich, über den wir jetzt sprechen, einige Mühe hatte, die verschiedenen Aspekte und Zusammenhänge zu erkennen und anschließend zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenzufügen.

Beste Grüße,

Oliver Walter

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