Hallo zusammen,
als letztes Jahr die Mutter eines sehr guten Freundes relativ jung gestorben ist, haben wir danach viel über den Tod geredet. Dabei haben wir festgestellt, daß unser Angst vor dem Tod ganz unterschiedlich ausgeprägt ist.
Er hat eine relativ große Todesangst, sicherlich bedingt durch den frühen Tod seiner Mutter. Er hat Angst vor allen Arten von Krankheiten, Unfällen, Gewaltverbrechen. Er lebt sehr gesund und ist vielen Dingen sehr vorsichtig, stellenweise bis ins Zwanghafte hinein. Aber das ist sein Problem, um das es hier nicht geht. 
Als wir darüber gesprochen haben, war mein erstes Empfinden: Ich habe im Gegensatz zu ihm überhaupt keine Angst vor dem Tod. Später habe ich festgestellt, daß das so nicht stimmt - es gibt einige (wenige) Vorstellungen, bei denen ich Angst vor dem Tod empfinde.
Was ich nicht verstehe: Warum ausgerechnet bei diesen Vorstellungen und bei anderen nicht? Es ist keine Frage der Intensität, ich fürchte mich nicht unbedingt vor den „größeren“ Gefahren als er.
Der Gedanke, eine Thrombose zu haben oder Diabetes oder einen Herzinfarkt, lässt mich rückwärts aus den Pantinen kippen; der Gedanke an ein Krebsgeschwür lässt mich dagegen völlig kalt. Einen familären Hintergrund finde ich dafür nicht: Mein Opa hatte Diabetes, mein Onkel Krebs.
Ich laufe völlig angstfrei Nachts durch die übelsten Viertel der Stadt, ich habe keine Angst davor, daß mich ein Raser auf der Autobahn rammt, aber ich habe Angst davor, daß an meinem alten, rostigen T3 ein Reifen Platzen könnte oder eine Aufhängung brechen und ich in der darauffolgenden Massenkarambolage sterbe. 
Vor Jahren gab es mal eine Bombendrohung für einen Zug, mit dem ich fahren wollte. Obwohl die Spürhunde der Polizei nichts fanden, entschieden sich 2/3 der Passagiere, eine anderen Zug zu nehmen. Das diese Angst sicher irrational war, brauchen wir nicht zu diskutieren. Ich hatte aber nicht nur keine Angst, sondern empfand geradezu das Gegenteil - ich hatte das Gefühl, es würde mir überhaupt nichts ausmachen, jetzt mit dem Zug in die Luft zu fliegen … Hätte sich in dem Moment aber ein Arzt neben mich gesetzt und mir erzählt, daß durch das lange Sitzen im Zug eine tödliche Thrombose emtstehen kann, hätte ich vermutzlich eine Panikattache bekommen. Rational betrachtet ist das eine so unwahrscheinlich wie das andere. Aber selbst wenn da ein minimaler Risikounterschied wäre, ist das kein Grund, warum mich der eine Gedanke ängstigt und der andere geradezu glücklich amcht …
Ich finde keinen gemeinsamen Nenner bei den Situationen, die bei mir Angst verursachen, habe aber das Gefühl, da müsste einer sein. Und ich ahbe das Gefühl, daß die Antwort darauf mir zu reiner tieferen Erkenntnis über mich verhelfen könnte.
Anregungen, Vorschläge, Ideen, in welche Richtung ich mal suchen könnte? Der familiäre Hintergrund ist es, wie gesagt, nicht.
Gruß,
Max

