Angst vor dem Vorstellungsgespräch

Guten Morgen zusammen,

demnächst finden bei uns im Haus Vorstellungsgespräche stand. Was kann man tun, wenn bereits jetzt schon Versagensängste vorliegen. Es ist jedesmal gleiche. Man betritt das Zimmer und alles ist weg, wirklich alles. Auf einfachste Fragen wie z. B. „Wie kommt ein Vertrag zustande?“ kann man nicht antworten, obwohl man weis das ein Vertrag mündlich, schriftlich und durch schlüssiges Handeln zustande kommt.

Hinzu kommen dann die „Psychofragen“ wie „Was ist ihre größte Schwäche“. Was kann man darauf anworten? Natürlich hat man Schwächen, aber wie verpackt man diese am besten. Es wird jemanden mit sicheren Auftreten, Druchsetzungsvermögen und der Fähigkeit zur selbstständigen Arbeitsweis gesucht. Man kann ja wohl kaum antworten das Vorstellungsgespräche die größte Schwäche, das deckt sich weder mit der Fähigkeit eines sicherem Auftretens noch mit Durchsetzungsvermögen.

Wie soll man mit der Situation umgehen?

Vielen Dank für eure Antworten im voraus
Gruß mohnblume33

Durch meinen Arbeitgeber bilde ich seit vielen Jahren Azubis aus. Ich sage ihnen immer:

  • vor dem Spiegel üben

  • gestehen Sie einfach ihrem potenziellen AG ein, dass Sie heute sehr aufgeregt sind, da Sie dieser Stelle oder Prüfung viel Bedeutung beimessen. Sie hätten schon alles versucht, aber nichts hilft (selbst 70jährige Schauspieler hätten noch Lampenfieber, und Sie glauben, dass Sie wohl zu dieser Gruppe von Menschen (natürlich nicht als Schauspieler) gehörten. Üben Sie diesen Satz.

Ich habe einmal in meinem Leben für 2 Sätze 1/2 Jahr gebraucht. Ich kann sie bis heute und komischer Weise - es waren die wichtigsten Sätze in meinem Leben, die bis heute Gültigkeit haben. Scheuen Sie sich nicht diese zu üben. In 5 Jahren werden Sie sowieso über sich lachen.

  • Wenn Sie die Lebenserfahrung hätten, die ich habe, würden Sie über fast jeden Vorgesetzen/Vorstand/Abteilungsleiter lachen. Die sind so verklemmt, dass denen meistens nur Pauschalsätze einfallen. Wenn man dahinter kommt ist man entweder eine Gefahr für das Unternehmen bzw. für den eigenen Vorgesetzten oder man akzeptiert gegenseitig seine Schwächen - was natürlich der Königsweg ist.

  • Also, seien Sie sichselbst. Und sonst gar nichts. Ihr Lampenfieber gehört zu Ihnen. Akzeptieren Sie das. Das Fieber sollte Ihr Freund werden mit dem Sie sprechen. Ich meine das ernst. Jeden Tag mindesten 50 Mal einreden bzw. mit Ihrem Freund sprechen.

Alle Azubis haben es geschafft. Harte Arbeit. Aber sie haben pausenlos an sich selbst gearbeitet. Ich habe sie immer wieder getritzt. Heute sind die froh, ein Verhalten aufgebaut zu haben, das sowohl ihrem Typ als auch den Gegebenheiten entspricht. Die sind echt cool und wissen mittlerweile genau, dass die meisten Menschen sehr schwach sind.

Viel Erfolg brauche ich Ihnen nicht wünschen, denn es ist bei Ihnen absehbar, dass Sie mit Ihrem Freund ein Arangement treffen werden. Sie
beide werden zufrieden werden und gemeinsam viel lachen.

Beste Grüße
Irmgard Röttger

Ein VG ist kein Examen!
Grüße,

demnächst finden bei uns im Haus Vorstellungsgespräche stand.
Was kann man tun, wenn bereits jetzt schon Versagensängste vorliegen.

Daran denken, dass es um ein gegenseitiges Kennenlernen und nicht um eine Prüfung geht.

Es ist jedesmal gleiche. Man betritt das Zimmer und alles ist weg, wirklich alles. Auf einfachste Fragen wie z. B. „Wie kommt ein Vertrag zustande?“ kann man nicht antworten, obwohl man weis das ein Vertrag mündlich, schriftlich und durch schlüssiges Handeln zustande kommt.

Das mag später im Gesprächsverlauf gefragt werden. Aber wenn ein „Blind Date“ so anfängt ist eh Endeimgelende…
Beim VG fängt man normalerweise ganz leger damit an, wer man ist was man macht (hat, tut und wird)
Wenn da gleich einer mit „Erklären Sie mir mal das Lambda-Kalkül“ anfängt will ich da eh nicht arbeiten, unabhängig davon ob ich das weiß oder beantworten kann und das würde ich auch sofort klarstellen.

Ich würde mich darauf vorbereiten, Dinge über mich zu erzählen, die nicht jeder Doof aus meinem tabellarischen Lebenslauf ersehen kann: eine Begeisterung für diese und jene Tätigkeiten, hobbymäßige Beschäftigung mit diesen und jenen (tätigkeitsrelevanten!!!) Themen, Erfolge aus bisherigen Projekten, usw.

Hinzu kommen dann die „Psychofragen“ wie „Was ist ihre größte Schwäche“. Was kann man darauf anworten?

Willst Du wirklich bei so Psychos arbeiten, die versuchen Dich nach allen Regeln der Kunst auseinanderzunehmen? Entspann’ Dich erstmal!
Es gibt auf solche Fragen keine richtige Antwort, nur jede Menge falsche Antworten („Ich habe keine“ = arrogantes Ar*) („ich schaue mir gerne Männer in Frauenkleidung an“ = uhmm… )
Wer sich selbst kennt, weiß dass er nicht perfekt ist.

Es wird emanden mit sicheren Auftreten, Druchsetzungsvermögen und der Fähigkeit zur selbstständigen Arbeitsweis gesucht.

Das muss doch mittlerweile jeder haben, dieser Formsatz steht mittlerweile sogar beim Toilettenputzer mit drin… also entspann’ Dich!

Man kann ja wohl kaum antworten das Vorstellungsgespräche die größte Schwäche, das deckt sich weder mit der Fähigkeit eines sicherem Auftretens noch mit Durchsetzungsvermögen.

Lampenfieber darf man haben. Hatten sogar einige der größten Politiker der Weltgeschichte. Die Frage ist nicht, dass sie das Problem haben - sondern was sie dagegen getan haben!

Eine Schwäche zu haben ist kein Problem, sie nicht kompensieren zu können hingegen schon.

Wie soll man mit der Situation umgehen?

Vorbereitet, konzentriert und entspannt.
Und wenn die wirklich Wert auf sicheres Auftreten legen, darfst Du Fragen, die Du als unangemessen für ein VG empfindest ohne weiteres abblocken. Es sollte nur nicht als „weil ich nichts kann“ oder „weil ich eh besser bin als ihr“ rüberkommen.

Gruß,
Michael