Guten Abend,
Ich hab ein ganz nervendes Problem und kann es einfach nicht abgewöhnen.
Ich habe eine geradezu krankhafte Angst davor das die Zeit weiter geht. Und auch davor älter zu werden altern. Und garnicht im Sinne von „Falten kriegen“ und „Altersheim“ oder gar „Sterben“. Soweit bin ich gott sei Dank noch lang nicht…aber es macht mir einfach Angst das die Zeit vergeht. Absurd, nicht wahr? Es kostet mich z.B. große Überwindung das Kalender-Blatt umzudrehen und mir wird jedesmal ganz anders wenn mein Geburtstag bevorsteht. Ich bin jetzt sicher in dem Alter wo es Zeit wird erwachsen zu werden. Aber in letzter Zeit ist das schon nicht mehr normal. Ich hab zum Beispiel wahnsinnig Angst vor meinem 18. Geburtstag nur weil es heißt dass man dan „erwachsen“ ist. Und ich weiß nicht wieso. Ich glaube nicht das mich danach alle im Stich lassen und sich nicht mehr um mich kümmern würden und Verantwortung ist es auch nicht was ich fürchte denn davon übernehme ich ja ohnehin sehr viel.
Ich hab einfach nur furchtbare Anst davor dass die Zeit schneller vergeht als es mir früher vorkam. Und dass sich alles und alle verändern und ich am Ende ganz allein da stehe und keiner mehr was mit mir „Alten“ zutun haben will.
Meine Freunde wollen alle erwachsen sein aber ich fürchte mich so davor. Und am liebsten würd ich die Zeit anhalten.
Spinn ich total, oder kann man da was ändern? Alle sagen mir immer das gibt sich mit der Zeit wenn man „reifer“ wird, aber diese Ungewissheit macht mich echt krank. Ich bin schon total frustriert und kann an nichts anderes mehr denken.
danke fürs zu"hören"
zyn
Hi
Ich hab einfach nur furchtbare Anst davor dass die Zeit
schneller vergeht als es mir früher vorkam.
das ist so… je älter du wirst, desto schneller rennt die Zeit subjektiv. Ich erinnere mich,was ein halbes Jahr mit 18 für mich für eine unglaublich langer Abschnitt war. Jetzt ist ein halbes Jahr etwas, was schneller vorbeigeht als ich zucken kann 
Und dass sich
alles und alle verändern und ich am Ende ganz allein da stehe
und keiner mehr was mit mir „Alten“ zutun haben will.
Das ist der Gang aller Dinge
Meine Freunde wollen alle erwachsen sein aber ich fürchte mich
so davor. Und am liebsten würd ich die Zeit anhalten.
Würden sicher viele ausser dir genauso. Nur gehts nicht…
Und leb einfach damit, denn ändern kannst du es nicht.
Spinn ich total, oder kann man da was ändern? Alle sagen mir
immer das gibt sich mit der Zeit wenn man „reifer“ wird, aber
diese Ungewissheit macht mich echt krank.
wenn du die Zeit mit solchen Gedanken vergeudest geht alles noch schneller und nutzloser …
Ich bin schon total
frustriert und kann an nichts anderes mehr denken.
Mach was… und denk nicht… sonst bist du 80 und denkst… immer noch. Man könnt w
fast sagen du bist doch viel zu jung zum denken (Scherz…klar?)
Helge, bald 50
Hallo!
Was mir so spontan einfallen würde …
Je nach dem, wie sehr du zeitlich eingespannt bist, was Schule usw. betrifft, würde ich dir vorschlagen, dass du dir einige Sachen ausgiebig und lange gönnst. Ein Bad, ein Spaziergang, am Schreibtisch etwas malen/schreiben, was auch immer du willst und was dir einfällt … aber mach etwas, wo du die Zeit, die du dafür aufwendest, in vollen Zügen genießen kannst!
Nimm die Zeit bewusster wahr, schau dich beim Spazieren gehen um, was es alles zu entdecken gibt, merk dir verschiedenen Blumen oder wie niedlich das Eichhörnchen von Ast zu Ast gesprungen ist, zähl die Seifenblasen, schau, wieviel Arbeit du in dein Bild/schreiberisches Werk gesteckt hast, an welcher Feinheit du lang gearbeitet hast und so weiter und so weiter … verstehst du, was ich meine?
Mach dir deine Zeit bewusster, mach dir klar, wo hinein du deine Zeit steckst. Dann siehst du vermutlich, wieviel du jeden Tag davon für die verschiedensten Dinge verwendest, und vielleicht hilft dir das, deine Zeit intensiver wahrzunehmen und nicht so sehr das Gefühl zu haben, alles entrinnt dir und du läufst nur hinterher. Ist schwer manchmal.
Ich hoffe, meine Gedankenansätze können dir irgendwie behilflich sein! 
Und: Nach dem 18. fühlt man sich genauso wie vorher, konnten mir bisher alle bestätigen
.
Thorid
Hi!
Ich möchte etwas probieren. Für mich enthalten Deine Fragen und Ängste bereits die Antworten. So werde ich jetzt Deine Sätze auf die Grundaussagen kürzen:
Ich habe eine geradezu krankhafte Angst davor das die Zeit
weiter geht. Und davor älter zu werden - nicht im Sinne von „Falten kriegen“ und „Altersheim“ oder gar „Sterben“.
es macht mir einfach Angst das die Zeit vergeht.
mir wird jedesmal ganz anders
wenn mein Geburtstag bevorsteht. … es … wird … Zeit erwachsen zu
werden. Aber …Ich hab
wahnsinnig Angst vor meinem 18. Geburtstag nur weil es heißt
dass man dann „erwachsen“ ist.
Ich glaube nicht das mich danach alle im Stich lassen 1* … und
Verantwortung ist es
auch nicht davon übernehme ich (genug) 2*
Ich hab einfach nur furchtbare Angst … dass sich
alles und alle verändern und ich am Ende ganz allein 3* da stehe
und keiner mehr was mit mir „Alten“ zutun haben will.
Meine Freunde wollen alle erwachsen sein aber ich fürchte mich
so davor.zu 3*
Und am liebsten würd ich die Zeit anhalten 4*
(was ist) „reifer“ (werden)
diese Ungewissheit macht mich krank.
zyn
1* Nein, sicher nicht, doch die Qualität der an Dich gestellten Erwartungen wird sich (wie zu jedem Geburtstag )ändern (z.B. in Bezug auf Selbständigkeit, eigene Familie gründen…)
2* Verantwortung für wen und was ? - kann sich ebenfalls ändern -dabei hat man keine Ahnung, ob man das schaffen wird - die neue Verantwortung tragen/ertragen kann
3*(Du):" meine Freunde verändern sich, werden „erwachsen“, - das möchte ich nicht, es gefällt mir so, wie es ist -.
…meine Freunde werden einer nach dem anderen zu Hause ausziehen, PartnerInnen kennenlernen und mit ihnen ihre Zeit verbringen , …wir werden uns nur noch selten sehen, die Partnerschaften werden wichtiger sein als unsere Freundschaft- das macht mich traurig und es gefällt mir ganz und gar nicht! "
4*„Wenn ich die Zeit anhalte, bleibt alles so, wie es momentan ist! Doch das kann ich nicht und so bleibt mir nur die Ungewissheit und die Hoffnung, daß ich mich irre.“
„Ich will noch nicht erwachsen werden. Ich will keine neue kleine Familie (noch nicht) - Ich will bahalten, was ich habe, das kenne ich, das ist mir vertraut, das gibt mir Sicherheit!“
Nette Eltern, tolle Freunde - das ist sehr viel Wert! Doch wenn ihr so gut zueinander steht, wird die Freundschaft auch über die Entfernung und über die Zeit halten- nur die Quantität wird sich ändern und ein wenig die Rangfolge.- Aber sicherlich auch irgendwann bei Dir. Und dann wirst Du merken, dass Du Nichts verlierst, sondern dazu gewinnst. Eine aufregende Zeit liegt vor Dir - sie enthält Bewährtes und hat jede Menge Platz für Neues, für Hoffnung, Neugier und sich Testen.
Ich reihe mich in den Kreis der (mittelalterlichen) Erwachsenen ein, die Dir für die nächsten „hundert“ Jahre ganz fest die Daumen drücken !
MfG Roxelane
Hi,
Danke für eure klugen und aufmunternden Worte.
Wenn ich meinen eigenen Text nochmal lese kommt es mir etwas kindisch vor wie ich denke. Aber es ändert sich dadurch auch nicht. Ich weiß nicht woher der Druck des „Erwachsen-werdens“ her kommt wo ich doch eigentlich längst erwachsen bin. Nur meine Seele will einfach nicht erwachsen werden. Ich denke und handle wie einer, aber ich fühle mich nicht so und jeder Blödsinn der immer normal war macht mir jetzt Angst.
Ich hoffe dass sich das bessert. In letzter Zeit versuch ich wieder mehr zu tun und mich wieder hochzuraffen. Ich hoffe nur das die Kraft die ich dazu brauchen werde auf Dauer bleibt.
danke an euch
zyn
Hi!
Letztens war ich „strenger“, heute will ich Dir noch dies mitgeben:
Jeder, ob Frau oder Mann, sollte sich bis an sein Lebensende ein kleines Stück „Kindsein“ bewahren- „normale“ Kinder sind ursprünglich, ehrlich in ihren Gefühlen …, je kleiner, desto weniger berechnend, spontan, neugierig,phantasievoll !..
Kindsein hat nichts mit „kindisch sein“ zu tun.
Spielen, herzhaft Lachen, seinen Emotionen auch Mal freien Lauf lassen - ursprünglich sein, die Regeln und Normen des Alltags … Mal Links liegen lassen um kurzzeitig „auszubrechen“ (-dabei muß man keinem anderen etwas neg. antun)-z.B. Sonntag mittag auf dem Marktplatz mittelalterl. Musik = prima Rhythmus - die „mittelalterlichen“ Beine… möchten Tanzen - warum auch nicht!- es kennt einen ja hier keiner, außer die, die da sind…!
… Inlineskater fahren - nicht mehr über Treppen und Geländer - aber das ist doch Wurscht!!! Sich mit Männern „streiten“ - oder „Flirten“ , Kartenspielen …- bis sie „dusslich auf dem Glatteis stehen“ oder so (grinse grins…).
Als mein erstes Kind eines schönen Sommertages groß genug für den Sandkasten war, habe ich einen Gießer Wasser mitgenommen …- ich denke, mir hat es beinahe mehr Spaß gemacht in der Pampe rumzupantschen und eine Kleckerburg zu bauen,als meinem Kind. Aber keiner fand es anrüchig: Mama spielt mit Kind.
usw.,usf.
Du bestimmst als Erwachsene über Deine Handlungen, Dein Leben… und mußt auch dafür die Verantwortung tragen - aber wie Du siehst, musst Du gar nicht 100% erwachsen werden - nur: alles zur rechten Zeit, am rechten Ort!
Und schließlich und endlich bringt das Erwachsensein auch Vorteile und wirklich jede Menge Neues!
Knuddel (einer meiner Teddys!!) und ich knuddeln Dich einmal fest!
Gute Nacht!
Roxelane
Time…
Hi,
ich habe meinen 18. schon 20 Jahre hinter mir. Ich sage Dir, die Zeit rennt! Sie rennt besonders schnell, wenn man Kinder hat! Aber alles im Leben hat seine Zeit, habe Musse und Geduld! Auch Altwerden hat positive Seiten. Der Mensch kann nicht immer voll auf 100 sein, er braucht seine „Phasen“. So auch Dir deine Phasen, geniesse sie und werde ruhig!
LG
Michael
Mit 18
BIst du nicht erwachsen, laut dem Gesetz vielleicht ja, aber erwachsen bist du erst bei deinem Tod und nicht einmal dann!
Erwachsen wird kein Mensch, denn wir sind alle Kinder. Wir alle sind auf dem Weg des Lernens, auch du. Versuche zu akzeptieren, das du alterst, du alterst seit deiner Geburt. Von der Geburt an sind wir zum Tode verdammt!
LG
Michael
Hervorragend!
Spitze!
Noch mehr…
deine Worte sind gut, ich will noch einen Schritt weitergehen:
Sehe Dir vor allem MENSCHEN an, wie gehen sie, wie gucken sie, wie reden sie, wie sie sind sie gekleidet, welche Brille haben sie, welche ÄNGSTE stehen in ihren AUGEN? Und so weiter…
LG
Michael
Weise Antwort
ja, so ist es! Die Zeit rennt davon, aber tut sie das wirklich? Vielleicht rennen auch wir vor der Zeit davon? Weil wir nicht wissen was danach kommt? Es ist ist nicht aus und vorbei nach dem Tod, der Tod ist der Herbst und Winter, danach kommt der Frühling und alles wird schön!
LG
Michael
alles fließt
Hallo
Die Angst vor dem Wandel, vor dem Vergehen und Verlieren teilst du mit vielen. Sie ist menschlich. Bei dir scheint sie außergewöhnlich stark ausgeprägt zu sein. Vielleicht hilft es dir, mal ein Buch über den Buddhismus zu lesen - am besten eines, das sich an Menschen des Okzidents richtet. Ich habe jetzt keinen guten Vorschlag. Ich habe in einigen Büchern Einiges gelesen, das in der Summe hilfreich ist. Aber ein einzelnes gutes Buch kenne ich nicht. Da musst du dich mal im Buchgeschäft oder bei amazon umschauen.
Jedenfalls wird in den östlichen Religionen der Abschiedsschmerz und die Angst vor dem Wandel als eines der Hauptursachen für Unglück ausgemacht.
Als Annäherung an die traditionelle Denkweise des Ostens kann ich dir doch ein Büchlein nennen: „Zen in der Kunst des Bogenschießens“ von Eugen Herrigel. Da wird dein Problem nicht direkt angesprochen aber wenn du das Buch interessant findest, kommst du seiner Lösung näher.
Kurztherapie: Mache dir PANTHA RHEI („alles fließt“ Platons Zusammenfassung Heraklits Beobachtung) zum Lebensmotto und freue dich an jedem Beispiel, das du für die Richtigkeit dieses kurzen Satzes findest.
Gruß, Tychi
hallo zyn,
während du überlegst woher deine angst kommen kann - musstest du vielleicht in vielen bereichen deines lebens früher erwachsener sein
- unfreiwillig sozusagen?
auch kann ich mir vorstellen, wenn man in der familie viele probleme hat - also die familie einem nicht wirklich als glücklich und stabil vorkommt, dass man in jungen jahren viele wege der angst vor der zukunft entwickeln kann, weil das stabile festigende einem nicht so fest und nicht so stabil erscheint wie gebraucht. vorstellbar wäre für mich auch eine angst wie die deine - das man so eine entwickelt.
aber wichtiger als die frage nach dem warum wäre vielleicht auch die frage- wie kannst du das für dich lösen - damit du nicht ständig angst vor dem morgen hast. oder was brauchst du damit die angst geringer wird.
hast du dir da überlegt was diese dinge sein könnten?
LG
nina