Hallo Katharina,
Hallo Experten,
fühl mich absolut nicht als Experte, was das Thema Medizin betrifft,
kann dir nur von meine eigenen Erfahrungen erzählen.
bin auf ein Phänomen gestoßen, welches ich immer häufiger
antreffe, habe es sogar schon bei mir selbst beobachtet. Die
Angst vor der Heilung/Gesundung.
Ja, dieses Pänomen ist mir auch aufgefallen, als ich zur Behandlung
in einer Schmerzklinik war, als Patient.
Es gab 2 Sorten Patienten; die einen, die von den Therapeuten gebremst
werden mußten, weil sie zu schnell wieder fit werden wollten;
die andern, bei denen die Therapeuten sich auf den Kopf stellen
konnten, aber die Patienten nicht mitmachten.
Ich kenne jemand, die extrem unter Migräne (ca. 3x pro
Woche)leidet, jeder Hilfeversuch wird abgelehnt. Akkupunktur
kommt wegen „ich möchte doch nicht, dass es noch schlimmer
wird“ oder „die Krankenkasse übernimmt die Kosten nicht“ …
absolut nicht in Frage. Sie ist kein Hypochonder, da man ihr
die Schmerzen wirklich ansehen kann.
Mir wurde, bevor ich in der Klinik landete, auch Akkupunktur
angeboten, aber ich hatte panische Angst vor Nadeln/pieksen.
Schmerzmittel hab ich immer abgelehnt.
Allerdings hab ich mich aber auch nie bei jemand beschwert,
wegen der Schmerzen (Unfallfolgen). Hab mich nur zurückgezogen,
wenn mir was weh tat. Da ich selbst nicht akzeptierte, dass es mir
nicht gut ging, haben sich die (unbehandelten!) Unfallfolgen
verschlimmert. Ende vom Lied: Fachklinik für Orthopädie, ich konnt
mich nimmer bewegen. Bin damals, gegen meinen Willen, aber auf Druck
meines Arztes in die Klinik. Im Nachhinein bin ich ihm dankbar.
Ich vermute schon länger, dass sie einfach Angst vor der
Heilung hat (Patientin steht gerne im Mittelpunkt).
In eben jener Klinik (interdisziplinäres Schmerzzentrum) wurden
solche Typen, wie ich es bin, behandelt.
Und wie beschrieben, sah ich dort, dass es zwei Typen von Patienten
gab.
Komischerweise wollten jene, die alles taten, damit sie fit werden,
keine Aufmerksamkeit bzw ließen sich nix anmerken, wie mies es ihnen
wirklich ging (manche hatten echt Galgenhumor).
Andere Patienten waren den ganzen Tag am „rumflennen“
Typ 1 war meist nach 3 - 6 Wochen wieder auf den Beinen und glücklich.
Typ 2 wurde mit Psychopharmaka vollgepumpt (über Monate).
Typ 1 bekam das Leben in den Griff, Typ 2 landet wieder dort.
Gibt es dafür einen Fachbegriff.
Wenn, dann kenn ich ihn nicht.
Wie sollen wir damit umgehen. Es
belastet auf Dauer die Familie, da sie unsere Hilfeversuche
(auch finanzieller Natur) immer abgelehnt hat.
Das ist es, was ich vermitteln wollte:
Was nützt es der Dame, wenn sie fit ist?
Bekommt sie dann die gleiche (ungeteilte) Aufmerksamkeit von euch,
wie jetzt? Wohl eher net.
Selbst wenn ihr euch abwenden würdet, von wegen: guck, dass du in
Therapie kommst, so geh ich davon aus, dass sie dann andere damit
nervt, bis die sich dann auch wieder abwenden.
Ich hab die Erfahrung gemacht, dass Leute, wie du sie beschrieben
hast, nicht wissen, was sie mit sich allein anfangen sollen bzw
sie sind versessen darauf, ihren Dickschädel immer durchzusetzen.
Ich geh davon aus, dass, in dem Moment, wo die Dame einen neuen Sinn
in ihrem Leben sieht/findet, ihre Schmerzattacken nachlassen/
verschwinden.
Wir mögen sie
sehr, möchten sie aber nicht „bemitleiden“.
Was tun??
ehrlich? Ich würde dich an die Klinik verweisen, von der ich sprach.
Du solltest dem Ärzte-/Therapeuten-Team deine Geschichte erzählen.
Du wärst erstaunt, wie bekannt das von dir beschriebene Pänomen ist.
Und du würdest die Dame nicht länger bemitleiden.
LG
retour
K.
D.
@Weinberger:
Biste jetzt eigentlich als Therapeut dort in der Klinik?
Wenn nein, dann brauch ich wohl auch, vorerst, nicht wieder dorthin.
D. h. ein w-w-w-Treffen dort wirds wohl in den nächsten Jahren dort
nicht geben, auch wenn ich es sehr genossen hätte *sfg*
(erinnerst du dich? vor ca. 1,5 Jahren? Gruß *wink* D.)