Hallo ihr Lieben
Momentan habe ich keine richtige Moeglichkeit, an die Sache ranzugehen, als hier zu schreiben.
Am liebsten will ich es hier erstmal „von der Seele reden“, waere aber auch super dankbar, wenn ihr mir irgendeinen Rat geben koenntet.
Die Sache ist die, ich leide seit ungefaehr 4 Jahren so richtig unter der staendigen Angst davor, Krebs zu haben oder zu bekommen. Ich bin mir selber bewusst, dass diese Angst im Grunde total sinnlos ist und, dass es ja auch nur Gedanken sind, dennoch quaelt mich immer wieder das „aber was, wenn doch was ist…“ - Gefuehl. Das schlimmste ist, dass meine gesamte Lebenssituation und mein Seelenzustand diese Angst verschlimmert haben und es immer noch tuen. Jetzt werdet ihr bestimmt fragen, warum ich dann nicht zum Arzt gegangen bin. Es ist so, dass ich einerseits Angst hatte, doch andererseits wollte ich es verdraengen, mich mit moeglichen „schlimmen Diagnosen“ lieber nicht konfrontieren lassen. Wie bereits vorhin erwaehnt, gibt es auch andere Dinge in meinem Leben, die mir das Leben schwer machen… ich kann kaum mit jemandem darueber reden, stattdessen spiele ich lieber die Glueckliche, Gesunde Powerfrau. Richtige Freundschaften habe ich nicht, in der Familie immer wieder Probleme, Suendenbock war ich immer… Ich nehme immer alles auf mich. Habe schon in einem anderen Forum ueber dieses Thema geschrieben, da meinten alle, ich sollte sofort etwas unternehmen, denn unsere Mutter - Tochter - Beziehung ist krankhaft und macht vor allem mich kaputt.
Ich weiss einfach nicht mehr, was ich tuen soll… Ich kann nur noch zum Pszchologen gehen, doch was, wenn dieser sagt, meine ganzen Aengste kaemen durch irgendwelche Gehirnkrankheiten? Ihr seht, es ist ein schrecklicher Teufelskreis, aus dem ich kaum noch rauskann. Bin 19, schon mit 13, 14 loeste jeder Bericht, jede Information ueber Krebs in mir heftige Angst aus, es gab sogar Zeiten, da dachte ich ernsthaft, ich haette dieses oder jenes… In meiner Fantasie „hatte“ ich schon alle moeglichen Krebsarten. Das ist sowas von verrueckt. Ich kann einfach nicht mehr. Neuerdings habe ich auch hin und wieder Panikattacken. Sogar im Schlaf. Ich denke zu viel an sowas und traeume davon oeftrs. In dem Moment bekomme ich im Schlaf dann Herzrasen und Schauer, Kribbeln und Zittern und schrecke aus dem Schlaf! Vor einigen Tagen habe ich eine einfache Ultraschalluntersuchtung machen lassen und mit der Schilddruese sieht es nicht gut aus… Muss zum Endokrinologen, weil eine vergroessert ist. Da ist bei mir natuerlich Angst auf Hochtouren. Die Aerztin hat mich sofort gefragt „Hast du viel Stress?“ Am liebsten wuerde ich losheulen, doch ich kann doch nicht dauernd jemanden hier belasten. Das ist bei mir oft so gewesen, ich habe immer lieber gelacht, als geweint.
Im Beziehungs - und Freundschaftsbereich ist bei mir auch alles sch…, wie schon erwaehnt… Ich habe ja auch eine Physiotherapie angefangen, weil bei mir der Nacken und die Schultern total verspannt sind. Die Therapeutin hat bei mir auch andere Verspannungen gefunden, die andere Leute in hoeherem Alter erst haben…
Brauche dringend Hilfe… heul
Hallo 5nizza1,
mit grossem Interesse habe ich dein Posting gelesen. Was du jetzt durchmachst ist schlimm fuer dich. Vielleicht kann dir ein Ortswechsel helfen. Vielleich lebst du in einem Umfeld wo du nicht hinein passt. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass so etwas einem wirklich passieren kann. Deine Symptomen wuerden passen. Deine Angst vor Krebs ist nicht wichtig. Du hast einfach eine Lebensangst und uebersetztest diese in Angst vor einem Krebs. Dass deine Schilddruese behandlungsbeduerftig ist kann natuerlich auch Ursache deines Stresses (=Angst) sein. Ebensogut kann Stress die Ursache sein, dass die Schilddruese ihre Aufgaben nicht genau erfuellt. Du kannst selber herausfinden wer was verursacht in dem du in den Sommerferien eine Arbeit weit weg von Zuhause suchst.
Gruss Ge-es
Hi!
Ich bin kein Arzt und kein Psychologe, möchte dir aber trotzdem ein paar Denkanstöße geben, bis ein Experte mehr dazu sagt:
Mir sind in deinem Posting mehrere Dinge aufgefallen:
Du hast sehr starke Ängste, die sich bei dir um auf das Thema Krankheit richten.
Du hast wenig Freunde.
Du hast eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung.
Du bist immer der ‚Sündenbock‘ gewesen, hast immer alles auf dich genommen.
Du spielst immer die Glückliche, die Powerfrau.
Das alles hört sich schon nach einem ziemlichen Päckchen an, dass du allein nicht tragen können wirst.
Das schwierige Verhältnis zu deiner Mutter lässt erahnen, dass in deiner Entwicklung Dinge nicht gut gelaufen sind. Dein Verhalten, eine Rolle nach außen hin zu spielen, immer Schuld auf dich zu nehmen lässt vermuten, dass dein Selbstwertgefühl angeschlagen ist.
Dass du keine Freunde und niemanden zum Reden hast erschwert das alles, nicht nur weil du keine Unterstützung erhältst, sondern auch, weil du zu sehr im eigenen Saft schmorst.
Dass du in einem Leben, in dem du nicht du selbst sein kannst und nicht in ein soziales Netz eingebunden bist, Ängste entwickelst, überrascht nicht.
Was spricht dagegen, zu einem Psychologen zu gehen? Er kann dir helfen, zu dir zu finden, dich dort abzugrenzen oder Nähe zuzulassen, wo es sinnvoll ist für dich.
Er will dir nicht die Ängst ausreden, sondern dir helfen zu erkennen, warum du diese Ängste hast und wie du damit umgehen kannst.
Ich vermute allerdings, dass der Leidensdruck noch nicht groß genug ist. Dann rettet man sich oft von Arzt zu Physiotherapeut zu Endokrinologe bis zum Wunderheiler - bloß um nicht als „bekloppt“ dazustehen, wenn man zum Psychologen gehen würde. Du musst selbst wissen, ob du bereit bist, dir in die Seele zu gucken.
Alles Gute
wünscht dir
ChrisTine
Hallo,
das, was du hast, hat einen Namen: Hypochondrische Angststörung. Und es gibt unzählige Menschen, die davon betroffen sind.
Jetzt werdet ihr bestimmt fragen, warum ich dann nicht zum Arzt gegangen bin.
Das ist eine sehr typische Verhaltensweise vieler Betroffener: Man lebt lieber mit der Angst, weil man ja gleichzeitig die Chance hat, dass doch alles in Ordnung ist, anstatt zum Arzt zu gehen und eventuell eine schlimme Gewissheit zu bekommen. Bei einem anderen Teil der Betroffenen ist es genau umgekehrt: Sie laufen von Arzt zu Arzt, um sich zu versichern, dass sie gesund sind. Beides zerstört auf Dauer das Lebensgefühl.
stattdessen spiele ich lieber die Glueckliche,Gesunde Powerfrau.
Auch das ist ziemlich typisch. Der eigene Verstand weiß ja, dass die Angst eigentlich irreal ist, und dass andere Menschen diese in der Regel gar nicht verstehen können. Deswegen behält man sie lieber für sich - aber da ist sie natürlich trotzdem.
Ich weiss einfach nicht mehr, was ich tuen soll… Ich kann nur noch zum Pszchologen gehen, doch was, wenn dieser sagt, meine ganzen Aengste kaemen durch irgendwelche Gehirnkrankheiten?
Das wird er nicht sagen. Dein Gehirn ist völlig in Ordnung. Aber deine Psyche schreit nach Hilfe, und die Geschichte mit deiner Mutter scheint da einiges an Gründen zu liefern. Wenn die Seele leidet und der Mensch nicht auf sie hört, nimmt sie oft den Körper zu Hilfe, um Aufmerksamkeit zu kriegen. Und das ist eine absolut gesunde - wenn auch unangenehme - Reaktion.
…löste jeder Bericht, jede Information ueber Krebs in mir heftige Angst aus, es gab sogar Zeiten, da dachte ich ernsthaft, ich haette dieses oder jenes…
Auch das gehört zum Bild einer Angsterkrankung. Viele Leute mit diesem Problem haben zwar eine „Hauptangst“ (wie bei dir der Krebs), entwickeln aber oft auch andere Symptome und Ängste vor allen möglichen Krankheiten.
Google mal unter „Angst- und Panikforum“. Dort wirst du auf viele Menschen treffen, die das gleiche Problem haben und mit denen du dich austauschen kannst. Dort bekommst du sicherlich wertvolle Tipps und Hilfen.
Schöne Grüße,
Jule
Hallo
Vielen vielen Dank an euch 3 fuer eure ausfuehrlichen Antworten!!!
Das, was du, Jule959, meintest, dass ein Teil der Hypochonder nicht zum Arzt gehen, ist mir sogar neu. Ich haette das nicht gedacht. Genauso ist es - man rennt davor weg und dann ist es umso schlimmer, da keine Gewissheit da ist, doch hat man auch Angst vor ihr.
Ich werde von jetzt an, gerade jetzt, wo ich es mit der SD erfahren habe, mir irgendwie Hilfe holen. Das Problem mit der SD ist jetzt ein eindeutiges Signal fuer mich von meinem Koerper, dass das endlich aufhoeren soll. Paradoxerweise habe ich gerade bei so einer Diagnose erfahren, wie einfach es sein kann, sich mal checken zu lassen und wie gut das ist, wenn man wenigstens diese Gewissheit hat und sie „anpacken“ kann. Ich danke euch nochmals fuer eure Hilfe!!!
Hallo,
eins noch: Auch typisch für viele Angststörungen ist, dass die Betroffenen nach „natürlichen“ d.h. physischen Ursachen für ihre Symptome suchen. Die kann man nämlich behandeln - meist, indem man ein Medikament nimmt - und dann ist man die Beschwerden los.
Natürlich ist es richtig und wichtig, sich körperlich durchchecken zu lassen, um den tatsächlichen körperlichen Zustand festzustellen. Aber: Man sollte nicht davon ausgehen, dass die Probleme tatsächlich verschwinden, wenn körperliche Ursachen bekannt sind. Solange die Psyche nicht gesund ist, wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch die Angst bleiben.
In Bezug auf die SD ist z.B. das Auftreten von Panikattacken häufig bei Fehlfunktionen anzutreffen. Konkrete hypochondrische Ängste hängen damit aber nicht zusammen.
Schöne Grüße,
Jule
hi,
neben einem strenchen noch eine ergänzung:
dass du überhaupt hier schreibst zeigt, dass du hilfe suchst und dein problem dir solchen leidensdruck macht, dass es sicher kleiner werden soll.
darum solltest du psychotherapeutische hilfe aufsuchen.
eine solche hilfe wird dein problem nicht größer machen (wie du befürchtest, das ist teil deiner störung) sondern kleiner!
es ist ganz einfach: du hast eine angststörung, die mit psychotherapie gut behandelbar ist.
selbstverständlich entscheidet jeder mensch selbst, weiterzuleiden oder etwas gegen die miserable lebensqualität zu tun. man kann natürlich so weiterleiden, niemand hat was dagegen, aber die sache hat einen haken: wenn man sich entschliesst, nichts dagegen zu unternehmen, bleibt es nicht nur so, sondern es wird sehr wahrscheinlich schlimmer werden!
du bist 19.